Mittwoch, 15. Juni 2011

Ein langes Leben geht langsam zu Ende; Alte Unterlage retten?

Beim großen Sturm vor einer Woche hat es unseren Grünen Boskop erwischt. Gleich zwei von vier Hauptästen sind abgebrochen und mit ihnen hunderte kleine Äpfel, die nun nicht mehr reif werden können.
Grüner Boskop mit Sturmschaden
Hier sieht man, wie dick die Äste sind und mit welcher Gewalt sie gebrochen sind. Auch sieht man warum sie gebrochen sind, innen sind deutliche Schäden zu sehen.Grüner Boskop Sturmschaden 1Grüner Boskop Sturmschaden 3Grüner Boskop Sturmschaden 4
Die dicken Äste und die schon vorhandenen Stümpfe gehen nach und nach kaputt. Auch Pilze fangen an sich breit zu machen.Pilz in Asthöhle an Grünem Boskop
Weitgehend unverwüstlich und ohne Anzeichen von Schwäche ist dagegen der Stamm. Da die Veredelungsstelle oben ist, gehört der Stamm folglich zur Unterlage. Insgesamt haben wir noch drei Bäume in der Größe. Neben dem Grünen Boskop noch zwei Uelzer Rambuhr, von denen einer aber fast tot ist. Alle drei sind sie ungefähr hundert Jahre alt und (waren) mächtige Bäume mit hohem Ertrag und guter Holzbildung. Deswegen würde ich die Unterlage gerne vermehren. Leider weiß ich nicht wie, da die Stämme auch keine Triebe unterhalb der Veredelungsstelle bilden, die man abmoosen oder absenken könnte. Vielleicht hat ja von euch jemand eine Idee, wie ich die Unterlage vermehren kann, oder wo es eventuell doch noch vergleichbare Untelagen zu kaufen gibt. ich fürchte aber, dass derartige Unterlagen für große Wirtschaftsäpfel noch vor vielen Edelsorten ausgestorben sind.

UPDATE 27.12.2011: Inzwischen sind fast alle Äste heruntergebrochen, heute ging es dann ans Aufräumen.

Kommentare:

  1. Hallo,

    vielleicht könntest Du Eure Unterlage retten, in dem ihr die Krone neu aufbaut, ein Kronenaufbau erfordert aber meines Wissens ein radikal Schnitt. Unser Nachbar (ein Gärtner) hat seinen uralten Apfelbaum auch so beschnitten. Schnittzeit ist allerdings im Februar. Vielleicht hat ja jemand richtig Ahnung wie man sowas anstellt.

    Liebe Grüße

    Conny

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  2. Hallo Conny,
    die Unterlage ist ja noch völlig in Ordnung. Wenn ich den Kronenneuaufbau richtig verstanden habe, müsste man die Veredelung abnehmen, damit die Unterlage eine eigene Krone entwickelt. Unser schöner Baum soll aber natürlich den Rest seines Lebens, was ja durchaus noch ein Jahrzehnt sein kann, weiter Früchte tragen. Außerdem habe ich meine Zweifel, ob das bei dem Stammdurchmesser noch funktioniert, schließlich wären die offenen Wunden gewaltig und dann würde auch der Stamm anfangen zu gammeln. Ich fürchte, das wäre der Anfang vom Ende.
    Vielleicht täusche ich mich aber auch darüber, was du mit Kronenneuaufbau meinst. Ich will aber ja nicht unbedingt genau diesen Unterlagenstamm erhalten, der ist halt einfach schon alt, sondern ich möchte ihn "klonen", um eine frische Unterlage mit entsprechender Qualität für neue Bäume zu erzeugen.

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  3. Hmm ich glaube nicht das Du die Unterlage klonen kannst, solange keine Triebe am unteren Ende zu finden sind. Allerdings wenn Eure Äpfel so lecker sind würde ich eventuell im Winter ein paar Stecklinge schneiden und diese auf einer neuen Unterlage veredeln (in Baumschulen gibts die ja sogar mit Fachberatung *lach) ..dann das Stämmchen erstmal ein paar Jährchen im Topf ziehen. Bei Eurem alten Apfelbaum würde ich dann doch jetzt schnell den Bruch schneiden und die "Wunde" versiegeln. Dann müsste der noch ein paar Jahre durchhalten und bis dahin ist der neue Klon bereits pflanz und tragreif.

    Grüßli

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  4. Sowohl der Uelzer Rambuhr, als auch der Grüne Boskop sind noch erhältlich, auch als Hochstamm. Der Uelzer Rambuhr steht sogar schon veredelt auf der Terrasse. Von den Wundversiegelungen halte ich nicht viel, man weiß nie, ob darunter die Pilze nicht noch besser wüten. Bei der Dicke und solange die Aststummel noch leben, sehe ich für die nächsten Jahre keine Probleme für den Baum. Allerdings werden die anderen Äste früher oder später auch abbrechen :(.

    Was die Unterlage angeht, fällt mir leider nichts Vielversprechendes ein. Ich fürchte, dass das mit konventionellen Mitteln nicht möglich ist.

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  5. Inzwischen sind fast alle Äste heruntergebrochen und wurden heute zerlegt: http://chaosgarten.blogspot.com/2011/12/aufraumen-nach-weihnachten.html

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