Freitag, 16. Dezember 2011

Lesetipp für den gemütlichen Kaminabend: Eva Marbachs Weltuntergangsromane

Dank Eurokrise ist Weltuntergangsstimmung ja grad wieder in. Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Euro und damit wohl auch die Wirtschaft in den nächsten Jahren zusammenbricht, muss es ja nicht gleich das Szenario aus einem Katastrophenfilm sein. Dennoch kann es ja auch nicht schaden, vorbereitet zu sein und so ist die Zahl derer, die sich wieder angemessen mit Lebensmitteln und Bedarfsartikeln bevorraten am Steigen. Ein Lebensmittelvorrat für 2 Wochen wird auch von offizieller Seite empfohlen, schließlich können auch Naturkatastrophen kleineren Umfangs die Versorgung schonmal für ein paar Tage lahmlegen. Bis vor einigen Jahren war ein gewisser Vorrat auch noch ganz normal, dann wurde er, wegen der ständigen Verfügbarkeit und den längeren Öffnungszeiten auch am Samstag, unmodern. Jedweder nicht unmittelbar lebensbedrohlichen Krise beruhigt entgegensehen kann also der, der genügend Vorräte hat und sich im Ernstfall aus dem eigenen Garten selbst versorgen kann.

Diesen Gedanken greift die Autorin Eva Marbach in ihren Romanen für unterschiedliche Szenarien auf und schildert den Kampf "normaler" Menschen in einer Welt, in der sich alles ändert und die heutige Lebensweise nicht mehr länger möglich ist. Netterweise kann man die Romane kostenlos auf der Internetseite der Autorin lesen, teilweise auch als PDF herunterladen. Natürlich kann man sich auch ein Buch aus Papier bestellen.

Ich habe sämtliche Romane auf der Seite gelesen und muss sagen, dass die Szenarien teilweise nicht sonderlich plausibel sind, sich als Science Fiction aber flüssig lesen, und bei etwas simpler Erzähltechnik doch einen angenehmen Spannungsbogen haben. Die Überlegungen, wie Menschen reagieren und wie man gezwungen wird, sich weitgehend selbst zu versorgen, finde ich aber wieder sehr gelungen.

Im Folgenden will ich jeweils kurz etwas zum Inhalt der einzelnen Romane schreiben.

1. EMP: Ein Terroranschlag zerstört mittels eines EMP praktisch alle elektronischen Geräte. Praktisch alles bricht zusammen, Vorräte werden schnell knapp und Gewalt und Plünderungen brechen aus. Eine über ganz Deutschland verstreute Familie muss sich in dieser Welt durchschlagen, wobei sie vergleichsweise gut vorbereitet sind, denn die Eltern haben ausgerechnet für ein solches Szenarion "natürlich" schon lange vorausgeplant.
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2. Die Virenjägerin: Eine weltweite Pandemie entvölkert die Erde. Dieser Roman hat mit Selbstversorgung nichts zu tun. Eine kleine Gruppe Wissenschaftler sucht nach einem Heilmittel, dass sich Glücklicherweise im Laborstaub finden lässt. Eine unbekannte Gruppierung (meinem Eindruck nach die Russenmafia) unterstützt sie mit den nötigen Ressourcen. Die Story ist im Einzelnen zwar nicht sonderlich plausibel, das Szenario einer Pandemie ist aber eine reale Bedrohung angesichts resistenter Virenstämme etc. Die Panik um Schweine-, Geflügel- und sonstige Grippe kommt schließlich nicht von ungefähr.
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3. Vollautomatisch: Selbstversorgung ist hier eher das Ziel als der Inhalt des Romans. Dies ist ein klassischer Science Fiction. Der technische Fortschritt macht die Menschen weitgehend überflüssig und schließlich sind praktisch alle Menschen in Arbeitlosensiedlungen eingebunkert. Die Protagonistin rutscht in dieses System ab und bricht schließlich wieder aus, um das einfache Landleben, dass sie aus einem Computerspiel kennt auf dem weitgehend verlassenen Land zu finden. Bei ihrer Odysse durch eine technisierte Agrarwüste trifft sie auf unterschiedliche Aussteigergruppen, die quasi eine Karikatur bestehender Strömungen sind.
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4. Jenseits des Ölgipfels: Ein Peak-Oil-Roman. Peak-Oil ist ein Szenario, bei dem die Ölreserven zur Neige gehen und die gesamte davon abhängige, also die gesamte, Wirtschaft zusammenbricht. Peak-Oil ist eine Theorie, nach der es nach einem erreichten Fördermaximum nurnoch steil bergab geht, bis praktisch kein Öl mehr gefördert werden kann. Im Roman hat dieser Effekt realistischerweise eine gewisse Zeit gedauert und die Wirtschaft erst langsam zerstört, bis schließlich die öffentliche Versorgung und Ordnung zusammenbricht. Der Roman gibt insofern aber auch Hoffnung, als er Selbstversorgung und regionalen Zusammenhalt als Lösung vorschlägt. Von allen Büchern von Eva Marbach finde ich dieses und das nächste am spannendsten.
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5. Oilpeak Reloaded: Spielt im selben Szenario und die Protagonisten des ersten Buches tauchen auch am Rande wieder auf. In beiden Büchern neigt Eva Marbach zur Überschätzung des Potentials regenerativer Energien. Im ersten Teil sind das vor allem Biogas- bzw.-diesel und Solarenergie, in Oilpeak Reloaded die Scheffler-Spiegel, die in Deutschland allenfalls im Sommer angemessen funktionieren, aber wohl kaum größere Energieprobleme lösen könnten. Dennoch ist auch dieses Buch sehr gelungen, wenn man es als Roman und nicht als Anleitung liest.
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Insgesamt sind die Romane von Eva Marbach leichte Lektüre mit einigen interessanten Denkansätzen und es macht bei den beiden Oil-Peak-Romanen einfach Spaß sie zu lesen. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass ich keinerlei Vorteil aus dieser Empfehlung ziehe und mit der Autorin nicht bekannt bin. Wenn man auf ihrer Internetseite weiterstöbert, erfährt man, dass sie auch Bücher über teilweise offenbar alternative medizinische Methoden schreibt, über deren Seriösität ich mir ausdrücklich kein weiteres Urteil erlauben möchte.

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