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Samstag, 9. Februar 2013

Uäh! Jakobskreuzkraut

Bisher sind wir vom Jakobskreuzkraut zum Glück verschont geblieben. Im letzten Jahr habe ich dann aber doch eine Pflanze in der Wiese entdeckt und sofort ausgerissen.
Jakobskreuzkraut
Damit sich das Kraut nicht weiter verbreitet, sind die Pflanzen in die Mülltonne gewandert.

Das Jakobskreuzkraut ist zwar heimisch, aber wegen seiner hohen Giftigkeit (stark leberschädigend) auch für Weidetiere unerwünscht. Giftige Stoffe können unter Umständen auch über den Honig in unsere Nahrungskette gelangen. Ein ernstes Problem ist es für Pferdehalter, da auch kontaminiertes Heu eine Gefahr ist.

Ich hoffe mal, dass das ein einmaliges Vorkommen war und sich die Pflanze jetzt nicht bei uns breitmacht.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Neues Unkraut im Garten: Scheinerdbeeren

Manchmal fragt man sich, was das denn jetzt schon wieder für eine Pflanze im Garten ist. Man hat sie nicht angepflanzt oder gesät und als Unkraut kennt man sie auch nicht. So ging es mir mit den Scheinerdbeeren in meinem Permakulturbeet. Erst habe ich sie für Walderdbeeren gehalten und mich nur über die etwas dunklere Blattfarbe gewundert. Dann fingen sie an gelb zu blühen, was mich doch sehr stutzig gemacht hat, denn ich kannte bis dahin nur weiße und rosafarbene Erdbeerblüten.

Also mal recherchiert, was sich da von selbst angesiedelt hat. Es handelt sich um eine Scheinerdbeere (Potentilla indica), die auch unter den Namen Falsche Erdbeere oder Indische Erdbeere bekannt ist. Sie sieht Walderdbeeren sehr ähnlich, hat aber wie schon beschrieben etwas dunklere Blätter und blüht gelb. Die (Schein-)Früchte (Erdbeeren haben auch Scheinfrüchte, weil die Samen außen dran sind) sehen auch aus wie Walderdbeeren, die Kelchblätter bleiben aber länger um die Beere geschlossen und die Früchte zeigen nach oben. Das Fruchtfleisch ist vielleicht etwas trockener als bei Erdbeeren, aber - wie ich getestet habe - völlig geschmacklos. Tatsächlich sind die Scheinerdbeeren wohl nicht giftig, wegen ihrer geringen Größe und des fehlenden Geschmacks aber trotzdem nicht zum Essen geeignet.
Scheinerdbeeren und Erdbeere
Hier sieht man Scheinerdbeeren mit den aufgestellten Früchten und die normale Erdbeere mit den helleren und etwas größeren Blättern. Beide haben sich selbst angesiedelt.
Scheinerdbeere Blüte
Auf diesem Bild kann man die gelben Blüten erkennen. Der rote Klecks ist noch einmal eine reifere Scheinerdbeerfrucht.
Erdbeere Blüte
Zum Vergleich die Walderdbeere daneben. Die Blüten und die Anordnung der Blüten und Beeren ist deutlich anders.

Die Scheinerdbeere ist bei uns nicht heimisch, sondern stammt aus Südostasien. Wie so viele Exoten wurde sie als Zierpflanze eingeschleppt und fühlt sich so wohl hier, dass sie sich teils invasiv verbreitet und als Bodendecker heimische Pflanzen unterdrücken kann. Ich frage mich ernsthaft, wer auf die blöde Idee gekommen ist, das Zeug statt der mindestens genauso hübschen Walderdbeeren mit zudem schmackhaften Früchten anzupflanzen. Für mich läuft es ab sofort unter "Unkraut" und wird nach Möglichkeit beseitigt.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Unkrautverjauchung Zwischenstand

Wie hier schon beschrieben, habe ich als Vorbereitung der Kohleveredelung im Rahmen meiner Terra Preta Experimente jede Menge Unkraut in eine blaue Tonne gepresst, mit Wasser aufgefüllt und verschlossen. Heute habe ich mal vorsichtig nachgeschaut, was draus geworden ist.

Ein Teil des Wassers ist verdunstet oder vom angetrockneten Unkraut aufgesogen worden, jedenfalls fehlten ein paar Zentimeter zur Maximalfüllung. Am Rand hatte sich entsprechend etwas Schimmel abgesetzt, da das Kraut dort herausschaute. Außerdem krochen einige ca. 0,5 Zentimeter lange Maden herum.Unkrautverjauchung mit Schimmelrand und Maden

Riechen tut es auch schon sehr jauchig und das Kraut hat schon ordentlich Volumen verloren. Die Schönheitsfehler Schimmel und Maden habe ich mit einem Eimer Wasser beseitigt, sprich die Tonne wieder aufgefüllt und verschlossen. Die Verjauchung scheint auch noch in vollem Gange zu sein. Nicht nur, dass das Wasser stinkt, es steigen auch viele Blasen auf.Unkrautjauche nachgefüllt

Den Deckel habe ich zwar wieder fest verschlossen, der Gasdruck wird ihn aber schnell wieder einen Spalt hochdrücken. Weil das Experiment gut zu laufen scheint, habe ich die zweite blaue Tonne in gleicher Weise gefüllt und mit Wasser angesetzt. Wegen der Geruchsbelästigung und der unschönen Optik habe ich sie aber neben dem Komposthaufen aufgestellt.

Montag, 13. Juni 2011

Unkraut in der Küche Teil 3.1: Da haben wir den (Melde-)Salat!

In der Verlegenheit, kurzfristig und ohne vorheriges Einkaufen einen Salat für eine Grillparty zaubern zu müssen, habe ich mal wieder auf die Melde zurückgegriffen. Diesmal habe ich dann auch den Fotoapparat mitgenommen und eine entsprechende Menge gemacht. Die Quelle meiner Melde mag einigen suspekt vorkommen, sie stammt nämlich vom Feldrand. Auf einem angrenzenden Feld findet sie sich in größeren Mengen in einem 10-15 Meter breiten Streifen, den der Bauer wohl als Erosionsschutz nicht mit einsät, nachdem bei einem Unwetter vor ein paar Jahren die ganze Wochenendhaussiedlung im Sand untergangen ist, der vom Feld runtergeflossen kam. Insofern bin ich auch was die Belastung mit frischen Spritzmitteln recht guter Dinge, dass dort nichts Bedenkliches hingelangt ist.

Die Melde wächst ziemlich dicht und die Pflänzchen sind zwischen drei und zehn Zentimeter hoch. Ich habe ca. eine Rührschüssel voll ausgezupft. Bei den größten Pflanzen habe ich die Blätter abgezupft, bei den kleineren reicht es, wenn man die Wurzel abmacht. Die Stiele sind noch zart genug. In der Zubereitung ist die Melde dann so ähnlich wie Feldsalat. Einfach waschen, abschmecken, fertig!

In den Grillsalat sind dann noch die spärlichen Reste gewandert, die zufällig noch im Haus waren, als da wären: ein Stück Kohlrabi, eine halbe Paprika und ein paar Radieschen. Dazu kommt ein Dressing aus Zitronensaft, Öl, Salz, Zucker und Pfeffer. Ich glaube allerdings, dass Essig in diesem Fall besser gepasst hätte, als Zitronensaft. Dennoch war der Salat sehr lecker und wurde in ausklingender EHEC-Stimmung als essbares Grün bis auf einen Anstandsrest verzehrt.Melde im SpülbeckenMeldesalatGemischter Salat mit viel Melde

Montag, 23. Mai 2011

Unkraut in der Küche Teil 4: Gierschsuppe

Fresse deine Feinde lautet die Devise!

Das niederhöllische Unkraut Giersch, über dessen Existenz auf dem Grundstück ich mich schon geringfügig ärgere, ist nämlich immerhin essbar. Hier mein Rezept für eine schmackhafte Gierschsuppe. Das Rezept reicht für ca. 4 Personen als Vorsuppe (je 1 Teller).

Zutaten: 2 große Hände gewaschene Gierschblätter ohne dickere Stengel, 2 mittelgroße Kartoffeln, 2 Schalotten, 1/2 Liter Wasser, 1/4 Liter Milch, 1/2 Becher Creme fraîche, 2 Teelöffel Instant-Rinderbrühe, Pfeffer, Salz.

Zunächst wäscht und zupft man den Giersch. Ich habe nur intakte Blätter ohne Fraßstellen genommen, das muss man aber ja nicht unbedingt so genau nehmen. Auch die größeren Blätter, die schon etwas härter sind, habe ich mitverwendet. Den Giersch habe ich mit dem Wasser aufgesetzt und das Instant-Brühe-Pulver dazu gegeben. Dazu kommen die grob gehackten Schalotten und die Kartoffeln klein geschnitten, gehobelt, oder geraspelt, damit sie schneller gar werden. Der Giersch kann ruhig schon ein paar Minuten kochen, am besten setzt man ihn direkt nach dem Waschen auf und macht dann in Ruhe den Rest. Nach ca. 10 Minuten Kochzeit wird alles mit dem Zauberstab püriert. Nun kommt die Milch dazu, nochmal kurz aufkochen und mit Creme fraîche, Pfeffer, Salz und frischen Kräutern nach Wahl abschmecken. Das Rezept kann man natürlich auch variieren, z.B. mit anderen Kräutern oder Gemüse mischen, oder um eine Fleischeinlage, etwa angebratenen Speck, ergänzen.

Guten Appetit!

Die Gierschabfälle sind übrigens in Quarantäne gelandet, in einem Eimer dürfen sie an trockenem Standort ihr hartnäckiges Leben aushauchen, bevor sie kompostiert werden. Schließlich will ich die Pest ja nicht erst auf den Kompost und dann in die ganze Welt verbreiten...

Die Bilder gibt es diesmal am Schluss, da ich nicht gut dokumentiert habe und es leider auch versäumt habe, ein Foto im servierten Zustand zu machen. Schmecken tut es jedenfalls. Die Bilder sind in zeitlicher Abfolge. 1. Gierschblätter gewaschen, 2. Gierschsuppe vor dem Kochen, 3. Gierschsuppe fast fertigGierschblätter für GierschsuppeGierschsuppe vor dem KochenGierschsuppe fast fertig

Sonntag, 22. Mai 2011

Wie der Giersch in unseren Garten kam

Giersch ist so ziemlich das gruseligste Unkraut, das man sich im Garten vorstellen kann. Es ist praktisch nicht auszurotten und noch wesentlich schlimmer als Quecke. Bisher haben wir einigermaßen Glück gehabt, der Garten war gierschfrei. Hinter dem eigentlichen Garten haben wir aber noch eine Doppelreihe Apfelbäume. Vor einigen Jahren hat dort jemand (dem ich gerne den Hals umdrehen würde) einen Haufen Gartenabfälle hingekippt. Darin muss sich der Giersch befunden haben, denn von der Stelle aus erobert er nun jährlich einige Meter Boden in alle Richtungen.

Giersch

Zum Glück sind es noch mindestens ca. 100 Meter bis zum ersten Beet, früher oder später werden aber zumindest ein paar Samen dort ankommen. Unter den überall stehenden Obstbäumen gedeiht er auch prächtig.

Hier mein Rezept für Gierschsuppe.

Freitag, 20. Mai 2011

Unkraut in der Küche Teil 2: Queckenwurzeln

Nicht alles, was man essen KANN, sollte man auch wirklich essen. Queckenwurzeln gehören definitiv auf die kulinarische schwarze Liste. Im Zuge der Auflösung eines größeren Komposthaufens habe ich vor einiger Zeit mal die Gelegenheit genutzt und die aussortierten Queckenwurzeln probiert. Das Sammeln einer nennenswerten Menge ist sehr mühselig und das selbst, wenn man sie aus lockerem Kompostboden ziehen kann. Die Wurzeln haben nicht viel Geschmack, sind zäh und faserig. Beim drauf Rumkauen wird es ein wenig süß von der Stärke, aber nicht wirklich lecker. Beim Versuch die Wurzeln in der Mikrowelle zu garen, wurden sie nicht richtig weich, entfalteten aber ausgesprochen unangenehme Gerüche und schmeckten außerdem scheußlich.

Eigentlich schade, dass die Quecke keine guten Seiten zu haben scheint, manches Unkraut sieht man ja in einem anderen Lichte, wenn man einen Nutzen darin sieht.

Unkraut in der Küche Teil 1: Distelwurzelmehl

Unkraut in der Küche Teil 3: Die Melde

Unkraut in der Küche Teil 4: Gierschsuppe

Unkraut in der Küche Teil 1: Distelwurzelmehl

Mein Forscherdrang hat mal wieder einen Ausbruch gehabt und durfte sich diesmal an armen, unschuldigen Disteln austoben. Da man Distelwurzeln essen kann und man aus Wurzeln ja teilweise Ersatzmehl gewinnen kann, wollte ich versuchen mit Disteln mein eigenes Wurzelmehl herzustellen. Die rohen Distelwurzeln schmecken leicht süßlich und nicht unangenehm.

Zunächst habe ich einen Arm voll Disteln ausgerupft, wobei nicht alle Wurzeln gut aus dem Boden kamen und vegetationsbedingt auch nicht alle besonders groß waren.

Haufen Disteln zur weiteren Verarbeitung

Ein paar Minuten später waren die Wurzeln vom Kraut entfernt. Dabei musste ich feststellen, dass viele Wurzeln offenbar verwurmt sind.

Ungewaschene Distelwurzeln

Distelpflanzen Bioabfall

Der anstrengendste Teil der Aktion war das Waschen und Putzen. Zum Einen wollte ich kein Knirschen zwischen den Zähnen riskieren und habe die Erde deswegen gründlich abgewaschen, zum Anderen habe ich jede Wurzel auf Würmer untersucht und die Wurmgänge gegebenenfalls ausgespült und -geschnitten. Die meisten waren wenn aber nur oben am Ansatz verwurmt. Die Wurzeln haben irgendwelche Stoffe an das Waschwasser abgegeben, vielleicht Gerbstoffe, jedenfalls war das Wasser am Ende bernsteinfarben.

Distelwurzeln Waschwasser

Die gewaschenen Wurzeln habe ich geschnitten und auf Backpapier, weil ich keine Lust hatte, lange zu warten, im Backofen getrocknet.

Gewaschene Distelwurzeln werden gehackt

Gehackte Distelwurzeln vor dem Trocknen

Auf niedriger Temperatur getrocknet blieben gut 20 Gramm übrig, die mit einer zweckentfremdeten alten Kaffeemühle zu Wurzelmehl gemahlen wurden.
Wurzelmehl frisch gemahlen

20 Gramm Wurzelmehl im Glas

Das Wurzelmehl riecht so ähnlich, wie dir Wurzeln schmecken. Leider ist die Menge im Verhältnis zum Arbeitsaufwand ausgesprochen unbefriedigend. Vermutlich ist die Ausbeute später im Jahr jedoch besser, da die Wurzeln dann größer sind. Demnächst werde ich dann mit dem Mehl mal ein Probebrötchen Backen und einen Teil des normalen Weizenmehls durch Wurzelmehl ersetzen.

Unkraut in der Küche Teil 1.1: Brötchen mit Distelwurzelmehl und Grassamenmehl

Unkraut in der Küche Teil 2: Queckenwurzeln (nicht küchengeeignet)

Unkraut in der Küche Teil 3: Die Melde

Unkraut in der Küche Teil 4: Gierschsuppe