Sonntag, 18. September 2011

Wie ich zum Imkern kam

Ich halte jetzt schon seit drei Jahren Bienen. Im nachfolgenden Text werde ich erläutern, was mich zum Imkern gebracht hat. Nachmachen erlaubt!

Auf einer Veranstaltung, die ich besuchte, gab es einen Stand, an dem ein Imker seine Produkte verkaufte und über die Bienen und das Imkern informierte. Da ich mich schon zuvor für das Thema interessiert hatte, fragte ich den Imker, ob er mich nicht mal zu den Bienen mitnehmen könne. Und so geschah es. Mein erster Einblick in die Imkerei beeindruckte mich zutiefst, und meine Erwartung, gestochen zu werden, wurde nicht erfüllt. Ich erhielt jetzt Antworten auf meine vielen Fragen und war erstaunt, was für raffinierte Lösungen sich Imker und Bienen ausgedacht hatten um die verschiedensten Probleme zu bewältigen. Von da an stand für mich fest, dass ich auch Imker werden würde. Trotzdem hatte ich anfangs doch einige Vorurteile, z.B. dass nur Erwachsene Imker werden können, oder dass Imker nie in den Urlaub fliegen könnten, die meinem Plan im Weg standen. Durch Internetrecherche, einem Abonnement einer Bienenzeitschrift, dem Lesen von Fachliteratur und durch Informationen seitens des Imkers konnten diese aber beseitigt werden. Man kann zwar auch nur nach Anleitung arbeiten oder Autodidakt sein, dann fällt der Anfang jedoch mit Sicherheit wesentlich schwerer, Misserfolge häufiger. Glücklicherweise war der Imker bereit, mich ein wenig einzuführen. Von da an begleitete ich den Imker des Öfteren zu seinen Bienen. Zu diesem Zeitpunkt war ich 14 Jahre alt.

Ich lernte wie man Ableger macht, Schwärmen vorbeugt, wie man sich am Bienenstand verhält, dass Rähmchen kratzen anstrengend ist, aber auch gemacht werden muss, wie der Honig aus den Waben geschleudert wird, und vieles mehr. Ausrüstung hatte ich mir schon besorgt, ich hatte mir sogar schon eine Honigschleuder gekauft, was für allgemeine Belustigung sorgte, jetzt fehlte nur noch ein eigenes Volk. Im Juni war es dann so weit. Ich erzählte meiner Familie und meinen Freunden voller Stolz, dass ich jetzt ein richtiger Imker wäre. Natürlich hatte ich noch viel zu lernen, wie ich heute weiß, aber immerhin.

Rückblickend bereue ich es kein bisschen, mit dem Imkern angefangen zu haben. Es ist zwar von Zeit zu Zeit anstrengend(speziell im Frühjahr zur Schwarmzeit) und am Anfang auch ziemlich teuer, aber dafür kommt man in den Genuss eines Hobbys, das nie langweilig wird und immer wieder aufs Neue fasziniert. Von solchen Sachen wie eigenem Honig, Wachs und Propolis ganz zu schweigen.

Kommentare:

  1. Hallo Lorenz,
    ich würde auch gerne ein (Angst und Schrecken verbreitendes ;-)) Bienenvolk in kleinen horrorogarten halten. Hier in der Nähe gibt es einen Platz wo man umsonst von Imkern lernen kann. Allerdings haben die mir gesagt, dass ich mindesten ein Jahr jede Woche kommen muss bis ich alles kann und weiß. Diese Zeitinvestition schreckt mich momentan noch etwas ab.
    Grüße aus den kleinen horrorgarten

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  2. Hallo Anja,
    dieser Artikel ist von Frederik. Ich habe von der Imkerei nicht viel Ahnung.

    Das von dir beschriebene Angebot hört sich ja schonmal gut an. Vielleicht kann Frederik ja was zum Vorbereitungs- und Lernaufwand aus seiner Sicht sagen.

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  3. Hallo Frederik,
    schön, dass du so früh mit dem Imkern angefangen hast. Ich war etwa im selben Alter, als mein Opa mich das erste Mal zu seinen Bienen mitnahm und ich Imkern helfen durfte. Leider war ich zu selten mit, als dass ich außreichend gelernt hätte. Mittlerweile wünschte ich, ich hätte die Möglichkeit, irgendwo ein Bienenvolk aufzustellen, aber leider ist das Momentan nicht möglich. Irgendwann aber dann bestimmt.
    Liebe Grüße,
    Thab

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  4. Erwartung oder Befuerchtung gestochen zu werden? ;) Dann weiss ich ja in Zukunft, auf welchem Blog ich um Rat nachfragen kann. Vielleicht einige Artikel ueber die Bienenhaltung mit einbauen. Wuerden mich sehr interessieren. Ich beginne erst im naechsten Jahr mit dem Imkerkursus.

    Gruss RR

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  5. Hallo zusammen.
    Was du erzählst, Anja, erstaunt mich ehrlich gesagt. Ich habe zwar auch viel Zeit investiert, aber lange nicht soviel und auch nicht so verpflichtend. Ich kenne Imker, die nahezu ohne Vorwissen angefangen haben. Das mag zwar nicht empfehlenswert sein, ist aber möglich. Ich habe mir zu Anfang ein bisschen Literatur besorgt (z.B. "Ökologisch Imkern", von Claudia Bentzien, kann ich wärmstens empfehlen), was mir sehr geholfen hat.
    Man muss auch nicht alles über Bienen im Detail wissen, um erfolgreich zu imkern.
    @rrhase: Eigentlich wird man viel seltener gestochen, als man vorher glaubt. Wenn man ein ruhiges Volk hat (was durchaus unterschiedlich sein kann) und gut mit den Bienen umgeht, wird man kaum gestochen. Je nach Zeit folgen demnächst vielleicht Artikel über Bienenhaltung.

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