Montag, 24. Oktober 2011

Die Läuse sind tot - hurra! (von der erfolgreichen Entlausung einer Zimmerchili)

Unsere Fensterbankchili, eine Fireflame F1 hat den ganzen Sommer unter Läusen gelitten. Die müssen vom Baum vor der Tür durchs offene Fenster eingeflogen sein und haben sich dann festgesetzt. Monatelang habe ich sie mit den Fingern zerdrückt oder mit Wattestäbchen abgestreift und die Population damit zumindest in Schach halten können. Besonders lieben sie die Blüten, von denen wohl deswegen viele abgefallen sind. Dann hatte ich ein paar Wochen lang nicht mehr die Motivation jeden zweiten Tag zu entlausen und die Population stieg Sprunghaft an. Jedes Blatt saß mit den grünen Läusen voll, teilweise sogar auf der Oberseite. Die klebrigen Ausscheidungen sammelten sich auf der Fensterbank und dem Fußboden. Das Abstreifen brachte keine rechte Besserung mehr und meine Freundin drohte mir an, die Pflanze hinauszuwerfen, wenn ich keinen durchschlagenden Erfolg erzielen würde.

Meine bisherigen Freilandversuche der Lausbekämpfung waren nicht übermäßig erfolgreich, also habe ich es diesmal mit einem härteren Gebräu versucht. Wir haben in der Wohnung leider nur einen kleinen Zerstäuber, in dem auch noch alte Sonnenmilch war, die sich auch nicht ohne Weiteres ausspülen ließ. Dazu kam in einem Weinglas angesetzt ein ordentlicher Schuss Spüli, ein Schnapsglas 40 %iger Alkohol und Wasser. Zur zweiten Füllung kam noch ein Schuss Speiseöl, um die Sonnenmilch zu ersetzen, in irgendeinem Rezept habe ich das auch mal so gelesen.

Die verlauste Pflanze habe ich also in die Dusche verfrachtet und die Erde sorgfältig mit Frischhaltefolie abgedeckt, damit nicht zuviel von dem Spüli in den Boden kommt. Die schlimmste Arbeit war das gründliche Einsprüchen jedes einzelnen Blattes von unten und oben. Praktisch überall saßen Läuse, nach großzügiger Anwendung des Gebräus starben aber viele, wenn auch die Größeren nicht sofort ihre Lebenstätigkeiten einstellten.

Nach ca. einer Stunde krabbelten immer noch etliche Läuse, wenn auch die meisten tot zu sein schienen. Um Lauskadaver, meine Spezialmischung und vielleicht auch die letzten überlebenden Läuse von der Pflanze zu beseitigen, habe ich zuletzt einen kalten Waschgang mit der Duschbrause durchgeführt, der Wunder gewirkt hat. Die Pflanze sah absolut lausfrei aus und konnte nach dem Trocknen wieder auf die Fensterbank.

Fraglich war nur, ob die nächste Generation nicht einfach aus den verbliebenen Eiern schlüpfen würde. Die nicht abgespülten Läuse vertrockneten jedenfalls in den nächsten Tagen und klebten als vereinzelte braune Krümel an den Blättern. Nach einigen Tagen zeigte sich außerdem, dass einige Eier die Behandlung überstanden haben müssen. Allerdings wirklich nur vereinzelt und die Läuse waren noch winzig und nur an ganz wenigen Blättern zu finden. Nach zweimaligem Zerdrücken der Restläuse ist nun seit mehreren Wochen Ruhe.

Sollte eine der Pflanzen auf der Festerbank wieder Läuse bekommen, werde ich sie gleich so behandeln.

Inzwischen haben wir auch die ersten Chilis von der Fireflame geerntet. Sie sind eher mild, wenn auch nicht zum pur Naschen geeignet, vielleicht so 4-5 nach meinem Empfinden.

Mein erfolgloser Freilandversuch der ökologischen Lausbelämpfung

Kommentare:

  1. Hallo, erst machst du die Viecher besoffen, dann freust du dich darüber, dass sie sich nicht mehr auf der Pflanze halten können und danach veröffentlichst du das auch noch zur Nachahmung. Wenn das nicht gemein ist!
    Liebe Grüße Helga

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  2. Ich finde, dass es doch recht human ist, sie erst zu alkoholisieren, ehe man sie teilweise lebendig in der Dusche wegspült...

    Aus deren Perspektive werden sie in Wein gebadet und wenn sich dann alles dreht vom Alkohol, geht es in einem Strudel abwärts. Ich glaube, es gibt auch für eine Laus unangenehmere Arten zu sterben. Verhungern, nachdem man mit einem Wattestäbchen von der Pflanze befördert wurde, ist vielleicht weniger brutal, stelle ich mir aber dennoch unangenehmer vor.

    Außerdem wäre die Alternative eben gewesen, Pflanze und Läuse über die Mülltonne zu entsorgen, was die Läuse auch nicht wesentlich länger überlebt hätten.

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  3. Meinst du das Gebräu hilft auch bei Wollläusen? Die sind so hartnäckig. Im Sommerquartier sind sie kaum aufzufinden und kaum sind sie im Haus, krabbelt es wieder.
    Alkohol für die richtige Umdrehung und Öl damit es gut flutscht - lustige Vorstellung!

    Vielen Dank für den Tipp!
    Carola

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  4. Hallo Carola,
    ich habe die Mischung selber das erste Mal benutzt und bei mir waren es grüne Läuse. Ich habe aber gerade mal Wikipedia bemüht und da gelesen, dass Wolläuse manchmal auch an den Wurzeln sitzen, wobei nicht klar wurde, ob das dann auch dieselben sind, die auch an den Blättern sind.

    In dem Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Wollläuse#Bek.C3.A4mpfung wurde erwähnt, dass Spülilösung wohl die Hülle der Eiablage anlöst und dass man bei Kakteen in der Ruhephase Brennspiritus nehmen könnte, der die Hülle der Läuse und wohl auch der Eier durchdringt.

    Insofern denke ich, dass Spüli und geringer dosierter Alkohol (man will ja die Blätter möglichst nicht schwer schädigen) zumindest einen gewissen Effekt haben dürfte. Eine Pflanze so einzusprühen, dass man bei stärkerem Befall mit einem Abwasch wirklich alles erwischt ist wohl eher Glückssache.

    Ich denke es dürfte einen Versuch wert sein. Ich bin gespannt-

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  5. Jetzt muss ich ein bisschen schmunzeln, letztes Jahr habe ich auch etliche Läuse alkoholisiert. Sehr gut klappte es bei den Wollläusen, die an meiner Passionsblume saßen, weniger Erfolg hatte ich den Schildläusen an den Zitruspflanzen. Letztere bringt fast kaum los, außer man nimmt sich Stunden Zeit und schabt jede einzelne sorgfältig ab.

    lg kathrin

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