Samstag, 31. Dezember 2011

Unser Garten als archäologische Ausgrabungsstätte

Zumindest kamen wir uns gestern beim Ausheben der Löcher für den zweiten Abschnitt der neuen Grenzhecke so vor. Immer wieder stießen wir auf Scherben und Ziegelstücke. Am Ende hatten wir eine gute Ausbeute. So machen sie noch nicht viel her: Gesammelte Funde
Gewaschen sieht es schon besser aus: Gesammelte Funde gewaschen
Das Prunkstück der Sammlung ist das grüne Stück eines Kachelofens, das meine Mutter auf 16. Jahrhundert schätzt. Auch die drei schwarzen Stücke stammen von einer Ofenkachel. Ofenkacheln lassen sich an Hand der Muster und Farben wohl recht gut datieren, da sie häufig nur über einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum produziert wurden.

Freitag, 30. Dezember 2011

Permakulturbeet 7 Monate nach Neuanlage

Heute will ich euch mal einen Jahresbericht zu meinem Permakulturbeet geben.

Von meinen Sämereien ist das Meiste nicht aufgelaufen. Kürbis Totalausfall, Möhrchen nur zwei aufgelaufen, Feuerbohnen zwei von 10 gewachsen, die aber dafür ordentlich.

Besser haben sich die Pflanzungen bewährt. Das kleine Stück Meerrettich ist zu einer ordentlichen Pflanze geworden, die jetzt natürlich nicht mehr zu sehen ist. Der Schnittlauch ist auch angewachsen. Ein aus dem Gemüseacker gerettetes Radieschen ist groß geworden, hat allerdings dieses Jahr noch nicht geblüht. Wenn die Rehe es nicht fressen, wird es vielleicht im nächsten Jahr was mit Samen.

Am Besten sind die Sachen gekommen, die ich nicht bewusst angpflanzt habe. Einige Kartoffeln waren wohl noch in der Komposterde, aus zwei oder drei Pflanzen ist fast ein Eimer Kartoffeln herausgekommen. Ein paar (ich vermute mal) Stockrosen haben sich angesät und werden dann nächstes Jahr blühen, auch ein Mutterkraut hat sich ausgesät und ist schon ein richtiger Busch geworden. Zitronenmelisse und Klatschmohn sind auch so gekommen.

Der Arbeitsaufwand mit dem Unkrautjäten war sehr überschaubar. Ab und zu habe ich die größeren Unkräuter, vor allem Löwenzahn, Gras und Brennesseln rausgerissen. Die meiste Arbeit hat das Ausreißen am Rand gemacht, damit die Quecken und Gräser nicht so ins Beet hineinwachsen. Bei einer größeren Fläche wäre die Bilanz sicher noch positiver. Feuerbohnen werde ich nächstes Jahr wieder legen und Kürbisse werde ich nochmal probieren. Außerdem habe ich mir Zuckerrübensaat ertauscht von der sich sicherlich auch ein Saatkorn in das Beet verirren wird. Ansonsten hoffe ich auf die Saat im Boden. Permakulturbeet nach 7 Monaten
Das Riesenradieschen:
Riesenradieschen im Permakulturbeet
Mohrrübe mit abgefressenem Kraut: Möhre im Permakulturbeet
Der Mutterkrautbusch, er fängt schon wieder an zu blühen...
Magerite im Permakulturbeet

Die Beetanlage

25 Tage nach Neuanlage

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Hecke pflanzen erster Abschnitt (Pflaume + Josta)

Nach der Aufräumaktion haben wir gestern auch noch mit dem ersten Abschnitt der neuen Grenzhecke begonnen. Dafür hatten wir schon vor einigen Monaten den Bereich mit Silofolie abgedeckt, damit das Gras und die Brennesseln darunter absterben. Heckenplatz mit Plane Heckenplatz ohne Plane
Wie man sieht, ist der Bewuchs auch ziemlich hinüber, nur ist er so ganz ohne Wasser nur vertrocknet und nicht wie erhofft kompostiert. Also mussten wir erstmal das Gras abharken. Auch der Boden ist durch die Behandlung eher unbelebt und vor allem steinhart geworden. Nur mit Grabgabel und Spitzhacke! ließen sich notdürftige Pflanzlöcher aus dem Boden kratzen. Erdloch harter Boden
Zusätzlich behindert wurden die Grabungen noch durch die Wurzeln der großen Tanne daneben und durch einen Haufen eingewachsene und -gewurzelte Kunststoffbänder. Strohballenbänder ausgegraben
Mit je einer knappen Karre Kompost aufgefüllt haben die drei Zwetschgen und die zwei versetzt davor gepflanzten Jostasträucher hoffentlich nun die Chance eine Hecke zu werden. Gegen das Überwuchern haben sie alle noch eine Mulchscheibe aus direktrecycelten Pappkartons bekommen, die das heutige Wetter hoffentlich nicht weggeweht hat. In den kommenden Tagen muss dan unbedingt noch ein Zaun drumherum, sonst verbeißen die Rehe die Pflanzung spätestens beim ersten Schnee. Hecke mit Mulchscheiben Hecke mit Mulchscheiben und Erde
Falls ihr euch jetzt über die unterschiedliche Größe und Qualität der Bilder wundert, ich wollte das mal ausprobieren. Das obere Bild ist ca. 300 kb, das untere bloß ca. 45 kb groß. Habt ihr Schwierigkeiten mit der Anzeige solcher Bilderartikel oder geht das? Ich finde die Bildqualität bei der kleineren Variante offen gestanden nicht so prickelnd, aber die Artikel würden natürlich wesentlich schneller laden.

Bericht über die Anlage des zweiten Abschnitts

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Die Entdeckung am Apfelbaum

Eigentlich sollte der abgeknickte Ast vom Holsteiner Cox ja auch ab, aber dann habe ich die Pilze entdeckt. Unbekannter Pilz 1
Unbekannter Pilz 6 Unbekannter Pilz 2
Irgendwie erinnerten sie mich an die Abbildungen von Austernseitlingen, die ich im Zusammenhang mit meinem Überlegungen zur Pilzzucht gesehen habe. Leider bin ich noch nicht sicher, was es für ein Pilz ist. Der Austernseitling wäre essbar. Ich habe noch eine Anfrage im Pilzforum gemacht, bisher scheint sich mein Eindruck zu bestätigen.
Wenn noch jemand eine Idee hat, freue ich mich über Hinweise, auch wie ich einen Austernseitling zweifelsfrei identifizieren kann und womit man ihn im schlimmsten Fall verwechseln könnte. Ich werde morgen mal einen abmachen und genauer unter die Lupe nehmen.

Update 4.1.2012: Mittlerweile bin ich mir sicher, dass es Austernseitlinge sind und habe sie auch schon geerntet.

Update 21.3.2012: Und jetzt auch zubereitet!

Das Aufräumen geht weiter

Gestern hatten wir ja mit dem Aufräumen heruntergebrochener Äste von zwei alten Apfelbäumen angefangen. Heute ging es nun bei herrlichem Wetter weiter.

Der Grüne Boskop musste nurnoch mit der Kettensäge zerlegt werden.
Grüner Boskop Windbruch zersägt
Auch den Holsteiner Cox haben wir weiter zerlegt, allerdings durfte der abgeknickte Ast vorerst dranbleiben, darüber mehr in einem anderen Artikel. Kleiner Tipp: es hat was mit Pilzen zu tun. Windbruch Apfelbaum
Der Gestrüpphaufen ist dadurch schon ganz schön gewachsen.
Gestrüpphaufen
Und vor dem gut gefüllten Holzschuppen sieht man, dass es auch eine ganze Menge frisches Feuerholz gibt. Links die Klötze zum Spalten, auf der anderen Seite die Äste zum Sägen. Apfelholz ist übrigens ein super
Feuerholz.
Holzschuppen mit Apfelwindbruchholz
Danach haben wir noch angefangen mit dem Pflanzen der neuen Hecke.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Aufräumen nach Weihnachten

Ich hoffe, dass alle Leser ähnlich schöne Weihnachtstage wie ich verleben durften. Nach drei Tagen Feiermarathon reicht es nun aber auch. Pünktlich zum Ende der Feiertage ist es so trocken, dass man nicht mehr nach ein paar Schritten einige Kilo Matsch an den Stiefeln hat und so war endlich Zeit mal wieder in den Garten zu gehen und die wenigen hellen Stunden des Tages zu nutzen.

Über die letzten Monate sind von zwei der ganz alten Apfelbäume große Äste heruntergebrochen. Der Grüne Boskop hat sogar nurnoch einen Ast. So sah er ziemlich am Anfang der Aufräumaktion aus:
Grüner Boskop halb entastet
... und so danach:
Grüner Boskop Windbruch entastet
Mit dem zweiten Baum bin ich noch nicht ganz fertig geworden. Die dicken Äste müssen dann mit der Kettensäge zerlegt werden. Apfelbaum Windbruch
Das dickere Holz kommt in den Kamin, das Gestrüpp kommt erstmal auf den Haufen, ehe es irgendwann im Frühjahr zu Holzkohle für meine Experimente verbrannt wird. Reisighaufen
Hinter dem Pfahl liegt leider ein toter Igel, der die Weihnachtstage nicht erleben durfte. Toter Igel
Da es zu Weihnachten einen neuen Fotoapparat gab, dürft ihr euch in Zukunft wieder auf mehr Fotos gefasst machen.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Meine erste Papaya

Heute war Schlachttag. Allerdings musste niemand sterben, sondern es ging lediglich der Papaya aus dem Adventskalender ans Leder. Es war sozusagen eine Notschlachtung, denn sie war nur teilweise gelb, wurde dafür aber schon recht runzelig. Inzwischen habe ich mich schlau gelesen und herausgefunden, dass grün gekaufte Papayas wohl meist nicht mehr nachreifen, man sollte also beim Kauf darauf achten, dass die Frucht zumindest teilweise schon gelb ist.

Direkt vorher gab es Avocado auf Brot und irgendwie hatte ich auch bei der Papaya mit einem großen Kern in der Mitte gerechnet. Daher überraschten mich die vielen Pfefferkorngroßen Samen schon etwas. Ich habe sie dann erstmal ausgelöffelt und separat gestellt. Das Fruchtfleisch war eher fad, aber die Frucht war eben auch noch nicht so ganz reif.

Wikipedia hatte als Tipp zum Fruchtfleisch Zitrone und Zucker parat, was auch schon eine deutliche Verbesserung war. Nach einigen Stücken haben wir den Rest der Papaya dann aber mit Saft von anderthalb Zitronen püriert und dann löffelweise mit Zucker bestreut gegessen. So wurde schließlich doch noch ein Genuss daraus.

Der Test mit einer Mischung aus eiskaltem Wodka und dem Püree war nicht der Hit, da der Geschmack durch die Kälte praktisch nicht mehr wahrnehmbar war.

Die Kerne habe ich auch probiert, sie schmecken leicht scharf, pfeffrig, der Vergleich mit Kapuzinerkresse ist recht passend. Allerdings passte das erstmal nicht so zur süßen Frucht, also habe ich die Kerne erstmal eingefroren. Im Internet habe ich auch schon ein einfaches Salatdressing aus Papayakernen, Salz, Pfeffer, Essig, Zucker, saurer Sahne und Öl gefunden, aber ich könnte mir auch gut eine Suppe vorstellen.

Samstag, 17. Dezember 2011

Braucht Terra Preta EM (effektive Mikroorganismen)?

Da habe ich bei der letzten Hör- bzw. Leseempfehlung zum Thema Terra Preta noch drüber gegrübelt, ob EM eigentlich einen positiven Effekt bei der Herstellung hat und nun bin ich auf eine Studie gestoßen, die genau dieser Frage nachgeht.

Darin wird mit unterschiedlichen Holzkohleanteilen gearbeitet und es werden die Verfahren Kompostierung mit Holzkohle und Fermentierung mit EM und anschließende Kompostierung verglichen. Entgegen der Vermutung vieler EM-Befürworter, war der Stickstoffverlust bei der EM-Fermentierung nicht geringer. Am Ende waren die Nährstoffverluste bei beiden Varianten gleich hoch und traten bei der Fermentierung einfach etwas später, nämlich bei der Anschlussvererdung auf. Es wurde dabei auch nicht weniger Klimaschädliches CO2 und Methan freigesetzt. Die als EM zugesetzten (teilweise anaeroben) Mikroorganismen waren nach der Vererdung nicht mehr nachzuweisen. Allerdings gab es Unterschiede in der Zusammensetzung der Mikroorganismen, die noch nicht detaillierter untersucht wurden. Die EM-Substrate hatten einen höheren Anteil Pilzkulturen.

Ein anschließender nichtrepräsentativer Anbauversuch ergab hinsichtlich der EM kein klares Bild in die eine oder andere Richtung. Ein Holzkohleanteil von 10 % wirkte sich hingegen bei einigen Kulturen positiv aus.

Die "offizielle" Zusammenfassung und die Ausführliche Studie zum Nachlesen findet ihr hier!

Weitere Artikel und Leseempfehlungen zum Thema Terra Preta auf Chaosgarten findet ihr hier!

UPDATE 01.06.2013: die nicht mehr funktionierenden Links ersetzt.

Freitag, 16. Dezember 2011

Lesetipp für den gemütlichen Kaminabend: Eva Marbachs Weltuntergangsromane

Dank Eurokrise ist Weltuntergangsstimmung ja grad wieder in. Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Euro und damit wohl auch die Wirtschaft in den nächsten Jahren zusammenbricht, muss es ja nicht gleich das Szenario aus einem Katastrophenfilm sein. Dennoch kann es ja auch nicht schaden, vorbereitet zu sein und so ist die Zahl derer, die sich wieder angemessen mit Lebensmitteln und Bedarfsartikeln bevorraten am Steigen. Ein Lebensmittelvorrat für 2 Wochen wird auch von offizieller Seite empfohlen, schließlich können auch Naturkatastrophen kleineren Umfangs die Versorgung schonmal für ein paar Tage lahmlegen. Bis vor einigen Jahren war ein gewisser Vorrat auch noch ganz normal, dann wurde er, wegen der ständigen Verfügbarkeit und den längeren Öffnungszeiten auch am Samstag, unmodern. Jedweder nicht unmittelbar lebensbedrohlichen Krise beruhigt entgegensehen kann also der, der genügend Vorräte hat und sich im Ernstfall aus dem eigenen Garten selbst versorgen kann.

Diesen Gedanken greift die Autorin Eva Marbach in ihren Romanen für unterschiedliche Szenarien auf und schildert den Kampf "normaler" Menschen in einer Welt, in der sich alles ändert und die heutige Lebensweise nicht mehr länger möglich ist. Netterweise kann man die Romane kostenlos auf der Internetseite der Autorin lesen, teilweise auch als PDF herunterladen. Natürlich kann man sich auch ein Buch aus Papier bestellen.

Ich habe sämtliche Romane auf der Seite gelesen und muss sagen, dass die Szenarien teilweise nicht sonderlich plausibel sind, sich als Science Fiction aber flüssig lesen, und bei etwas simpler Erzähltechnik doch einen angenehmen Spannungsbogen haben. Die Überlegungen, wie Menschen reagieren und wie man gezwungen wird, sich weitgehend selbst zu versorgen, finde ich aber wieder sehr gelungen.

Im Folgenden will ich jeweils kurz etwas zum Inhalt der einzelnen Romane schreiben.

1. EMP: Ein Terroranschlag zerstört mittels eines EMP praktisch alle elektronischen Geräte. Praktisch alles bricht zusammen, Vorräte werden schnell knapp und Gewalt und Plünderungen brechen aus. Eine über ganz Deutschland verstreute Familie muss sich in dieser Welt durchschlagen, wobei sie vergleichsweise gut vorbereitet sind, denn die Eltern haben ausgerechnet für ein solches Szenarion "natürlich" schon lange vorausgeplant.
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2. Die Virenjägerin: Eine weltweite Pandemie entvölkert die Erde. Dieser Roman hat mit Selbstversorgung nichts zu tun. Eine kleine Gruppe Wissenschaftler sucht nach einem Heilmittel, dass sich Glücklicherweise im Laborstaub finden lässt. Eine unbekannte Gruppierung (meinem Eindruck nach die Russenmafia) unterstützt sie mit den nötigen Ressourcen. Die Story ist im Einzelnen zwar nicht sonderlich plausibel, das Szenario einer Pandemie ist aber eine reale Bedrohung angesichts resistenter Virenstämme etc. Die Panik um Schweine-, Geflügel- und sonstige Grippe kommt schließlich nicht von ungefähr.
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3. Vollautomatisch: Selbstversorgung ist hier eher das Ziel als der Inhalt des Romans. Dies ist ein klassischer Science Fiction. Der technische Fortschritt macht die Menschen weitgehend überflüssig und schließlich sind praktisch alle Menschen in Arbeitlosensiedlungen eingebunkert. Die Protagonistin rutscht in dieses System ab und bricht schließlich wieder aus, um das einfache Landleben, dass sie aus einem Computerspiel kennt auf dem weitgehend verlassenen Land zu finden. Bei ihrer Odysse durch eine technisierte Agrarwüste trifft sie auf unterschiedliche Aussteigergruppen, die quasi eine Karikatur bestehender Strömungen sind.
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4. Jenseits des Ölgipfels: Ein Peak-Oil-Roman. Peak-Oil ist ein Szenario, bei dem die Ölreserven zur Neige gehen und die gesamte davon abhängige, also die gesamte, Wirtschaft zusammenbricht. Peak-Oil ist eine Theorie, nach der es nach einem erreichten Fördermaximum nurnoch steil bergab geht, bis praktisch kein Öl mehr gefördert werden kann. Im Roman hat dieser Effekt realistischerweise eine gewisse Zeit gedauert und die Wirtschaft erst langsam zerstört, bis schließlich die öffentliche Versorgung und Ordnung zusammenbricht. Der Roman gibt insofern aber auch Hoffnung, als er Selbstversorgung und regionalen Zusammenhalt als Lösung vorschlägt. Von allen Büchern von Eva Marbach finde ich dieses und das nächste am spannendsten.
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5. Oilpeak Reloaded: Spielt im selben Szenario und die Protagonisten des ersten Buches tauchen auch am Rande wieder auf. In beiden Büchern neigt Eva Marbach zur Überschätzung des Potentials regenerativer Energien. Im ersten Teil sind das vor allem Biogas- bzw.-diesel und Solarenergie, in Oilpeak Reloaded die Scheffler-Spiegel, die in Deutschland allenfalls im Sommer angemessen funktionieren, aber wohl kaum größere Energieprobleme lösen könnten. Dennoch ist auch dieses Buch sehr gelungen, wenn man es als Roman und nicht als Anleitung liest.
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Insgesamt sind die Romane von Eva Marbach leichte Lektüre mit einigen interessanten Denkansätzen und es macht bei den beiden Oil-Peak-Romanen einfach Spaß sie zu lesen. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass ich keinerlei Vorteil aus dieser Empfehlung ziehe und mit der Autorin nicht bekannt bin. Wenn man auf ihrer Internetseite weiterstöbert, erfährt man, dass sie auch Bücher über teilweise offenbar alternative medizinische Methoden schreibt, über deren Seriösität ich mir ausdrücklich kein weiteres Urteil erlauben möchte.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Terra Preta kommentierte Leseempfehlung: "Wundererde" im Test (Zeit Online)

Das Thema Terra Preta war nun der Zeit auch mal einen Artikel wert. Zwar steht aus meiner Sich nicht viel Neues in dem Artikel, er stellt aber recht ausführlich, verständlich und neutral Terra Preta als das dar, was es momentan noch ist - ein vielversprechendes Forschungsgebiet.

Zwar ist die Grundidee mit der Holzkohle gut und nicht neu, andere Faktoren sind aber noch umstritten und werden häufig von denen besonders propagiert, die eigene finanzielle Interesen an der Vermarktung ihrer Produkte haben. Auch ist fraglich, ob Terra Preta bei jeder Klimalage und jedem Boden positive Effekte im gewünschten Ausmaß hat und ob die Anwendung gerade großflächig wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist.

Gerade für Einsteiger in die Thematik gibt der Artikel einen guten Überblick, auch wenn die Hypothese des Zusammenhangs von "Effektiven Mikroorganismen" mit der Wirksamkeit von Terra Preta aus meiner Sicht etwas kritischer hätte betrachtet werden können.

Hier nun der Link, viel Spaß damit !
Zeit Online vom 1.12.2012, "Wundererde" im Test


Weitere Blogartikel zum Thema


Danke für die Leseempfehlung auf dem Blog Neukölln Goes Country, die mich erst auf den Artikel aufmerksam gemacht hat.


UPDATE 9.12.2012: Im Deutschlandradion lief auch ein aktueller Beitrag über einen bisher recht erfolgreichen Freilandversuch mit Terra Preta. Kompost mit Holzkohle im Verhältnis 2:1 wurde dabei in sandigen Boden in Brandenburg eingearbeitet. Leider wird nichts genaueres über die Menge pro Hektar etc. gesagt. Interessant ist, dass dieser wissenschaftliche Versuch ohne EM etc. auskommt. Die Wasserspeicherfähigkeit soll sich durch die Maßnahme verdoppelt haben und der Ertrag um bis zu 40 % gestiegen sein. Prof. Dr. Bruno Glaser von der Universität Halle begleitet das Projekt wissenschaftlich. Leider konnte ich den Beitrag keinem Projekt auf der Seite zuordnen, aber da es noch läuft, wird es sicher irgendwann eine Publikation geben, auf die man gespannt sein darf.

Freitag, 2. Dezember 2011

Die Mär vom schlechten Brennholz

Es soll Leute geben, die aus unterschiedlichen Gründen nur gerade Buchen- oder Eichenscheite kaufen und verheizen, obwohl sie anderes Holz billiger oder umsonst haben können. Der Grund sind häufig Bedenken hinsichtlich der Gefahren beim Heizen mit anderem Holz. In einem geschlossenen Ofen kann man bedenkenlos alle unbehandelten, ausreichend trockenen Hölzer verfeuern. Auf behandelte oder gar lackierte Hölzer, also praktisch alle Balken, Bretter, Leisten etc., die mal übrig geblieben sind, sollte man der Umwelt und der Gesundheit zuliebe verzichten. Beim Verbrennen können giftige Dämpfe entstehen, giftige Verbindungen können sich auch im eigenen Garten niederschlagen und in der Asche ist meist ein deutlich erhöhter Anteil Schwermetalle zu finden.

Es kann aber Situationen geben, in denen man auch bestimmte Naturhölzer favorisieren oder meiden sollte. Hölzer haben eine unterschiedliche Dichte, sind also im trockenen Zustand unterschiedlich schwer. Der Heizwert richtet sich nach der Trockenmasse, also nach dem Gewicht und nicht nach dem Volumen. Ein ganzer Schuppen voll Weiden- oder Pappelholz bringt daher viel weniger Heizwirkung und verbraucht sich entsprechend schneller als eine Schuppen voll Eiche, Buche oder Obstholz. Wenn der Platz für die Lagerung knapp ist oder man nicht so oft Holz holen und nachlegen möchte, sollte man auf leichtere und sehr dünne Hölzer eher verzichten. Insbesondere Weide, Pappel, aber auch Kiefer und Fichte sind daher eher nicht zu empfehlen. Das schwerste übliche Feuerholz ist Eiche, die außerdem sehr langsam brennt.

Wenn man einen offenen Kamin ohne Funkenschutzgitter verwenden möchte und nur ein kleiner Bereich um den Kamin gefliest ist, sollte man harzreiche Hölzer und solche mit vielen Astlöchern besser nicht verbrennen. Die Luft- und Harzeinschlüsse können beim Verbrennen verpuffen und dabei fliegen kleinere Glutstücke manchmal 1-2 Meter aus dem Kamin. Die meisten Nadelhölzer sind für offene Kamine daher nur bedingt zu empfehlen, sofern man kein Schutzgitter verwendet. Ansonsten gibt Nadelholz aber eine gemütliche Geräuschkulisse, da es stärker knackt und knistert als anderes Holz.

Letztes Auswahlkriterium ist die Angst vor Schornsteinbränden. Dabei entzündet sich Ruß im Schornstein. Besonders viel Ruß entsteht, wenn der Kamin schlecht zieht, also zu wenig Sauerstoff bekommt und wenn feuchtes Holz verheizt wird. Besonders Holz, das hohe Flammen schlägt, also vor allem harzreiche Nadelhölzer sollen dabei ein Entzünden im Schornstein erleichtern. Wegen des in Deutschland vorgeschriebenen Wartungs- und Reinigungsintervalls (mindestens einmal im Jahr durch Schornsteinfeger), sind Schornsteinbrände aber sehr selten geworden. Wer dennoch Bedenken hat, kann ja seinen Schornsteinfeger bei dessen nächstem Besuch einmal befragen, wie er die Sache sieht und ob überhaupt viel Ruß im Schornstein war. Je desser ein Kamin zieht und der Schornstein isoliert ist, desto weniger Ruß bleibt im Schornstein kleben. Moderne Schornsteine sind daher wegen der dank besserer Isolierung im Schornstein größeren Hitze weniger gefährdet, da der Ruß sich kaum niederschlägt.

Wir heizen im Winter praktisch den ganzen Tag das Untergeschoss nur mit einem Holzofen mit Sichtscheibe. Dabei verbrennen wir alles Holz, was wir kriegen können und was im Garten anfällt. Die Zusammensetzung ist insofern jedes Jahr eine andere, aber es ist immer viel Obstholz aus dem Garten dabei, sowie meist eine größere Menge Nadelholz. Auch gegen Ziergehölze wie Flieder spricht nichts, auch wenn das natürlich nicht die Mengen sind. Der große Vorteil, wenn man nicht wählerisch ist, ist dass man übers Jahr meist kostenlos an Feuerholz kommt, wenn in der Nachbarschaft ein Baum gefällt wird.

Wer den Kamin natürlich rein als Luxusobjekt zu Ansehen betreibt und keine Arbeit investieren möchte, bleibt selbstverständlich gut beraten, sich Buchenscheite in handlichen Säcken liefern zu lassen oder im Baumarkt zu kaufen.

Wenn man wirklich nur Naturhölzer verbrennt, kann man die Holzasche auch als Dünger im Garten verwenden. Zwar gibt es vereinzelt Bedenken wegen einer möglichen Schwermetallbelastung, diese scheint aber in aller Regel auf behandelte Hölzer zurückzugehen. Außerdem enthalten auch gekaufte mineralische Dünger Schwermetalle und teilweise sogar Uran. Die meisten Bauerngärten wurden über Jahrzehnte, manchmal auch länger, mit Holzasche gedüngt, ohne dass es zu einer großflächigen Kontamination gekommen zu sein scheint. Natürlich sollte man es mit der Menge nicht übertreiben, um nicht zu überdüngen.