Samstag, 31. Dezember 2011

Unser Garten als archäologische Ausgrabungsstätte

Zumindest kamen wir uns gestern beim Ausheben der Löcher für den zweiten Abschnitt der neuen Grenzhecke so vor. Immer wieder stießen wir auf Scherben und Ziegelstücke. Am Ende hatten wir eine gute Ausbeute. So machen sie noch nicht viel her: Gesammelte Funde
Gewaschen sieht es schon besser aus: Gesammelte Funde gewaschen
Das Prunkstück der Sammlung ist das grüne Stück eines Kachelofens, das meine Mutter auf 16. Jahrhundert schätzt. Auch die drei schwarzen Stücke stammen von einer Ofenkachel. Ofenkacheln lassen sich an Hand der Muster und Farben wohl recht gut datieren, da sie häufig nur über einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum produziert wurden.

Freitag, 30. Dezember 2011

Permakulturbeet 7 Monate nach Neuanlage

Heute will ich euch mal einen Jahresbericht zu meinem Permakulturbeet geben.

Von meinen Sämereien ist das Meiste nicht aufgelaufen. Kürbis Totalausfall, Möhrchen nur zwei aufgelaufen, Feuerbohnen zwei von 10 gewachsen, die aber dafür ordentlich.

Besser haben sich die Pflanzungen bewährt. Das kleine Stück Meerrettich ist zu einer ordentlichen Pflanze geworden, die jetzt natürlich nicht mehr zu sehen ist. Der Schnittlauch ist auch angewachsen. Ein aus dem Gemüseacker gerettetes Radieschen ist groß geworden, hat allerdings dieses Jahr noch nicht geblüht. Wenn die Rehe es nicht fressen, wird es vielleicht im nächsten Jahr was mit Samen.

Am Besten sind die Sachen gekommen, die ich nicht bewusst angpflanzt habe. Einige Kartoffeln waren wohl noch in der Komposterde, aus zwei oder drei Pflanzen ist fast ein Eimer Kartoffeln herausgekommen. Ein paar (ich vermute mal) Stockrosen haben sich angesät und werden dann nächstes Jahr blühen, auch ein Mutterkraut hat sich ausgesät und ist schon ein richtiger Busch geworden. Zitronenmelisse und Klatschmohn sind auch so gekommen.

Der Arbeitsaufwand mit dem Unkrautjäten war sehr überschaubar. Ab und zu habe ich die größeren Unkräuter, vor allem Löwenzahn, Gras und Brennesseln rausgerissen. Die meiste Arbeit hat das Ausreißen am Rand gemacht, damit die Quecken und Gräser nicht so ins Beet hineinwachsen. Bei einer größeren Fläche wäre die Bilanz sicher noch positiver. Feuerbohnen werde ich nächstes Jahr wieder legen und Kürbisse werde ich nochmal probieren. Außerdem habe ich mir Zuckerrübensaat ertauscht von der sich sicherlich auch ein Saatkorn in das Beet verirren wird. Ansonsten hoffe ich auf die Saat im Boden. Permakulturbeet nach 7 Monaten
Das Riesenradieschen:
Riesenradieschen im Permakulturbeet
Mohrrübe mit abgefressenem Kraut: Möhre im Permakulturbeet
Der Mutterkrautbusch, er fängt schon wieder an zu blühen...
Magerite im Permakulturbeet

Die Beetanlage

25 Tage nach Neuanlage

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Hecke pflanzen erster Abschnitt (Pflaume + Josta)

Nach der Aufräumaktion haben wir gestern auch noch mit dem ersten Abschnitt der neuen Grenzhecke begonnen. Dafür hatten wir schon vor einigen Monaten den Bereich mit Silofolie abgedeckt, damit das Gras und die Brennesseln darunter absterben. Heckenplatz mit Plane Heckenplatz ohne Plane
Wie man sieht, ist der Bewuchs auch ziemlich hinüber, nur ist er so ganz ohne Wasser nur vertrocknet und nicht wie erhofft kompostiert. Also mussten wir erstmal das Gras abharken. Auch der Boden ist durch die Behandlung eher unbelebt und vor allem steinhart geworden. Nur mit Grabgabel und Spitzhacke! ließen sich notdürftige Pflanzlöcher aus dem Boden kratzen. Erdloch harter Boden
Zusätzlich behindert wurden die Grabungen noch durch die Wurzeln der großen Tanne daneben und durch einen Haufen eingewachsene und -gewurzelte Kunststoffbänder. Strohballenbänder ausgegraben
Mit je einer knappen Karre Kompost aufgefüllt haben die drei Zwetschgen und die zwei versetzt davor gepflanzten Jostasträucher hoffentlich nun die Chance eine Hecke zu werden. Gegen das Überwuchern haben sie alle noch eine Mulchscheibe aus direktrecycelten Pappkartons bekommen, die das heutige Wetter hoffentlich nicht weggeweht hat. In den kommenden Tagen muss dan unbedingt noch ein Zaun drumherum, sonst verbeißen die Rehe die Pflanzung spätestens beim ersten Schnee. Hecke mit Mulchscheiben Hecke mit Mulchscheiben und Erde
Falls ihr euch jetzt über die unterschiedliche Größe und Qualität der Bilder wundert, ich wollte das mal ausprobieren. Das obere Bild ist ca. 300 kb, das untere bloß ca. 45 kb groß. Habt ihr Schwierigkeiten mit der Anzeige solcher Bilderartikel oder geht das? Ich finde die Bildqualität bei der kleineren Variante offen gestanden nicht so prickelnd, aber die Artikel würden natürlich wesentlich schneller laden.

Bericht über die Anlage des zweiten Abschnitts

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Die Entdeckung am Apfelbaum

Eigentlich sollte der abgeknickte Ast vom Holsteiner Cox ja auch ab, aber dann habe ich die Pilze entdeckt. Unbekannter Pilz 1
Unbekannter Pilz 6 Unbekannter Pilz 2
Irgendwie erinnerten sie mich an die Abbildungen von Austernseitlingen, die ich im Zusammenhang mit meinem Überlegungen zur Pilzzucht gesehen habe. Leider bin ich noch nicht sicher, was es für ein Pilz ist. Der Austernseitling wäre essbar. Ich habe noch eine Anfrage im Pilzforum gemacht, bisher scheint sich mein Eindruck zu bestätigen.
Wenn noch jemand eine Idee hat, freue ich mich über Hinweise, auch wie ich einen Austernseitling zweifelsfrei identifizieren kann und womit man ihn im schlimmsten Fall verwechseln könnte. Ich werde morgen mal einen abmachen und genauer unter die Lupe nehmen.

Update 4.1.2012: Mittlerweile bin ich mir sicher, dass es Austernseitlinge sind und habe sie auch schon geerntet.

Update 21.3.2012: Und jetzt auch zubereitet!

Das Aufräumen geht weiter

Gestern hatten wir ja mit dem Aufräumen heruntergebrochener Äste von zwei alten Apfelbäumen angefangen. Heute ging es nun bei herrlichem Wetter weiter.

Der Grüne Boskop musste nurnoch mit der Kettensäge zerlegt werden.
Grüner Boskop Windbruch zersägt
Auch den Holsteiner Cox haben wir weiter zerlegt, allerdings durfte der abgeknickte Ast vorerst dranbleiben, darüber mehr in einem anderen Artikel. Kleiner Tipp: es hat was mit Pilzen zu tun. Windbruch Apfelbaum
Der Gestrüpphaufen ist dadurch schon ganz schön gewachsen.
Gestrüpphaufen
Und vor dem gut gefüllten Holzschuppen sieht man, dass es auch eine ganze Menge frisches Feuerholz gibt. Links die Klötze zum Spalten, auf der anderen Seite die Äste zum Sägen. Apfelholz ist übrigens ein super
Feuerholz.
Holzschuppen mit Apfelwindbruchholz
Danach haben wir noch angefangen mit dem Pflanzen der neuen Hecke.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Aufräumen nach Weihnachten

Ich hoffe, dass alle Leser ähnlich schöne Weihnachtstage wie ich verleben durften. Nach drei Tagen Feiermarathon reicht es nun aber auch. Pünktlich zum Ende der Feiertage ist es so trocken, dass man nicht mehr nach ein paar Schritten einige Kilo Matsch an den Stiefeln hat und so war endlich Zeit mal wieder in den Garten zu gehen und die wenigen hellen Stunden des Tages zu nutzen.

Über die letzten Monate sind von zwei der ganz alten Apfelbäume große Äste heruntergebrochen. Der Grüne Boskop hat sogar nurnoch einen Ast. So sah er ziemlich am Anfang der Aufräumaktion aus:
Grüner Boskop halb entastet
... und so danach:
Grüner Boskop Windbruch entastet
Mit dem zweiten Baum bin ich noch nicht ganz fertig geworden. Die dicken Äste müssen dann mit der Kettensäge zerlegt werden. Apfelbaum Windbruch
Das dickere Holz kommt in den Kamin, das Gestrüpp kommt erstmal auf den Haufen, ehe es irgendwann im Frühjahr zu Holzkohle für meine Experimente verbrannt wird. Reisighaufen
Hinter dem Pfahl liegt leider ein toter Igel, der die Weihnachtstage nicht erleben durfte. Toter Igel
Da es zu Weihnachten einen neuen Fotoapparat gab, dürft ihr euch in Zukunft wieder auf mehr Fotos gefasst machen.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Meine erste Papaya

Heute war Schlachttag. Allerdings musste niemand sterben, sondern es ging lediglich der Papaya aus dem Adventskalender ans Leder. Es war sozusagen eine Notschlachtung, denn sie war nur teilweise gelb, wurde dafür aber schon recht runzelig. Inzwischen habe ich mich schlau gelesen und herausgefunden, dass grün gekaufte Papayas wohl meist nicht mehr nachreifen, man sollte also beim Kauf darauf achten, dass die Frucht zumindest teilweise schon gelb ist.

Direkt vorher gab es Avocado auf Brot und irgendwie hatte ich auch bei der Papaya mit einem großen Kern in der Mitte gerechnet. Daher überraschten mich die vielen Pfefferkorngroßen Samen schon etwas. Ich habe sie dann erstmal ausgelöffelt und separat gestellt. Das Fruchtfleisch war eher fad, aber die Frucht war eben auch noch nicht so ganz reif.

Wikipedia hatte als Tipp zum Fruchtfleisch Zitrone und Zucker parat, was auch schon eine deutliche Verbesserung war. Nach einigen Stücken haben wir den Rest der Papaya dann aber mit Saft von anderthalb Zitronen püriert und dann löffelweise mit Zucker bestreut gegessen. So wurde schließlich doch noch ein Genuss daraus.

Der Test mit einer Mischung aus eiskaltem Wodka und dem Püree war nicht der Hit, da der Geschmack durch die Kälte praktisch nicht mehr wahrnehmbar war.

Die Kerne habe ich auch probiert, sie schmecken leicht scharf, pfeffrig, der Vergleich mit Kapuzinerkresse ist recht passend. Allerdings passte das erstmal nicht so zur süßen Frucht, also habe ich die Kerne erstmal eingefroren. Im Internet habe ich auch schon ein einfaches Salatdressing aus Papayakernen, Salz, Pfeffer, Essig, Zucker, saurer Sahne und Öl gefunden, aber ich könnte mir auch gut eine Suppe vorstellen.

Samstag, 17. Dezember 2011

Braucht Terra Preta EM (effektive Mikroorganismen)?

Da habe ich bei der letzten Hör- bzw. Leseempfehlung zum Thema Terra Preta noch drüber gegrübelt, ob EM eigentlich einen positiven Effekt bei der Herstellung hat und nun bin ich auf eine Studie gestoßen, die genau dieser Frage nachgeht.

Darin wird mit unterschiedlichen Holzkohleanteilen gearbeitet und es werden die Verfahren Kompostierung mit Holzkohle und Fermentierung mit EM und anschließende Kompostierung verglichen. Entgegen der Vermutung vieler EM-Befürworter, war der Stickstoffverlust bei der EM-Fermentierung nicht geringer. Am Ende waren die Nährstoffverluste bei beiden Varianten gleich hoch und traten bei der Fermentierung einfach etwas später, nämlich bei der Anschlussvererdung auf. Es wurde dabei auch nicht weniger Klimaschädliches CO2 und Methan freigesetzt. Die als EM zugesetzten (teilweise anaeroben) Mikroorganismen waren nach der Vererdung nicht mehr nachzuweisen. Allerdings gab es Unterschiede in der Zusammensetzung der Mikroorganismen, die noch nicht detaillierter untersucht wurden. Die EM-Substrate hatten einen höheren Anteil Pilzkulturen.

Ein anschließender nichtrepräsentativer Anbauversuch ergab hinsichtlich der EM kein klares Bild in die eine oder andere Richtung. Ein Holzkohleanteil von 10 % wirkte sich hingegen bei einigen Kulturen positiv aus.

Die "offizielle" Zusammenfassung und die Ausführliche Studie zum Nachlesen findet ihr hier!

Weitere Artikel und Leseempfehlungen zum Thema Terra Preta auf Chaosgarten findet ihr hier!

UPDATE 01.06.2013: die nicht mehr funktionierenden Links ersetzt.

Freitag, 16. Dezember 2011

Lesetipp für den gemütlichen Kaminabend: Eva Marbachs Weltuntergangsromane

Dank Eurokrise ist Weltuntergangsstimmung ja grad wieder in. Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Euro und damit wohl auch die Wirtschaft in den nächsten Jahren zusammenbricht, muss es ja nicht gleich das Szenario aus einem Katastrophenfilm sein. Dennoch kann es ja auch nicht schaden, vorbereitet zu sein und so ist die Zahl derer, die sich wieder angemessen mit Lebensmitteln und Bedarfsartikeln bevorraten am Steigen. Ein Lebensmittelvorrat für 2 Wochen wird auch von offizieller Seite empfohlen, schließlich können auch Naturkatastrophen kleineren Umfangs die Versorgung schonmal für ein paar Tage lahmlegen. Bis vor einigen Jahren war ein gewisser Vorrat auch noch ganz normal, dann wurde er, wegen der ständigen Verfügbarkeit und den längeren Öffnungszeiten auch am Samstag, unmodern. Jedweder nicht unmittelbar lebensbedrohlichen Krise beruhigt entgegensehen kann also der, der genügend Vorräte hat und sich im Ernstfall aus dem eigenen Garten selbst versorgen kann.

Diesen Gedanken greift die Autorin Eva Marbach in ihren Romanen für unterschiedliche Szenarien auf und schildert den Kampf "normaler" Menschen in einer Welt, in der sich alles ändert und die heutige Lebensweise nicht mehr länger möglich ist. Netterweise kann man die Romane kostenlos auf der Internetseite der Autorin lesen, teilweise auch als PDF herunterladen. Natürlich kann man sich auch ein Buch aus Papier bestellen.

Ich habe sämtliche Romane auf der Seite gelesen und muss sagen, dass die Szenarien teilweise nicht sonderlich plausibel sind, sich als Science Fiction aber flüssig lesen, und bei etwas simpler Erzähltechnik doch einen angenehmen Spannungsbogen haben. Die Überlegungen, wie Menschen reagieren und wie man gezwungen wird, sich weitgehend selbst zu versorgen, finde ich aber wieder sehr gelungen.

Im Folgenden will ich jeweils kurz etwas zum Inhalt der einzelnen Romane schreiben.

1. EMP: Ein Terroranschlag zerstört mittels eines EMP praktisch alle elektronischen Geräte. Praktisch alles bricht zusammen, Vorräte werden schnell knapp und Gewalt und Plünderungen brechen aus. Eine über ganz Deutschland verstreute Familie muss sich in dieser Welt durchschlagen, wobei sie vergleichsweise gut vorbereitet sind, denn die Eltern haben ausgerechnet für ein solches Szenarion "natürlich" schon lange vorausgeplant.
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2. Die Virenjägerin: Eine weltweite Pandemie entvölkert die Erde. Dieser Roman hat mit Selbstversorgung nichts zu tun. Eine kleine Gruppe Wissenschaftler sucht nach einem Heilmittel, dass sich Glücklicherweise im Laborstaub finden lässt. Eine unbekannte Gruppierung (meinem Eindruck nach die Russenmafia) unterstützt sie mit den nötigen Ressourcen. Die Story ist im Einzelnen zwar nicht sonderlich plausibel, das Szenario einer Pandemie ist aber eine reale Bedrohung angesichts resistenter Virenstämme etc. Die Panik um Schweine-, Geflügel- und sonstige Grippe kommt schließlich nicht von ungefähr.
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3. Vollautomatisch: Selbstversorgung ist hier eher das Ziel als der Inhalt des Romans. Dies ist ein klassischer Science Fiction. Der technische Fortschritt macht die Menschen weitgehend überflüssig und schließlich sind praktisch alle Menschen in Arbeitlosensiedlungen eingebunkert. Die Protagonistin rutscht in dieses System ab und bricht schließlich wieder aus, um das einfache Landleben, dass sie aus einem Computerspiel kennt auf dem weitgehend verlassenen Land zu finden. Bei ihrer Odysse durch eine technisierte Agrarwüste trifft sie auf unterschiedliche Aussteigergruppen, die quasi eine Karikatur bestehender Strömungen sind.
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4. Jenseits des Ölgipfels: Ein Peak-Oil-Roman. Peak-Oil ist ein Szenario, bei dem die Ölreserven zur Neige gehen und die gesamte davon abhängige, also die gesamte, Wirtschaft zusammenbricht. Peak-Oil ist eine Theorie, nach der es nach einem erreichten Fördermaximum nurnoch steil bergab geht, bis praktisch kein Öl mehr gefördert werden kann. Im Roman hat dieser Effekt realistischerweise eine gewisse Zeit gedauert und die Wirtschaft erst langsam zerstört, bis schließlich die öffentliche Versorgung und Ordnung zusammenbricht. Der Roman gibt insofern aber auch Hoffnung, als er Selbstversorgung und regionalen Zusammenhalt als Lösung vorschlägt. Von allen Büchern von Eva Marbach finde ich dieses und das nächste am spannendsten.
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5. Oilpeak Reloaded: Spielt im selben Szenario und die Protagonisten des ersten Buches tauchen auch am Rande wieder auf. In beiden Büchern neigt Eva Marbach zur Überschätzung des Potentials regenerativer Energien. Im ersten Teil sind das vor allem Biogas- bzw.-diesel und Solarenergie, in Oilpeak Reloaded die Scheffler-Spiegel, die in Deutschland allenfalls im Sommer angemessen funktionieren, aber wohl kaum größere Energieprobleme lösen könnten. Dennoch ist auch dieses Buch sehr gelungen, wenn man es als Roman und nicht als Anleitung liest.
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Insgesamt sind die Romane von Eva Marbach leichte Lektüre mit einigen interessanten Denkansätzen und es macht bei den beiden Oil-Peak-Romanen einfach Spaß sie zu lesen. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass ich keinerlei Vorteil aus dieser Empfehlung ziehe und mit der Autorin nicht bekannt bin. Wenn man auf ihrer Internetseite weiterstöbert, erfährt man, dass sie auch Bücher über teilweise offenbar alternative medizinische Methoden schreibt, über deren Seriösität ich mir ausdrücklich kein weiteres Urteil erlauben möchte.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Terra Preta kommentierte Leseempfehlung: "Wundererde" im Test (Zeit Online)

Das Thema Terra Preta war nun der Zeit auch mal einen Artikel wert. Zwar steht aus meiner Sich nicht viel Neues in dem Artikel, er stellt aber recht ausführlich, verständlich und neutral Terra Preta als das dar, was es momentan noch ist - ein vielversprechendes Forschungsgebiet.

Zwar ist die Grundidee mit der Holzkohle gut und nicht neu, andere Faktoren sind aber noch umstritten und werden häufig von denen besonders propagiert, die eigene finanzielle Interesen an der Vermarktung ihrer Produkte haben. Auch ist fraglich, ob Terra Preta bei jeder Klimalage und jedem Boden positive Effekte im gewünschten Ausmaß hat und ob die Anwendung gerade großflächig wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist.

Gerade für Einsteiger in die Thematik gibt der Artikel einen guten Überblick, auch wenn die Hypothese des Zusammenhangs von "Effektiven Mikroorganismen" mit der Wirksamkeit von Terra Preta aus meiner Sicht etwas kritischer hätte betrachtet werden können.

Hier nun der Link, viel Spaß damit !
Zeit Online vom 1.12.2012, "Wundererde" im Test


Weitere Blogartikel zum Thema


Danke für die Leseempfehlung auf dem Blog Neukölln Goes Country, die mich erst auf den Artikel aufmerksam gemacht hat.


UPDATE 9.12.2012: Im Deutschlandradion lief auch ein aktueller Beitrag über einen bisher recht erfolgreichen Freilandversuch mit Terra Preta. Kompost mit Holzkohle im Verhältnis 2:1 wurde dabei in sandigen Boden in Brandenburg eingearbeitet. Leider wird nichts genaueres über die Menge pro Hektar etc. gesagt. Interessant ist, dass dieser wissenschaftliche Versuch ohne EM etc. auskommt. Die Wasserspeicherfähigkeit soll sich durch die Maßnahme verdoppelt haben und der Ertrag um bis zu 40 % gestiegen sein. Prof. Dr. Bruno Glaser von der Universität Halle begleitet das Projekt wissenschaftlich. Leider konnte ich den Beitrag keinem Projekt auf der Seite zuordnen, aber da es noch läuft, wird es sicher irgendwann eine Publikation geben, auf die man gespannt sein darf.

Freitag, 2. Dezember 2011

Die Mär vom schlechten Brennholz

Es soll Leute geben, die aus unterschiedlichen Gründen nur gerade Buchen- oder Eichenscheite kaufen und verheizen, obwohl sie anderes Holz billiger oder umsonst haben können. Der Grund sind häufig Bedenken hinsichtlich der Gefahren beim Heizen mit anderem Holz. In einem geschlossenen Ofen kann man bedenkenlos alle unbehandelten, ausreichend trockenen Hölzer verfeuern. Auf behandelte oder gar lackierte Hölzer, also praktisch alle Balken, Bretter, Leisten etc., die mal übrig geblieben sind, sollte man der Umwelt und der Gesundheit zuliebe verzichten. Beim Verbrennen können giftige Dämpfe entstehen, giftige Verbindungen können sich auch im eigenen Garten niederschlagen und in der Asche ist meist ein deutlich erhöhter Anteil Schwermetalle zu finden.

Es kann aber Situationen geben, in denen man auch bestimmte Naturhölzer favorisieren oder meiden sollte. Hölzer haben eine unterschiedliche Dichte, sind also im trockenen Zustand unterschiedlich schwer. Der Heizwert richtet sich nach der Trockenmasse, also nach dem Gewicht und nicht nach dem Volumen. Ein ganzer Schuppen voll Weiden- oder Pappelholz bringt daher viel weniger Heizwirkung und verbraucht sich entsprechend schneller als eine Schuppen voll Eiche, Buche oder Obstholz. Wenn der Platz für die Lagerung knapp ist oder man nicht so oft Holz holen und nachlegen möchte, sollte man auf leichtere und sehr dünne Hölzer eher verzichten. Insbesondere Weide, Pappel, aber auch Kiefer und Fichte sind daher eher nicht zu empfehlen. Das schwerste übliche Feuerholz ist Eiche, die außerdem sehr langsam brennt.

Wenn man einen offenen Kamin ohne Funkenschutzgitter verwenden möchte und nur ein kleiner Bereich um den Kamin gefliest ist, sollte man harzreiche Hölzer und solche mit vielen Astlöchern besser nicht verbrennen. Die Luft- und Harzeinschlüsse können beim Verbrennen verpuffen und dabei fliegen kleinere Glutstücke manchmal 1-2 Meter aus dem Kamin. Die meisten Nadelhölzer sind für offene Kamine daher nur bedingt zu empfehlen, sofern man kein Schutzgitter verwendet. Ansonsten gibt Nadelholz aber eine gemütliche Geräuschkulisse, da es stärker knackt und knistert als anderes Holz.

Letztes Auswahlkriterium ist die Angst vor Schornsteinbränden. Dabei entzündet sich Ruß im Schornstein. Besonders viel Ruß entsteht, wenn der Kamin schlecht zieht, also zu wenig Sauerstoff bekommt und wenn feuchtes Holz verheizt wird. Besonders Holz, das hohe Flammen schlägt, also vor allem harzreiche Nadelhölzer sollen dabei ein Entzünden im Schornstein erleichtern. Wegen des in Deutschland vorgeschriebenen Wartungs- und Reinigungsintervalls (mindestens einmal im Jahr durch Schornsteinfeger), sind Schornsteinbrände aber sehr selten geworden. Wer dennoch Bedenken hat, kann ja seinen Schornsteinfeger bei dessen nächstem Besuch einmal befragen, wie er die Sache sieht und ob überhaupt viel Ruß im Schornstein war. Je desser ein Kamin zieht und der Schornstein isoliert ist, desto weniger Ruß bleibt im Schornstein kleben. Moderne Schornsteine sind daher wegen der dank besserer Isolierung im Schornstein größeren Hitze weniger gefährdet, da der Ruß sich kaum niederschlägt.

Wir heizen im Winter praktisch den ganzen Tag das Untergeschoss nur mit einem Holzofen mit Sichtscheibe. Dabei verbrennen wir alles Holz, was wir kriegen können und was im Garten anfällt. Die Zusammensetzung ist insofern jedes Jahr eine andere, aber es ist immer viel Obstholz aus dem Garten dabei, sowie meist eine größere Menge Nadelholz. Auch gegen Ziergehölze wie Flieder spricht nichts, auch wenn das natürlich nicht die Mengen sind. Der große Vorteil, wenn man nicht wählerisch ist, ist dass man übers Jahr meist kostenlos an Feuerholz kommt, wenn in der Nachbarschaft ein Baum gefällt wird.

Wer den Kamin natürlich rein als Luxusobjekt zu Ansehen betreibt und keine Arbeit investieren möchte, bleibt selbstverständlich gut beraten, sich Buchenscheite in handlichen Säcken liefern zu lassen oder im Baumarkt zu kaufen.

Wenn man wirklich nur Naturhölzer verbrennt, kann man die Holzasche auch als Dünger im Garten verwenden. Zwar gibt es vereinzelt Bedenken wegen einer möglichen Schwermetallbelastung, diese scheint aber in aller Regel auf behandelte Hölzer zurückzugehen. Außerdem enthalten auch gekaufte mineralische Dünger Schwermetalle und teilweise sogar Uran. Die meisten Bauerngärten wurden über Jahrzehnte, manchmal auch länger, mit Holzasche gedüngt, ohne dass es zu einer großflächigen Kontamination gekommen zu sein scheint. Natürlich sollte man es mit der Menge nicht übertreiben, um nicht zu überdüngen.

Dienstag, 8. November 2011

Preiswert essen mit Patisson

Anja war so freundlich, auf ihr Rezept für Patisson-Kürbis hinzuweisen. Ich habe Anjas Rezept nun ausprobiert und etwas abgewandelt, da ich nicht alle Zutaten hatte.

ca. 500 g geschälter, gewürfelter Pattinson (aus dem Garten)
ca. 500 g Fleischtomaten (vom Discounter, ca. 0,70 €)
ca. 500 g gekochte Nudeln (Spirellis und andere Restnudeln; vom Discounter, ca. 0,30 €)
1 Knoblauchzehe, erst gepresst, dann die Rückstände gehackt (vom Discounter, ca. 0,05 €)
1 kleine Zwiebel (vom Discounter, ca. 0,10 €)
100 g Camembert (wer hat schon Ziegenkäse im Haus?) (ca. 0,40 € aus der Grabbelkiste im Supermarkt, anderer Käse, evtl. Feta wäre eher noch billiger)
100 g Speck gewürfelt (angebraten) (vom Discounter, ca. 0,50 €)
1 mittelscharfe Chili (Cherry Bomb, eigene Ernte)
1 Hand voll Walnusskerne (gehackt) (eigene Ernte)
Pfeffer, Salz, Petersilie

Wie schon bei Anja angegeben Nudeln kochen. Vor dem Anbraten des Patisson habe ich erst den Speck angebraten und dann Zwiebeln, Chili und Knoblauch dazugetan. Dann den Kürbis für drei Minuten dazu, anschließend die Tomaten kleingeschnitten dazu, nochmal ca. drei Minuten bei geschlossenem Pfannendeckel. In der Pfanne alles mit Pfeffer und Salz gewürzt, anschließend den Pfanneninhalt zum Mischen zu den abgegossenen Nudeln in den Topf. Walnüsse und gewürfelten Käse unterrühren, einige Teelöffel Petersilie dazu und dann nochmal mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Das Rezept ist -  in welcher Variante auch immer - mit viel Schnippeln verbunden und gut zur Resteverwertung geeignet. Wenn man ein paar der Zutaten nicht kaufen muss, ist es auch ein denkbar günstiges Essen. Die angegebene Menge reicht für 4 Personen.

Wie ihr seht, habe ich oben mal die ungefähren Kosten dazugeschrieben. Das ganze Gericht für 4 Personen hat mich demnach etwa 2 € gekostet. Wenn man die restlichen Zutaten kaufen würde, kämen vielleicht maximal 1-2 € dazu. Das Gericht ist also nicht nur schmackhaft sondern auch absolut preiswert.

Samen des weißen Patisson-Kürbis (Amazon-Affiliate-Link)

Montag, 7. November 2011

Der Tellerkürbis hat seinen Namen gefunden: Patisson!

Seit zwei oder drei Jahren haben wir neben Zucchini und Hokkaidokürbissen auch Tellerkürbisse im Garten. Sie sind weiß und haben den Namen wegen ihrer entfernten Ähnlichkeit mit fliegenden Untertassen erhalten. Das Fruchtfleisch ist geschmacklich nicht besonders intensiv und für Suppe nicht sonderlich geeignet. Dafür schmeckt es aber super mit Speck und Zweibeln gebraten, am Besten noch mit ein paar Pilzen. Die Schale ist manchmal so weich, dass wir den Tellerkürbis nicht schälen, sondern nur waschen, manchmal aber auch so hart, dass selbst Quitten dagegen verweichlicht wirken. Ähnlich wie bei Zucchini kommt es (zumindest wenn man vier Pflanzen hat) zu einer Schwemme, derer man nur durch großzügiges Verschenken Herr werden kann. Wie Zucchini wächst der Tellerkürbis buschig und bildet keine kriechenden Ranken.

Dank dieses Artikels auf Meine kunterbunte Topfgartenwelt, wissen wir nun, dass unser Tellerkürbis ein Patisson ist und werden vielleicht nicht mehr so fragend angesehen. Für den normalen Sprachgebrauch wird es aber wohl beim Tellerkürbis bleiben.


Update 8.11.2011: Anja hat einen Rezeptvorschlag dazukommentiert, den ich euch nicht vorenthalten will, auch wenn ich ihn noch nicht ausprobiert habe. Mit den Kräutern werde ich wohl variieren müssen. Einen Patisson habe ich noch da (ich hoffe er ist noch gut). http://der-kleine-horrorgarten.blogspot.com/2011/09/katholisch-vegetarisch-bischofsmutze.html

Samen des weißen Patisson-Kürbis (Amazon-Affiliate-Link)

Sonntag, 6. November 2011

Pflanzentausch über Foren ist toll!

Es ist einfach toll, wenn der Postbote klingelt oder man einen Brief aus dem Briefkasten fischen kann, in dem sich frisch ertauschte Samen oder Pflanzen befinden. Möglich machen das die Tauschbereiche der Gartenforen. Ich bin im Hausgarten-Forum und im Tauschgartenforum (aber ohne Tauschwährung) unterwegs und habe bislang nur gute Erfahrungen gemacht.

Entweder man gibt selber eine Suchanfrage auf, oder man bietet einem Suchenden etwas Passendes an und einigt sich auf einen Tausch. Häufig findet man zwar nichts zu tauschen, aber man kommt dann über Portoerstattung meist dennoch ins Geschäft. Pflanzentausch ist eine tolle Möglichkeit, vergleichsweise preiswert an Pflanzen zu kommen, die es teilweise nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt. Leider wird diese Möglichkeit immer mal wieder von einzelnen schwarzen Schafen ausgenutzt, die nur abgreifen, aber die (vereinbarte) Gegeneistung dann nicht erbringen. Bislang bin ich persönlich zum Glück davon verschont geblieben und insgesamt ist es immer ein Gewinn für beide Seiten. Selbst wenn man manchmal (wenn auch meistens gegen Portoerstattung) etwas verschenkt, kommt es in der Summe doch wieder hin und alle Beteiligten haben außerdem ihren Spaß an der Sache.

In den letzten Wochen habe ich zum Beispiel ein kleines Päckchen mit Zuckerrübensaat in der Post gefunden und als kleine Überraschung lagen auch noch ein paar Tagetessamen bei. Auch dieser übliche "Überraschungsbonus" macht das Tauschen so spannend. Dann habe ich noch einen Umschlag voll Baumhaselnüsse gegen eine Baumspinatpflanze und Pfefferstrauchsamen getauscht und kann im nächsten Jahr so einige neue Sachen ausprobieren. Beim Lesen von Tauschbörsenanzeigen (und natürlich von Gartenblogs) stellt man meist erst fest, welche Pflanze, von der man noch nie etwas gehört hat, einem schon immer im Garten gefehlt hat...

Jetzt im Herbst/Winter kann man natürlich nur Saat und winterharte Pflanzen tauschen, die nächste Gartensaison will aber ja auch geplant und vorbereitet sein. In diesem Sinne frohes Tauschen! Vielen Dank allen bisherigen Tauschpartnern!

Samstag, 5. November 2011

Quitten als Rohkost!

Aus einer kreativen Bionade-Werbung wissen wir ja alle, dass die Quitte kaum einer kennt. Sie fristet ein Schattendasein im deutschen Obstbewusstsein und die Sortenauswahl in den örtlichen Baumschulen beschränkt sich meist auf Konstantinopler Apfel- und Portugieser Birnenquitte. Eine Portugieser haben wir im Garten. Sie tragen reichlich, sind steinhart und eignen sich sehr gut für Gelee und Saft.

Vereinzelt habe ich aber schon gelesen, dass Quitten in südlicheren Ländern teilweise auch als Rohkost genossen werden, wobei es sich dann aber um andere Sorten handelt. Als ich mich neulich aus der Wohnung ausgeschlossen habe, habe daher die Gelegenheit genutzt, um ein wenig durch die Eppendorfer Landstraße zu bummeln. In der Auslage des türkischen Obst- und Gemüseladens leuchtete mich dabei eine Kiste herrlich gelber, flaumloser Quitten an.

Auf meine Frage, ob diese Quitten denn auch roh schmecken würden, meinte der Verkäufer, sie würden die Quitten auch so essen, die Deutschen würden sie aber nur für Konfitüre kaufen. Die Quitten kämen aus der Türkei und würden dort verbreitet auch roh gegessen.

Dergestalt ermutigt, habe ich eine Quitte zum Testen gekauft (für den Preis hätte ich ein ganzes Netz Apfelsinen bei Aldi bekommen) und probiert. Sie ließ sich mit einem normalen Küchenmesser ohne brutalere Gewaltanwendung durchschneiden, was schonmal ein gewaltiger Pluspunkt ist. Die Schale schmeckt nicht besonders, daher habe ich sie - wie vom Verkäufer empfohlen - geschält. Das Fruchtfleisch ist knackig, aber saftig und hat etwas Ähnlichkeit mit mehligem Apfel, ist aber fester und schmeckt nicht fad. Der Geschmack ist echt quittig, also nicht mit Äpfeln vergleichbar, aber nicht bitter bzw. sauer wie bei unseren Quitten, die abgesehen von der Härte auch deswegen roh nicht schmecken. Die Kerne habe ich natürlich aufgehoben, auch wenn mit natürlich klar ist, dass sich Quitten nicht kernecht vermehren.

Nun stelle ich mir dir Frage, ob es Sorten gibt, die auch hier oben im Norden Deutschlands (wahrlich kein Weinbauklima und ganz sicher nicht so warm und sonnig wie in der Türkei) gedeihen und entsprechend genießbare Früchte tragen. Vielleicht hat ja jemand Erfahrungen gemacht oder kennt sogar eine gute (und eventuell sogar günstige) Bezugsquelle.

Fazit: Eine Bereicherung des Speisezettels, mir persönlich für den regelmäßigen Verzehr zu teuer und zudem nicht im Supermarkt und erst Recht nicht beim Discounter erhältlich. Ein Baum, der entsprechende Früchte trägt wäre toll. Bionade-Quitte schmeckt übrigens nicht wirklich nach Quitte...

Montag, 24. Oktober 2011

Die Läuse sind tot - hurra! (von der erfolgreichen Entlausung einer Zimmerchili)

Unsere Fensterbankchili, eine Fireflame F1 hat den ganzen Sommer unter Läusen gelitten. Die müssen vom Baum vor der Tür durchs offene Fenster eingeflogen sein und haben sich dann festgesetzt. Monatelang habe ich sie mit den Fingern zerdrückt oder mit Wattestäbchen abgestreift und die Population damit zumindest in Schach halten können. Besonders lieben sie die Blüten, von denen wohl deswegen viele abgefallen sind. Dann hatte ich ein paar Wochen lang nicht mehr die Motivation jeden zweiten Tag zu entlausen und die Population stieg Sprunghaft an. Jedes Blatt saß mit den grünen Läusen voll, teilweise sogar auf der Oberseite. Die klebrigen Ausscheidungen sammelten sich auf der Fensterbank und dem Fußboden. Das Abstreifen brachte keine rechte Besserung mehr und meine Freundin drohte mir an, die Pflanze hinauszuwerfen, wenn ich keinen durchschlagenden Erfolg erzielen würde.

Meine bisherigen Freilandversuche der Lausbekämpfung waren nicht übermäßig erfolgreich, also habe ich es diesmal mit einem härteren Gebräu versucht. Wir haben in der Wohnung leider nur einen kleinen Zerstäuber, in dem auch noch alte Sonnenmilch war, die sich auch nicht ohne Weiteres ausspülen ließ. Dazu kam in einem Weinglas angesetzt ein ordentlicher Schuss Spüli, ein Schnapsglas 40 %iger Alkohol und Wasser. Zur zweiten Füllung kam noch ein Schuss Speiseöl, um die Sonnenmilch zu ersetzen, in irgendeinem Rezept habe ich das auch mal so gelesen.

Die verlauste Pflanze habe ich also in die Dusche verfrachtet und die Erde sorgfältig mit Frischhaltefolie abgedeckt, damit nicht zuviel von dem Spüli in den Boden kommt. Die schlimmste Arbeit war das gründliche Einsprüchen jedes einzelnen Blattes von unten und oben. Praktisch überall saßen Läuse, nach großzügiger Anwendung des Gebräus starben aber viele, wenn auch die Größeren nicht sofort ihre Lebenstätigkeiten einstellten.

Nach ca. einer Stunde krabbelten immer noch etliche Läuse, wenn auch die meisten tot zu sein schienen. Um Lauskadaver, meine Spezialmischung und vielleicht auch die letzten überlebenden Läuse von der Pflanze zu beseitigen, habe ich zuletzt einen kalten Waschgang mit der Duschbrause durchgeführt, der Wunder gewirkt hat. Die Pflanze sah absolut lausfrei aus und konnte nach dem Trocknen wieder auf die Fensterbank.

Fraglich war nur, ob die nächste Generation nicht einfach aus den verbliebenen Eiern schlüpfen würde. Die nicht abgespülten Läuse vertrockneten jedenfalls in den nächsten Tagen und klebten als vereinzelte braune Krümel an den Blättern. Nach einigen Tagen zeigte sich außerdem, dass einige Eier die Behandlung überstanden haben müssen. Allerdings wirklich nur vereinzelt und die Läuse waren noch winzig und nur an ganz wenigen Blättern zu finden. Nach zweimaligem Zerdrücken der Restläuse ist nun seit mehreren Wochen Ruhe.

Sollte eine der Pflanzen auf der Festerbank wieder Läuse bekommen, werde ich sie gleich so behandeln.

Inzwischen haben wir auch die ersten Chilis von der Fireflame geerntet. Sie sind eher mild, wenn auch nicht zum pur Naschen geeignet, vielleicht so 4-5 nach meinem Empfinden.

Mein erfolgloser Freilandversuch der ökologischen Lausbelämpfung

Freitag, 30. September 2011

Was ist das für eine Frucht? Gefräßige Schlange? Lösung: Magnolie

Nach geraumer Zeit der Internetrecherche und kein Stück schlauer als zuvor, wende ich mich nun hilfesuchend an euch. Wer kennt diesen Baum mit den markanten Früchten? Sie sind an einem teilweise schuppigen, fleischigen Stiel wie große Schuppen. In den großen Schuppenfrüchten ist eine rote glatte Frucht mit weißem Milchsaft, in der sich ein bräunlicher, unregelmäßig geformter Kern befindet. Die Früchte sind ausgesprochen dekorativ und ich wüsste zu gerne, worum es sich handelt. Ich habe sie im Garten eines Freundes entdeckt, der leider auch nicht wusste, worum es sich handelt. Ich freue mich auf eure Recherchetipps oder sogar die Auflösung dieses Rätsels.

UPDATE 1.10.2011: Wie in dem zweiten Kommentar richtig festgestellt und im Laufe des Tages auch aus anderer Quelle erfahren, handelt es sich um eine Magnolie. Die genaue Sorte ließ sich leider noch nicht feststellen, dahingehend bleibt es also spannend. Leider kann man Magnolienfrüchte nicht essen. Sie gelten als leicht giftig. Als Deko in herbstlichen Obstschalen oder Kränzen machen sie sich aber bestimmt gut.
'Unbekannte

Sonntag, 18. September 2011

Wie ich zum Imkern kam

Ich halte jetzt schon seit drei Jahren Bienen. Im nachfolgenden Text werde ich erläutern, was mich zum Imkern gebracht hat. Nachmachen erlaubt!

Auf einer Veranstaltung, die ich besuchte, gab es einen Stand, an dem ein Imker seine Produkte verkaufte und über die Bienen und das Imkern informierte. Da ich mich schon zuvor für das Thema interessiert hatte, fragte ich den Imker, ob er mich nicht mal zu den Bienen mitnehmen könne. Und so geschah es. Mein erster Einblick in die Imkerei beeindruckte mich zutiefst, und meine Erwartung, gestochen zu werden, wurde nicht erfüllt. Ich erhielt jetzt Antworten auf meine vielen Fragen und war erstaunt, was für raffinierte Lösungen sich Imker und Bienen ausgedacht hatten um die verschiedensten Probleme zu bewältigen. Von da an stand für mich fest, dass ich auch Imker werden würde. Trotzdem hatte ich anfangs doch einige Vorurteile, z.B. dass nur Erwachsene Imker werden können, oder dass Imker nie in den Urlaub fliegen könnten, die meinem Plan im Weg standen. Durch Internetrecherche, einem Abonnement einer Bienenzeitschrift, dem Lesen von Fachliteratur und durch Informationen seitens des Imkers konnten diese aber beseitigt werden. Man kann zwar auch nur nach Anleitung arbeiten oder Autodidakt sein, dann fällt der Anfang jedoch mit Sicherheit wesentlich schwerer, Misserfolge häufiger. Glücklicherweise war der Imker bereit, mich ein wenig einzuführen. Von da an begleitete ich den Imker des Öfteren zu seinen Bienen. Zu diesem Zeitpunkt war ich 14 Jahre alt.

Ich lernte wie man Ableger macht, Schwärmen vorbeugt, wie man sich am Bienenstand verhält, dass Rähmchen kratzen anstrengend ist, aber auch gemacht werden muss, wie der Honig aus den Waben geschleudert wird, und vieles mehr. Ausrüstung hatte ich mir schon besorgt, ich hatte mir sogar schon eine Honigschleuder gekauft, was für allgemeine Belustigung sorgte, jetzt fehlte nur noch ein eigenes Volk. Im Juni war es dann so weit. Ich erzählte meiner Familie und meinen Freunden voller Stolz, dass ich jetzt ein richtiger Imker wäre. Natürlich hatte ich noch viel zu lernen, wie ich heute weiß, aber immerhin.

Rückblickend bereue ich es kein bisschen, mit dem Imkern angefangen zu haben. Es ist zwar von Zeit zu Zeit anstrengend(speziell im Frühjahr zur Schwarmzeit) und am Anfang auch ziemlich teuer, aber dafür kommt man in den Genuss eines Hobbys, das nie langweilig wird und immer wieder aufs Neue fasziniert. Von solchen Sachen wie eigenem Honig, Wachs und Propolis ganz zu schweigen.

Donnerstag, 15. September 2011

Ganz viel toter und sterbender Efeu

Ich gebe zu, ich mag Efeu im Garten nicht besonders und rupfe ihn an den meisten Stellen aus. efeuberankte Hausfassaden haben aber irgendwie doch ihren ganz eigenen Charm. Was macht man aber, wenn man Arbeiten an der Fassade durchführen möchte, oder einem der Efeu über den Kopf bzw. dauernd vor und in die Fenster wächst und man der Arbeit nicht mehr gewachsen ist?

Ich weiß zwar nicht, welche Gründe der Kahlschlag an einer Fassade im Hamburg St. Pauli hatte, interessant und auch ein klein wenig traurig ist es aber schon, so viel toten und sterbenden Efeu zu sehen. Zwei große Hauswände waren damit voll.
Fassade mit totem Efeu
halb abgestorbener Efeu an Fassade

Die eine Wand ist schon komplett braun, die andere noch nicht ganz. Das wird sich aber bald ändern, denn der Efeu ist unten gekappt, so dass die Pflanze nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt wird.
unten gekappter Efeu

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es so einfacher wird, den Efeu von den Wänden abzureißen, da er in trockenem Zustand leichter bricht und man ihn sonst teilweise einfach mit Kraft abziehen kann, wobei man an festen Stellen einen Spachtel zum Ablösen verwenden kann.

Falls also jemand den Grund für ein derartiges Vorgehen bzw. die Vorteile gegenüber einer Beseitigung im grünen Zustand kennt, bin ich wie immer gespannt auf einen Kommentar.

Samstag, 10. September 2011

Guerilla Gardening in Hamburg St. Pauli

Man hört ja immer wieder von Guerilla oder Urban Gardening, dem zum Teil eigenmächtigen Bepflanzen öffentlichen Grüns. Heute habe ich so etwas das erste Mal live gesehen. Während unseres Wochenendspazierganges durch St. Pauli und an der Elbe entlang, haben wir diesen Miniaturgarten entdeckt. Er befindet sich für alle Schaulustigen an der Ecke Heidritterstr./Pinnasberg.
Guerilla Beet fern
Guerilla Beet nah

Blumenkübel

Der Platz um einen Straßenbaum ist mit Kapuzinerkresse, Sonneblumen und einigen Kartoffeln bepflanzt. Sieht schön aus! Am dazugehörigen Haus stand dann auch der passend bepflanzte Blumenkübel. Vermutlich also das Werk eines Hausbewohners. Ich gratuliere zum Garten! Ich habe mich jedenfalls darüber gefreut.

Wenn ihr selber Guerilla Gardening betreibt oder irgendwo gesehen habt, berichtet gerne davon und schreibt einen Kommentar, wenn ihr Bilder zeigen möchtet auch gerne eine Email.

Donnerstag, 8. September 2011

Essbare Pilze wachsen echt überall

Beinahe ohne Worte. Dieser Pilz wächst mitten in der Stadt in der Ritze zwischen Haus und Gehweg. Es ist ein essbarer Röhrling/Schwammpilz, ich weiß aber grad nicht welcher. Vielleicht erkennt ihn ja jemand auf Anhieb und schreibt einen kurzen Kommentar. Ich würde spontan auf eine Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) tippen. Der Pilz ist natürlich schon zu alt und matschig, um ihn noch zu essen. Hier in der Stadt mit den vielen Autos und pinkelnden Hunden würde ich ihn aber so oder so nicht essen.
Ziegenlippe? fern
Ziegenlippe nah scharf
Ziegenlippe? Schwamm

Bitte entschuldigt die leichte Unschärfe, der Fotoapparat gibt leider nicht mehr her, da er eine Macke hat und sich deswegen die Makrofunktion nicht aktivieren lässt.

Mittwoch, 7. September 2011

Ein verspätetes Dankeschön...

... muss ich noch loswerden. Danke an Martina vom Gartenkulturführer, die einen 30 € + Versand Gutschein der Staudengärtnerei Extragruen Freising verlost hat. Danke an meine Glücksfee, die ihn mich hat gewinnen lassen und danke an die Staudengärtnerei Extragruen, die den Preis zu Verfügung gestellt hat.

Ich würde sagen, wie haben es hier mit einer Win-Win-Win-Situation zu tun. Martina konnte ein tolles Gewinnspiel veranstalten und vielleicht ein paar neue Leser gewinnen, ich habe einen tollen Gutschein ohne Mindestbestellwert, zusätzliche Versandkosten, Servicegebühren oder sonstigen Unfug und die Staudengärtnerei Extragruen bekommt für den Gutschein kostengünstige Werbung. Ich freue mich schon darauf von dem Gutschein im Frühjahr zusammen mit meiner Mutter das Kräuterbeet erweitern.

Schade, dass es in der Gartenblogosphäre nicht mehr solche Aktionen gibt!

Dienstag, 6. September 2011

Neuer Mitautor

Liebe Leserschaft des Chaosgartens,

ich möchte mich als neuer Mitautor vorstellen. Ich bin 17 Jahre alt und an allem interessiert was mit Natur oder Handwerklichem zu tun hat. Das ist der erste Blog, an dem ich mitwirken werde. Bisher habe ich immer nur Informationen für die Schule, etc. entnommen. Von daher freut es mich, jetzt meinen Beitrag zu leisten. In meiner Freizeit halte ich Bienen, was sicherlich ein Schwerpunkt meiner Artikel sein wird, ich habe jedoch bereits andere Ideen, über die ich gern schreiben würde. Insgesamt freue ich mich auf den Austausch von Ideen und Erfahrungen und natürlich auch konstruktiver Kritik (oder Feedback).

Viele Grüße, Frederik

Leseempfehlungen 5: Wildobst, Kompost in Zeitraffer und legaler Mundraub

Es haben sich mal wieder einige interessante Seiten angesammelt und da ich an meine neuen Gartenbilder momentan leider nicht rankomme, nutze ich die Zeit, um die Tab-Leiste meines Browsers zu leeren. Hier also meine aktuellen kommentierten Leseempfehlungen:

1. Baumkunde.de: Eine Seite, die beim Bestimmen heimischer und nichtheimischer Bäume und Sträucher hilft. Da die Seite gut mit Abbildungen ausgestattet ist und sich intuitiv über unterschiedliche Merkmale, wie Blätter, Blüten oder Früchte bestimmen lässt, ist das Bestimmen denkbar einfach. Man benötigt nicht zwingend Fachvokabular und kostenlos und anmeldefrei ist die Nutzung natürlich auch. Baumkunde.de hat mir bei der Bestimmung der Baum-Hasel vor der Tür geholfen.

2. 17.12.2008 Henry's Webiocosm Blog; Fruit and Vegetables Decomposing, Time-lapse: Ein englischsprachiges Blog mit Youtube-Kanal. Es geht zwar nicht primär um den Garten, aber dieses Video möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten. 74 Tage verrottendes Gemüse in Zeitraffer. Hört sich vielleicht eklig an, ist aber finde ich richtig ästhetisch.

3. 29.08.2011 Neulich im Garten; Bienenhaltung mit einem Anfaenger, oder eine kurze Abrechnung mit den Goettern des Bienenuniversums. (Video): Ralfs Blog lese ich regelmäßig und da er häufig sehr lesenswerte Artikel schreibt und dazu launige Videos produziert, tauchen seine Artikel hier eben häufiger auf. Diesmal beschwert er sich (zu Recht) über die Ablehnung und Ignoranz, die einem Jungimker von älteren Kollegen entgegenschlägt, wenn er mal einen Fehler macht und diesen dann auch noch zugibt. Bienenhaltung ist nicht leicht und auch erfahrene Imker büßen immer mal wieder ein Volk ein. Manchmal hätten Fehler rückblickend sicher vermieden werden können, aber wer mein bisher völlig fehlerfrei geimkert zu haben, muss entweder sehr arrogant (und entsprechend blind) oder vom Glück verfolgt sein.

4. Mundraub.org: Ein Portal, auf dem man Fundstellen von Wildfrüchten eintragen und suchen kann. Man kann so z.B. auch ungenutzte Apfelbäume an die Allgemeinheit freigeben. Eine gewisse Unsicherheit bleibt natürlich, aber das Interesse die Bäume des Nachbarn räubern zu lassen, dürfte meist eher gering sein. Erklärtes Ziel ist es, den legalen Mundraub zu fördern, also Obstbestände, die sonst nicht genutzt werden verfügbar zu machen. Die Einträge kann man bequem auf einer Karte ansehen.

5. Garteninfos.de; Die obstbauliche Nutzung von Wildobstgehölzen (Diplomarbeit Andreas Zeitlhöfler): Der Titel sagt eigentlich schon alles. Die Dplomarbeit beschäftigt sich mit Wildobst und der tatsächlichen und möglichen Nutzung. Dabei geht der Autor auch auf die bekannten Sorten und ihre Vor- und Nachteile ein. Ganz gelesen habe ich bisher nur das Kapitel über die Sorbus-Arten, in dem unter anderem die unterschiedlichen Zuchtsorten der Eberesche/Vogelbeere, wie z.B. "Rosina" beschrieben werden. Wer sich für die Thematik interessiert, sollte in die Arbeit einmal einen Blick geworfen haben.

6. Biochar-Wiki: Ein englischsprachiges Wiki, das Erkenntnisse zur Verwendung von Holz- bzw. Biokohle zur Bodenverbesserung (siehe auch meine Terra-Preta-Experimente) sammelt und zusammenfasst.


Freitag, 2. September 2011

Straßenbäume Teil 1: Baum-Hasel/ Türkische Hasel

Für einen Laien bin ich vergleichsweise fit, was die Bestimmung heimischer Bäume angeht. Kastanie, Linde, Birke etc. erkenne ich denn auch noch als Straßenbaum wieder. Just in unserer Straße stehen aber Bäume, die ich überhaupt nicht einordnen konnte. Vermutlich bin ich damit nicht alleine und deshalb werde ich in dieser neuen Artikelserie Straßenbäume vorstellen, die einem nicht vom Waldspaziergang oder aus dem Grundschulunterricht bekannt sind.

Bei der Bestimmung sehr hilfreich ist neben Wikipedia die hervorragende Seite Baumkunde.de. Die botanischen Details empfehle ich dort nachzulesen: Wikipedia; Baumkunde.

Die Baum-Hasel (Corylus colurna) (ich dachte bisher imme es wäre der Hasel - wieder was gelernt) wächst genau vor unserem Fenster und ich habe mich schon im letzten Herbst über die eigenartigen Früchte gewundert.
Baum-Hasel Früchte

Sie sehen wirklich wie zusammengesetzte Haselnüsse aus und sind es auch. Die Nüsse sind deutlich kleiner als bei den Strauchhaselnüssen, die man auch aus dem Supermarkt kennt. Sie sind daher auch etwas stabiler als normale Haselnüsse. In Ermangelung eines Nussknackers musste ich ihnen mit anderem Werkzeug zu Leibe rücken. Mit der Zange kam nur Mus heraus, mit dem Hammer und viel Gefühl habe ich neben vielen Splitter auch eine ganze Frucht herausbekommen.
Baum-Hasel Kerne

Die Nüsse schmecken wie ganz normale Haselnüsse, vielleicht etwas weniger intensiv, was aber auch an der fehlenden Reifelagerung liegen könnte. Die Bäume tragen reichlich Früchte, an denen sich nur die Eichhörnchen bedienen.

Auch die Blätter sehen der "normalen" Haselnuss sehr ähnlich.
Baum-Hasel Blätter und Früchte am Baum

Der größte Unterschied liegt aber natürlich in der Größe. Die Baum-Hasel ist ein echter Baum mit einer guten Holzqualität. Ganz heimisch ist sie hier wie der Name schon sagt eigentlich nicht, sie scheint sich aber wohl zu fühlen, ist robust und soll auch mit Luftveschmutzung gut klarkommen, womit sie als Straßenbaum regelrecht prädestiniert ist.
Baum-Hasel ganzer Baum

Das Sammeln sollte recht ergiebig sein. Zwar sind die Früchte recht klein, aber sie liegen auch dicht an dicht und man hat wohl außer Eichhörnchen kaum Konkurrenz zu fürchten. Obwohl ich auf Haselnüsse normalerweise leicht allergisch reagiere, habe ich nach dem Probieren einer Baum-Hasel nichts gemerkt. Wer nicht gerade Gefahr läuft einen Allergieschock zu bekommen, könnte ja mal einen Versuch machen, vielleicht enthalten die Früchte ja weniger Allergene.

Wenn ihr findet, dass ich wesentliche Informationen ausgelassen habe, oder ihr eigene Erfahrungen mit der Baum-Hasel gemacht habt, freue ich mich wie immer über Kommentare. Falls ihr Straßenbäume vor der Tür habt, die ihr nicht einordnen könnt, macht doch ein paar Fotos und schickt sie mir oder versucht euch mit Hilfe der oben genannten Seiten selbst an der Bestimmung. Gerne nehme ich auch Vorschläge für Straßenbaum-Artikel an, die Straßenbäume werden schließlich überwiegend von dne Kommunen gepflanzt, so dass es in jeder Stadt völlig andere Bäume geben könnte.

Dienstag, 30. August 2011

Blotanical - ein früher Erfahrungsbericht!

Blotanical.com ist ein internationales Gartenblogverzeichnis/-portal. Eigentlich war ich ja auch der Suche nach einem deutschen Gartenblogverzeichnis - das leider nicht existiert - aber Martinas Hinweis auf Blotanical in den Kommentaren bin ich dennoch gerne nachgegangen.

Ich bin dort seit nunmehr knapp zwei Wochen angemeldet und möchte meine ersten Erfahrungen mit euch teilen. Am einfachsten geht das sicher mit einer Pro-Contra-Liste.

Pro: Nette Community, Möglichkeit Artikel nach einem Punktesystem zu bewerten und so zu fördern, Liste mit Blogger- und Blogfavoriten, Erfahrenes Mitglied hilft einem am Anfang als Mentor weiter und erklärt nötigenfalls die Funktionen (danke Elephantseye!), Anzeige aktueller Artikel von den Favoriten und global, einige neue Leser, internationales Publikum soweit Deutschkenntnisse vorhanden.

Contra: Kaum deutsche Blogs vertreten, nicht nach Land oder Sprache filterbar, Punktesystem extrem verbuggt - ich kann nun garnicht mehr bewerten, unübersichtlicher Seitenaufbau, der erst durch Tutorials erklärt werden muss, aktive Teilnahme kostet relativ viel Aufwand und bringt relativ wenige neue Leser, zumindest wenn man auf deutsch bloggt, Begrenzung der Favoritenanzahl - bei den wenigen deutschsprachigen Blogs egal, aber wenn man viele interessante anderssprachige Blogs gefunden hat wohl störend, allgemein recht verbuggt.

Ausblick: Es sind Updates mit Neuerungen und Problemlösungen angekündigt - allerdings ohne konkreten Termin. Es schadet nichts dort angemeldet zu sein, die neuen Artikel werden über Feed eingebunden, was immer ein paar Leser auf die eigenen Seite lockt. Der zeitliche Aufwand kann auch minimal gehalten werden, mit etwas mehr Aufwand kann man aber denke ich viele interessante Kontakte zu Gartenbloggern in aller Welt knüpfen.

Wenn ich noch Aspekte vergessen habe oder ihr andere, vielleicht auch längerfristige Erfahrungen gemacht habt, scheut euch nicht, die Kommentarfunktion zu benutzen. Feel free to comment in English if you don't have the heart to write in German (to all international guests from Blotanical)

Montag, 22. August 2011

Chili con Carne für faule Köche

Es gibt kein Essen, dass sich in Partymenge einfacher und schneller zubereiten lässt, als Chili con Carne. Außerdem kann man es wunderbar am Tag vorher machen, was den Geschmack sogar verbessert und es lässt sich auch einfrieren.

Der Trick ist, dass man für das Grundrezept nur Konserven benötigt, die es sogar alle bei Aldi gibt... Sozusagen das perfekte Essen für jede WG-Party. Außerdem kann man fast alle Reste mit verbraten und beliebig frische Zutaten dazutun.

Das Grundrezept sind 3-4 kleine Dosen Kidney-Bohnen, 1-2 kleine Dosen Mais, 2 Tetra-Packs (à 500 g) passierte Tomaten, 500 g Hack oder beliebiges kleingeschnittenes Fleisch. Einfach das Hack anbraten, mit den Konserven in einen großen Topf kippen und am besten noch ein paar angebratene gehackte Zwiebeln dazugeben. Die Konsistenz mit Wasser anpassen, falls man es etwas flüssiger mag. Zum Würzen reicht Pfeffer, Salz und Tabasco (Chili). Kochen! Ruhig länger oder mehrmals. Vitamine sind eh kaum noch drin und es zieht besser durch.

Der 7-Liter Partytopf ist damit schonmal gut halb voll. Die passierten Tomaten lassen sich natürlich durch frische, eingekochte o.ä. ersetzen. Tabasco lässt sich gut durch frische kleingeschnittene Chilis ersetzen, nur die Dosierung wird dann schwieriger. Man kann beinahe jedes kochbare Gemüse zum verlängern oder verfeinern verwenden. Mir sind heute zu viele Chilischoten in den Topf gerutscht, so dass es etwas zu scharf wurde. Gestreckt habe ich dann einfach mit allem, was ich noch im Vorratsschrank finden konnte: 1 Dose grüne Bohnen, 1 Dose geschälte Tomaten, 1 Glas eingekochte Tomaten. Auch saisonales Gemüse, wie Zucchini ginge, solange es nicht zu dominant wird.

Über seinen ökologischen Fußabdruck darf man sich bei der erzeugten Müllmenge allerdings keine Gedanken machen... Es ist etwa eine normale Mülltüte voll Verpackungen. Bleibt nur der tröstende Gedanke an die Recyclingquote bei Blechdosen.

Bloggerawards - vielen Dank für die Blumen!

Bloggerawards mit den unterschiedlichsten Titeln sind die Kettenbriefe der Blogosphäre. Man reicht eine Auszeichnung nach dem Schneeballsystem an weitere Blogs weiter. In der Regel verlinkt man sich dabei gegenseitig. Möglicherweise steigert die Teilnahme an einem solchen Award also die eigene Bekanntheit und eventuell das Suchmaschinenranking.

Ina von Freilandgarten war so nett, mir den "Kreativ Blogger Award" anzubieten. Offizielles Ziel des Awards ist das Verlinken unbekannterer Blogs, die sich so untereinander etwas gutes tun. Ich bedanke mich bei Ina ganz herzlich für das Angebot. Komplimente hört bzw. liest man immer gerne und die Begründung, warum ich den Award verdiene:

"Weil dort gar kein Chaos herrscht, sondern ganz interessante aktuelle Beiträge zu Permakultur und anderen wichitgen Themen beschrieben sind. Auch die Literaturempfehulungen lese ich sehr gern."

empfinde ich als durchaus schmeichelhaft. Allerdings möchte ich den Award nicht annehmen und weiterreichen. Manche Leute könnten einen solchen Award in Verbindung mit der Schneeball-Verbreitung als Spam betrachten und ich möchte das System trotz des löblichen Ziels daher nicht unterstützen.

In meinen Leseempfehlungen weise ich ganz ohne Backlink und Schneeballsystem auf interessante Seiten und Artikel hin. Da Ina gerade diese Artikel in ihrer Begründung hervorgehoben hat, fühle ich mich bestätigt und werde die Leseempfehlungen auch in Zukunft zusammenstellen, sobald sich wieder einige Links angesammelt haben.

Das gegenseitige Verlinken ist in der Gartenblogosphäre leider nicht so weit verbreitet. Alle Award-Teilnehmer bitte ich daher unabhängig vom Award immer mal wieder beim Schreiben eines neuen Artikels darüber nachzudenken, ob man nicht auf einen Artikel in einem anderen Blog, der einen dazu inspiriert hat, oder sich unter einem anderen Gesichtspunkt mit der Thematik befasst, verlinken kann. Damit tritt man zwar in Anführungszeichen in Vorleistung, verliert aber nichts. Gute ausgehende Links werden nicht nur von Suchmaschinen honoriert, sie können auch für den Leser interessant sein und ihn zum Wiederkehren einladen.

Donnerstag, 18. August 2011

Leseempfehlungen 4: Honigraub, minderwertiges Olivenöl und Blue Curaçao

Schon wieder nur Leseempfehlungen? Ja tut mir Leid, aber ich komme momentan nicht in den Garten, im Internet lese ich aber trotzdem. Demnächst gibt es dann auch mal wieder Artikel mit Fotos. Mein Permakulturbeet verdient zum Beispiel einen neuen Beitrag.

Seit einigen Tagen bin ich bei Blotanical, einem englischsprachigen Gartenblogportal angemeldet. In der Flut der dort gelisteten Blogs aus aller Welt habe ich bislang noch keine Perlen ausgegraben, da mich schöne Blumengärten nunmal leider wenig reizen. Vielleicht werde ich dann in Zukunft auch mal auf einen englischen Artikel hinweisen. Ein Bericht über Blotanical folgt, sobald ich mir eine Meinung gebildet habe, auch einige deutsche Gartenblogs sind dort schon vertreten. Dennoch fehlt mir ein deutsches Gartenblogverzeichnis.

1. 16.8.2011 Imkerei Obstwiese; Räuberei im Bienenvolk: Die Natur ist rabiat. Ist ein Bienenvolk zu klein oder durch Krankheit geschwächt und kann seinen Stock nicht mehr verteidigen, kommen andere Bienen, Wespen etc. und räumen die Vorräte aus. Das bedeutet dann den Tod für das Volk. Erkennt der Imker den Zustand des Volkes rechtzeitig, kann er aber gegensteuern. Das Malheur wird natürlich mit tollen Nahaufnahmen illustriert.

2. 17.8.2011 SPON; Likörherstellung auf Curaçao - Bitter macht blau: Mal nicht aus einem Blog, aber dennoch interessant. Die Geschichte des berühmten Blue Curaçao ist eine spannende Sache. Ein Bewohner der Insel machte aus der Not der minderen Fruchtqualität seiner Orangen (klein und bitter) eine Tugend und entwickelte den Likör. Seitdem wird der ganz originale Blue Curaçao in einem großen Kupferkessel auf der Insel hergestellt. Die produzierte Menge ist entsprechend gering und so gibt es das Original denn auch nicht im Laden zu kaufen. Das Meiste wird direkt an die Touristen der Insel vertrieben. Wir bekommen also nur Nachahmerprodukte, die auch nicht mit den Originalzutaten arbeiten.

3. 17.8.2011 GartenGnom; Schwammerl (Pilze) im eigenen Garten anbauen: Eigene Pilze auf Holzstämmen im Garten ziehen klingt verlockend. Da spart man sich den Ausflug in den Wald und man weiß, was man hat. In dem Artikel ist es auch gelungen Rosenseitlinge aus geimpften Baumstämmen zu ziehen. Herzlichen Glückwunsch! Ich habe es im letzten Jahr mit Stockschwämmchen versucht, hatte aber leider keinen Erfolg.

4. 17.8.2011 Vom Wachsen und Werden; Paradeiser-Zucchini-Sugo: Margit stellt ein Rezept zur Verwertung von Tomaten, Kürbissen und Zucchinis vor, das sich heiß in saubere Schraubverschlussgläser abgefüllt bis zu einem Jahr halten soll. Tomaten haben wir leider nie im Überfluss aber Kürbisse und Zucchinis nehmen jedes Jahr irgendwann Überhand. Der Vorteil am Abfüllen in Gläser ist, dass man keine weitere Energie zum Kühlen verbraucht und auch nicht erst lange auftauen muss. Sozusagen die selbstgemachte alternative zur Suppe aus der Konservenbüchse.

5. 13.8.2011 Welt Online; Woran richtig gutes Olivenöl zu erkennen ist: Die aufgeworfene Frage beantwortet der Artikel zwar nicht wirklich praxistauglich, immerhin kann man sich aber nach dem Lesen vorstellen, wie Olivenöl nicht schmecken soll. Außerdem ist besonders schonend gewonnenes Olivenöl auch gesünder, als die gängige Supermarktware. Ich habe nach dem Lesen mal mein Aldi-Olivenöl probiert und festgestellt, dass es einige der Negativmerkmale aufweist. Wirklich gutes Olivenöl zu bekommen, scheint indes nicht so leicht zu sein. Eine Liste wäre hilfreich gewesen, vermutlich macht man bei Welt Online aber aus Prinzip keine kostenlose Werbung.

Ich freue mich wie immer über Kommentare!

Sonntag, 14. August 2011

Leseempfehlungen 3: Seife, erste Pilze und weniger Schädlinge auf Öko-Feldern!

Nun gibt es mal wieder Links zum Schmökern. Zunächst aber nochmal in eigener Sache, der Gartenblogosphäre fehlt ein eigenes Gartenblogverzeichnis! Zum letzten Teil der Leseempfehlungen gibt es noch eine Terra-Preta-Ergänzung, die ich dort auch nachgetragen habe.

1. 10.8.2011 Experiment Selbstversorgung; Sauer? Na und!: Umeboshi heißt eine japanische Methode zum Haltbarmachen einer dort angebauten, pflaumenähnlichen Aprikosenart. In dem Artikel wird das Verfahren, dass der Sauerkrautherstellung sehr ähnelt aufgegriffen und auf saure Kirschpflaumen angewandt. In Japan sind die Haupterzeugnisse des Verfahrens die salzigen Früchte, die getrocknet werden. Lisa verwendet bisher nur den "Umeboshi-Saft", also die milchsauer vergorene Flüssigkeit die dabei entsteht. Der Einsatz als Essigersatz im Salatdressing hört sich vielversprechend an.

2. 6.8.2011 Günstig gärtnern; Seifenspender: Heißt Seifenkraut (saponaria officinalis) zu Recht so? Elke hat den Versuch gemacht und es klappt. Augenscheinlich verwendet man aber nicht das Kraut, ergo die Blätter, sondern die Wurzel. Schön bebildertes Experiment!

3. 10.8.2011 Pflanzenblog + Imkerei; 2 kg Pilzfund: Netzstieliger Hexenröhrling: Man ahnt schon, dass es ums Pilzesammeln geht. Eine schöne Ausbeute für eine einzelne Stelle. Trotzdem sollte man beim Pilzesammeln vorsichtig sein, denn der Hexenröhrling könnte mit dem Satansröhrling verwechselt werden, der giftig ist. Ein einzelnder Giftpilz im Korb kann unter Umständen tödlich sein, also sammelt nur, was ihr sicher identifizieren könnt und verlasst euch nicht allein auf ein Pilzbuch. Man sollte die ersten Male immer die Kontrolle und den Rat eines Pilzberaters oder erfahrenen Sammlers suchen. Auf den schönen Bildern, die den Fund dokumentieren, sieht man, dass die Pilze in einer Plastiktüte gesammelt wurden. Das ist nicht empfehlenswert, da die Pilze so schon auf dem Nachhauseweg anfangen zu gammeln, außerdem matschen sie stärker. Besser geeignet sind Spankörbe oder notfalls feste Plastikbehältnisse. Pilze sollte man möglichst direkt nach dem Sammeln verarbeiten, um eine unechte Pilzvergiftung zu vermeiden.

4. 24.6.2011 CREASTOLAND; was kaum Gärtner wissen..Genbank Gatersleben: Zuckerrübensaat scheint privat nicht so leicht zu bekommen sein, was ich nach eigener Recherche bestätigen kann. Zum Glück gibt es die Genbank Gatersleben, bei der Saatgut erhalten und vermehrt wird. Dort kann man kostenlos kleinstmengen zu Zucht- und Erhaltungszwecken bestellen, also auch für den eigenen Garten. Einziger Nachteil ist ein umfangreiches Standard Material Transfer Agreement - SMTA, worin die genauen Verpflichtungen stehen, die man eingeht. Soweit ersichtlich kauft man aber keinen Kühlschrank, sondern sichert der Einrichtung lediglich Anteile am Ertrag zu, sofern man das Saatgut gewerblich verwendet oder vermehrt. Im eigenen Garten sollten keine der Klauseln zum Tragen kommen, dennoch schrckt sowas natürlicht ab. Dennoch ein wertvoller Hinweis für alle, die ungewöhnliche oder alte Sorten im Garten anpflanzen wollen und Schwierigkeiten mit der Beschaffung der Saat haben. Eine weitere Quelle für solches Saatgut ist Dreschflegel, ein Shop, der auch viele alte Kultursorten führt, aber eben keine Zuckerrüben im Angebot hat.

5. 11.7.2011 Wald-Prinz; Wildverbiss: mechanischer Baumschutz durch Wuchshüllen: Ein Blog über forstwirtschaftliche Themen. Bei diesem Artikel geht es um die Möglichkeiten des Verbissschutzes ohne (auch biologische) Chemie, besonders um so genannte Netzschutzhüllen. Für mich war der Artikel interessant, weil die Hüllen mit ca. 1,50 €/Stk. vergleichsweise preiswert sind. Zwar habe ich keinen Wald, für den ich sie benötigen würde, aber für meine Obstbaumanzuchtversuche wäre das unter Umständen eine Lösung, da ich so auch kleinere Bäume, für die eine Plastikspirale untauglich ist schützen kann. Bisher haben wir Drahtgeflecht genommen, was in der Handhabung aber relativ mühselig ist und Verletzungsrisiken für Baum, Tier und Mensch birgt. Der Artikel zeigt an Hand von Bildern den Schutz einer kleinen Buche mit der Netzschutzhülle.

6. 12.8.2011 Projekt Landeier; Weniger Schädlinge auf Öko-Feldern: Die Landeier haben eine Studie der Universität Würzburg entdeckt, nach der der Einsatz von Insektiziden wohl teilweise neu bewertet werden sollte. Nach dem Einsatz von Insektiziden erholen sich die Schädlingsbestände danach sehr rasch und werden sogar größer als auf unbehandelten Flächen. Dies könnte daran liegen, dass die Fressfeinde fehlen.

7. 14.8.2011 Neuseeland, wir sind da!; Ja is' denn scho wieda...: Deutsche Auswanderer in Neuseeland berichten von einer dort eher ungewöhnlichen Wetterlage - starken Schneefällen. Sogar ein kleines Video gibt es davon. Wenn ich an den jährlichen Winter(dienst) in Deutschland denke, sind aber nicht nur die Neuseeländer mit der Situation überfordert. Auch hier kommt der Winter besonders für die Stadtreinigung immer total plötzlich...

Viel Spaß beim Lesen!

Samstag, 13. August 2011

Es fehlt ein Gartenblogverzeichnis!!!

Mit Blogverzeichnissen werden die Meisten schonmal in Berührung gekommen sein. Das sind die fitzlig kleinen Buttonlinks, die auf vielen Blogs in größerer Menge an möglichst unauffälliger Stelle eingebunden sind. Das Prinzip ist ein wenig vorteilhafter Linktausch, bei dem meist nur eine Handvoll Besucher im Jahr insgesamt rumkommen. Warum Blogverzeichnisse einem eher nichts bringen ist hier und hier und an ganz vielen weiteren Stellen ganz gut beschrieben.

Verzeichnisse können aber dennoch einen Mehrwert haben und auch Besucher bringen. Das kann dann klappen, wenn das Verzeichnis spezialisiert ist. Es bringt nichts, alle Internetnutzer zu jedem beliebigen Thema anzusprechen. Da gehen die Verzeichnisse in der Konkurrenz unter und es gibt keine zentrale Anlaufstelle, wo man eine möglichst vollständige Übersicht über die Blogs in einem Themengebiet findet. Für die gezielte Suche benötigt man also ein Themenportal. Für juristische Blogs gibt es Jurablogs.com. Dort werden Artikel aus mehreren hundert juristischen Blogs gesammelt (natürlich nur ein kurzer Einblick in den Artikel mit Weiterleitung auf die Ursprungsseite). Auch eine Backlinkpflicht gibt es nicht (man muss also keinen nervigen Button platzieren) und als kleines Schmankerl gibt es ein Blogranking mit unterschiedlichen Faktoren. Das Konzept funktioniert offenbar recht gut und da es eine bekannte zentrale Anlaufstelle ist, bringt es auch relativ viele Besucher.

Wieso zum Teufel gibt es sowas für Gartenblogs nicht? Auch Google konnte mir kein entsprechendes Spezialverzeichnis ausspucken. Man bleibt auf die umfangreicheren Blogrolls beschränkt und eine Artikelvorschau gibt es auch nicht immer. Die einzigen mir bekannten größeren Linksammlungen in dieser Richtung sind der Gartenblog Mischmasch (http://nutzgarten.blogspot.com), der aus einer Blogspot-Seite mit umfangreichem Blogroll besteht und leider ein Problem mit der automatischen Aktualisierung und der korrekten Darstellung des Artikelalters hat und http://gartenfreundewelt.blogspot.com, die nach dem selben Prinzip funktioniert aber gleich drei willkürliche Bloglisten unter einem angefangenen Gartenblog enthält. Beide Seiten sind werbefrei und verlinken nicht auf Linkschleudern, die Pseudoartikel für SEO-Firmen schreiben. Beide sind aber nicht besonders komfortabel und auch nicht sehr umfassend.

Es gibt also definitiv eine Marktlücke. Für die Recherche und die Blogvernetzung wäre ein Gartenblogs-Portal ein echter Gewinn, denn man hätte immer den Überblick über die neuesten Entwicklungen in der Garten-Blogosphäre, würde auf neue Blogs leichter aufmerksam und könnte sich wesentlich besser vernetzen. Leider habe ich keinerlei eigene Sachkompetenz und auch nicht genug Zeit, um ein solches Projekt alleine auf die Beine zu stellen. Sollte dies aber jemand lesen, der die Idee gut findet und über das nötige Know-How verfügt, soll er gleich in die Tasten hauen und loslegen. Ich würde ein solches Portal sofort nutzen und auch die Werbetrommel dafür rühren. Auch zu einer Mitarbeit beim inhaltlichen Teil wäre ich bereit.

Liebe Leser, findet ihr die Idee auch sinnvoll, oder würdet ihr mit eurem Blog bei so etwas nicht mitmachen? Gibt es ein solches Portal und ich habe es nur nicht gefunden? Habt ihr entgegen meinen Erwartungen gute Erfahrungen mit Blogverzeichnissen gemacht?

UPDATE 15.8.2011: Martina hat in einem Kommentar dankenswerterweise darauf hingewiesen, dass es ein internationales Gartenblogportal gibt. Ich habe mich bei www.blotanical.com mal angemeldet und werde dann von meinen Erfahrungen berichten. Leider wirkt das Portal etwas kompliziert und ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, mir nur Beiträge aus bestimmten Ländern anzeigen zu lassen. Da mich primär deutschsprachige Blogs interessieren und es natürlich überwiegend englischsprachige auf dem Portal gibt, ist das noch ein Problem. Ein deutschsprachiges Portal wäre schöner. Einige deutsche Blogs tummeln sich aber immerhin schon dort.

Donnerstag, 11. August 2011

Tütenfutter verfeinern für Anfänger!

Auch wenn ich gerne frische leckere Sachen esse, habe ich nichts gegen Fertigfutter. Im Gegenteil habe ich immer einige Notrationen Tütensuppen im Schrank. Hat man dann noch ein Tütchen Puddingpulver, steht einem Dreigängemenü nichts mehr im Wege. Als Hauptgang findet man immer noch ein Ei, Würstchen, Fleisch und dazu eingefrorenes Gemüse, Brot oder Rohkost/Salat.

Leider fehlt dem Tütenfraß aber immer das kleine bisschen Natur. Es bietet sich daher an, ihn je nach Zeit und vorhandenen Zutaten nur als Grundlage zu verwenden. Als gut, schnell und einfach hat sich heute folgende Variante erwiesen.

Vorspeise: Tomatensuppe aus der Tüte für 1/2 Liter. Dazu, wie vermutlich zu beinahe jeder anderen Tütensuppe passen Pilze. Bisher hatte ich keine Verwendung für größere Mengen Trockenüilze vom Vorjahr. Hier kommen sie zum Einsatz. Einfach etwas zwischen den Handflächen zerreiben, damit sie besser einweichen und mit dem Pulver zusammen kochen, vielleicht ein bis zwei Minuten Länger als angegeben. Am Ende einen Schuss Milch oder Sahne dazu und fertig!

Hauptspeise: Was man halt so da hat. In diesem Fall Tomatensalat mit Feta und Serrano-Schinken, dazu Rostbratwürstchen. Wenn man einen größeren Kräuterüberschuss eingefroren hat (z.B. Dill oder Petersilie), kann man immer gut ein paar Teelöffel mit an den Salat tun - hab ich diesmal ausnahmsweise vergessen. In Tomatensalat gehört immer etwas Zucker, den man durch Ahornsirup ersetzen kann. Das Essig-Öl-Dressing mag ich besonders gerne mit einem EL Kürbiskernöl, einem EL Distelöl, einem Schuss Essig, Pfeffer und Tomaten- oder Kräutersalz. Dressingmischungen aus der Tüte, wie Salat-Fix o.ä. kommen da nicht gegen an und gehen auch nicht schneller.

Nachspeise: Bourbon-Vanillepudding aus der Tüte. wieder 1/2 Liter. Pulver mit 1/2 Liter Milch und zwei EL Zucker aufkochen, bis es dick wird. Die Anleitung auf der Packung ist unnötig kompliziert. Statt Zucker kann man auch gut Ahornsirup nehmen, dan wir der Geschmack etwas feiner. Entweder schon beim Kochen oder spätestens vor dem Umfüllen in eine Schüssel tut man beliebig viele Trockenkirschen (Rosinen oder anderes Trockenobst in kleineren Stücken ginge natürlich auch) dazu. Bis der Pudding erkaltet ist, sind die Früchte gut durchgezogen und geben einen angenehm fruchtig-säuerlichen Geschmack.

Vielleicht habt ihr ja auch interessante Küchentipps, wie man Fertigfutter ergänzen oder typische Fertigzutaten ohne großen Mehraufwand ersetzen kann. Ich freue mich auf eure Kommentare.

Freitag, 5. August 2011

Tolles Format: Die beste Hobbygärtner-Reality-Show aller Zeiten!

Ralf hat es zwar noch nicht ins Fernsehen geschafft, seine neue Videoserie "Ein Mann, ein Garten, eine Woche! Die einzige Hobbygaertner Reality Show im Internet" würde das Fernsehprogramm aber auf jeden Fall aufwerten. Ralf möchte sich mit klitzekleinen Einschränkungen für eine Woche nur aus dem Garten und von selbsterzeugten Vorräten ernähren. Dazu gibt es jeden Tag ein sehr Unterhaltsames kleines Video (je ca. 10 Minuten) zu den Mahlzeiten des Tages. Das neue Video gibt es jeden Tag irgendwann nach dem Abendbrot.

Ich finde, das ist mal wieder eine richtig geniale Idee und Ralfs Freude am angestrebten Selbstversorgerdasein kommt sehr unterhaltsam rüber. Mach weiter so!

Ich will nicht verheimlichen, dass ich für diesen Werbebeitrag "bezahlt" werde. Ralf hat einen Algiersalatsamen zur Selbstabholung ausgelobt. Das war natürlich absolut ausschlaggebend. Bitte bewahre den Samen doch für mich auf, falls ich in den nächsten Jahrzehnten mal in der Gegend sein sollte.

Hier gibt des die Links zu den bisher erschienenen Teilen. Ich werde natürlich zügig nachtragen.

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4

Tag 5

Tag 6

Tag 7

Dienstag, 2. August 2011

Leseempfehlungen 2: Dies, Das und Terra-Preta-Experimente auf anderen Blogs

Diesmal gibt es wieder aktuelles Durchmischtes von anderen Blogs, einen Einsteigerguide für Chilis und zwei interessante Kleinversuche mit Terra Preta. Da ich ja selber in die Richtung experimentiere, schaue ich immer mal wieder, was sich in der Gartenblogosphäre dazu tut.

1. 31.07.11 Neulich im Garten; Kaninchen schlachten, oder vom Leid eines “Moechtegern” Selbstversorgers. (Video): Ralf bzw. seine Frau haben bei der Verhütung nicht aufgepasst... und deswegen nun zuviele Kaninchen. Da muss die Abwesenheit der Kinder für eine Schlachtaktion genutzt werden. Diesmal legt der Meister aber nicht selber Hand an, sondern lässt das einen Fachmann zum überraschend günstigen Preis von 10 € für 6 Kaninchen machen. Das Fleisch kann man ja essen, aber eine Gerberei für die nun eingefrorenen Kaninchenfelle zu finden, könnte schwierig werden. Wie meistens gibts dazu auch ein interessantes Video.

2. Geschenkideen für den Garten; Was hilft gegen Schnecken?: Der dort empfohlene Kaffeezsatz ist an sich nichts Neues und scheitert bei der Umsetzung daran, dass man nie soviel Kaffee trinken kann, wie man Kaffeesatz bräuchte, um einen nennenswerten Teil des Gartens zu schützen. Der Tipp, sich an die örtliche Gastronomie zu wenden ist daher im Einzelfall sicher icht schlecht, die Teeküche in manchen Firmen geügt vielleicht auch schon. Dennoch wage ich zu bezweifeln, dass man selbst auf dem Wege genug Kaffeesatz zusammen bekommt, um die Gartenerde damit zu vermischen und damit einen Schneckenfeindlichen Boden zu schaffen. Sollte jemand das wirklich erfolgreich umgesetzt haben, bitte Bescheid sagen. Das Blog ist für meinen Geschmack leider etwas mit Werbung überfrachtet.

3. 01.08.11 Mein Waldgarten; Hornissen!: Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass Hornissen friedlich und undgefährlich sind, selbst wenn man es irgendwie (schwierig!) hinbekommt, sich stechen zu lassen. Der Artikel räumt mit den Ammenmärchen auf und bricht eine Lanze für die imposanten Insekten.

4. Chilizucht; Tipps und Tricks vom Chilifarmer: Ein guter Einstieg für Chilianfänger wie mich. Liest sich gut und ist sehr informativ. Kein Blog, sondern nur eine private Seite über Chilis, aber dennoch empfehlenswert.

Kommen wir zu den versprochenen zwei Terra-Preta-Experimenten. Wenn ihr ähnliche Projekte kennt, macht mich gerne über die Kommentare darauf Aufmerksam.

1. Projekt Permakultur: Hier gibt es gleich mehrere Artikel über die Herstellung eigener Terra Preta. In zeitlicher Reihenfolge: Terra Preta, Ein Versuch der Terra Preta Herstellung, Noch ein Versuch: „Schwarze Erde“ mit Pferdemist, „Vererdung“ des Terra Preta Versuch´s 2 gestartet, Karfreitags Terra Preta – im Faß Die Ergebnisse der Pflanzversuche stehen weitestgehend noch aus, der erste Eindruck war aber wohl eher negativ, der Boden eventuell durch die Verwendung von Holzspänen sauer, denn eine Heidelbeere fühlte sich erkennbar wohl. Rob verwendet EM (Effektive Mikroorganismen), von denen ich persönlich nicht viel halte, die ich allerdings auch noch nicht erprobt habe. Mir stecken dahinter zuviel finanzielle Interessen und zu wenig wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse.

2. terra perma: Hier geht es nicht um die Herstellung, sondern um die Erprobung unterschiedlicher Erdmischungen, darunter auch Terra Preta, in Testbeeten. Das Experiment ist in Progress, man darf also auf weitere Erfahrungsberichte und Ergebnisse hoffen. Durch entsprechende Unterteilung der Flächen gibt es sogar eine gewisse Vergleichbarkeit. Beetversuch - erster Zwischenbericht (12.07.11), Beetupdate (01.08.11)

3. Wenn ich schonmal dabei bin, will ich natürlich auch nochmal auf meine eigene Serie verweisen. Den ersten Artikel zum Thema mit Links zu allen weiteren Teilen gibt es hier. Ich beginne noch einen Schritt früher und stelle sogar meine eigene Holzkohle für meine Experimente her.

UPDATE 14.8.2011

4. 13.8.2011 Gartenspaß; Effektive Mikroorganismen - Bokashi - Teil 3, Effektive Mikroorganismen - Terra Preta - Teil 4: Thab hat in der Serie effektive Mikroorganismen selber hergestellt und experimentiert nun mit Holzkohlebokashi, also dem Fermentationsverfahren zur Terra-Preta-Herstellung. Im nächsten Schritt wäre im Erfolgsfall dann wohl ein Bokashi mit Küchenabfällen an der Reihe, dem man weitere Holzkohle zusetzen müsste.

Terra Preta Nova Teil 6: Risiken und Nebenwirkungen

Auch bei Terra Preta gibt es eine Kehrseite der Medaille, über die ich mir ein paar Gedanken gemacht habe.

Problem 1: Der Boden wird, sofern der Kohleanteil im Boden wie erhofft stabil bleibt, nachhaltig verändert. Er wird mehr Wasser und Nährstoffe speichern. Damit ändert man die Standortbedingungen auf veränderten Flächen für einen unabsehbaren Zeitraum. Lebewesen, die auf die bisherigen Gegebenheiten, besonders auf einen nährstoffarmen und/oder trockenen Standort spezialisiert sind, werden verdrängt. Das ist kein Problem, solange es sich um ein paar Quadratmeter in einem Garten handelt. Sollte sich das Einbringen von verkohlter Biomasse in den Boden aber großflächig durchsetzen, um landwirtschaftliche Flächen aufzuwerten, oder CO2 aus der Luft zu binden, kann dies ein Problem dartellen.

Problem 2: Woher die Biomasse nehmen? Für die Anwendung von Terra Preta bzw. Biochar im größeren Maßstab, benötigt man große Mengen Biomasse, die verkohlt werden muss. Diese Biomasse muss irgendwo wachsen. Von der zu befürchtenden Plünderung der Ur- und Regenwälder mal ganz abgesehen, ist die billigste Methode der Biomasseerzeugung der landwirtschaftliche Anbau in Monokultur mit allen bekannten Problemen. Auf den Flächen wird dann statt Lebensmitteln Biomasse zur Verkohlung angebaut. Das Problem ist dasselbe, wie beim Anbau von Energiepflanzen, nur, dass die Energieausbeute geringer ist und damit noch mehr Fläche benötigt wird.

Problem 3: Verarbeitung, Transportwege! Der Transport von Biomasse und Kohle sowie die Verarbeitung zu einsatzfähigen Substraten erfordert Energie und Rohstoffe. Die Industrielle Versorgung mit Biochar stellt also selber ein Umweltproblem dar. Lösung hierfür wäre eine möglichst lokale, dezentrale Biocharerzeugung. Das Problem hierbei ist aber die Technik. Bei unprofessionellen Verkohlungsverfahren werden wesentlich mehr giftige oder klimaschädliche Gase freigesetzt, der Effiziensgrad dürfte außerdem niedriger sein.

Problem 4: Langzeitfolgen! Lässt man mal die möglichen Vorteile der Bodenveränderung durch Kohle außer Betracht, diente das EInbringen von Biochar in den Boden vorrangig der Beseitigung von CO2 aus der Athmosphäre. Man würde also letztlich Müll lagern. Die Langzeitfolgen mögen leichter abzuschätzen sein, als bei der unterirdischen Flüssigspeicherung, die Risiken müssten aber dennoch erforscht werden. Wie verhält es sich zum Beispiel mit der Anreicherung von Schwermetallen. Möglicherweise konzentrieren sich diese in der Kohle über die Zeit. Wie sind die Auswirkungen auf den Ph-Wert, wie wir das Bodenleben beeinflusst und werden neben nützlichen Bodenorganismen nicht auch Schädlinge wie Kohlhernie etc. langfristig angesiedelt, so dass ihre Bekämpfung viel aufwendiger wird? Es bedarf jedenfalls in vielen Bereichen noch umfassender Forschungsarbeit, ehe man an einen Einsatz im ganz großen Stil denken kann, wie ihn viele Visionäre und Geschäftemacher erträumen.

Problem 5: Auch im Kleinen gehen Lebensräume verloren. Wird vermehrt Biomasse verkohlt, bleibt weniger davon im Wald, im Garten, auf dem Feld etc. Dadurch gehen vielen Tieren Lebensräume verloren. Viele Insekten benötigen Totholz, aber auch Igel und Vögel fühlen sich darin wohl.

Rechtfertigung: Ich werde von meinen privaten Experimenten trotz aller Risiken vorerst nicht ablassen. Bei den Mengen, die ich verarbeite und den wenigen Quadratmetern Fläche, deren Bodenbeschaffenheit ich verändere, ist der mögliche Schaden überschaubar. Die Forschung wird sich soweit sie denn stattfindet auf den Großeinsatz beschränken. Die Umsetzung in einem Garten mit möglichst geschlossenem Stoffkreislauf dürfte kaum von Interesse sein, da sich damit kein Geld verdienen lässt. Meine unwissenschaftlichen Versuche können so zu Erfahrungen führen, die im besten Falle in Zusammenschau mit anderen Erkenntnissen eine verträgliche Anwendung im Kleinstbereich ermöglichen. Ohnehin sieht es so aus, als hätte ich bisher nur genügend Material für Topfkulturen oder Minibeete erzeugt. Nicht zu vergessen sind auch die möglichen Vorteile durch eventuelle Ersparnisse bei Dünger, torfhaltiger Pflanzerde etc., die in erster Linie den Einsatz im Garten betreffen.

Hier der Link zum ersten Teil der Terra Preta Nova Serie mit Verlinkung zu allen Teilen.