Dienstag, 1. September 2015

BUGA 2015 – "Eine BUGA - fünf Standorte" an der Havel unter einem Motto

Wir besuchten die BUGA 2015 mit drei Generationen. Für jeden der fünf Orte, an der Havel in der die Bundesgartenschau in diesem Jahr stattfindet, nahmen wir uns an aufeinander folgenden Tagen jeweils ca. 6 Stunden Zeit. Wir besuchten die Orte in dieser Reihenfolge: Havelberg, Rhinow/Stölln, Brandenburg, Rathenow und Premnitz.

Im Vorwege hatten wir an allen Standorten einen E-Skooter bestellt, da für unseren Ältesten die Wege zu weit geworden wären. Die Organisation klappte hervorragend. Der Skooter stand immer bereit, die Menschen waren sehr freundlich und hilfsbereit. E-Skooter und Rollstühle können kostenlos ausgeliehen werden! Eine rechtzeige telefonische Vorbestellung der Scooter ist allerdings unbedingt zu empfehlen. Rollstühle gibt es allerdings in großer Anzahl und bei Bedarf auch Hilfskräfte, die die darauf angewiesenen Personen kostenlos über das Gelände schieben. Hier wird Inklusion wahrlich vorbildlich praktiziert.

Parkplätze gibt es an allen Standorten genug, teilweise liegen sie etwas entfernt von den BUGA-Eingängen. In diesen Fällen gibt es einen kostenlosen Shuttle-Service, den wir allerdings nicht ausprobiert haben, da wir wegen des Skooters immer dicht am Informationspunkt geparkt haben.

Für den Besuch aller fünf Standorte der BUGA haben wir pro Person 20 € bezahlt, ermäßigt 18 €. Dafür kann man jeden Ort bis zum Ende der BUGA einen ganzen Tag lang besuchen. Während dieses Tages kann man das Gelände so oft man will betreten und wieder verlassen. Wir fanden, es war ein sehr günstiges Angebot.

Havelberg
Wir begannen mit Havelberg. Da der große Parkplatz am Informationspunkt wegen eines vorherigen Wolkengusses am Morgen noch großflächig unter Wasser stand, mussten wir dies Mal unser Auto etwas weiter weg parken. So haben wir dieses eine Mal unseren eigenen mitgeführten Rollstuhl ausgeladen und unseren Ältesten damit zur Ausleihe geschoben. Die junge Dame dort war überaus freundlich und wir konnten unseren Rollstuhl dort selbstverständlich unterstellen.

Das Gelände in Havelberg ist dreigeteilt. Für uns begann der Weg am Haus der Flüsse. In dem sehr gelungenen Bau befindet sich eine Ausstellung zum Lebensraum der Unteren Havel und  eines Teilstücks der Elbe. An der Havel entlang geht es zur Brücke über dieselbe. Das Haus der Flüsse und die Uferpromenade sind ohne Eintrittskarte frei zugänglich. Ästhetisch gut gemacht, blieben die Informationen zur gezeigten Flora und Fauna eher oberflächlich. Schade, hier könnte man viele Menschen für die Umwelt sensibilisieren. Nur was man kennt, erkennt man und lernt es schätzen.

Auf der Havelinsel wird die St. Laurentius Kirche für Blumenschauen genutzt. Zugang hat man nur mit der BUGA-Eintrittskarte. Die Ausstellung wird von Gärtnereien gestaltet und es gibt sehr viele und prachtvolle Blumen. Dennoch hat uns diese Art der Ausstellung wesentlich weniger angesprochen als die Anpflanzungen der Blumen in den Beeten auf dem Freigelände.
in der Laurentius St. Kirche, Havelberg
Der Dombezirk beherbergt das dritte Gelände in Havelberg. Für Ältere und nicht so Gehfreudige ist es schon ein ganzes Stück vom Haus der Flüsse bis zu den Eingängen des Dombezirkes. Am besten gefallen hat uns die Kleingartenanlage am Nussberg.
Dombezirk, Havelberg
Fazit für Havelberg: Es ist viel, auch ohne Eintrittskarte, zu sehen in der Stadt. Die Dreiteilung ist nachteilig. Ohne Pausen sollte man etwa 4-5 Stunden einplanen. Hätten wir allein Havelberg besucht und nicht die anderen BUGA-Orte zusätzlich wären wir etwas  enttäuscht vom BUGA-Besuch gewesen.

Rhinow/Stölln
Rhinow/Stölln ist ein kleiner Standort. Das BUGA-Gelände ist zweigeteilt. Der eine Teil liegt rund um das Lilienthalmuseum, der andere Teil rund um den Standort des Flugzeugs „Lady Agnes“. Der Infopunkt liegt dazwischen auf der platten Wiese. So gibt es genug Parkplätze. Die Wege erscheinen auf der Karte weiter als sie sind.

Der Fliegerpark mit dem Flugzeug ist nur mit Eintrittskarte zu besuchen. Dominant ist natürlich die „IL62 Lady Agnes“, ein großes Passagierflugzeug der ehemaligen Interflug die nach ihrer Ausmusterung hier nach einer tollkühnen Landung auf eigentlich viel zu kurzer und zudem unbefestigter Landebahn ihre letze Verwendung als Ausstellungsstück hier auch innen besichtigt werden kann. In der Halle mit Cafe und Sanitäreinrichtungen gibt es zwei Filme zu sehen: absolut sehenswert, auch gerne zweimal.

Die Blumenbeete auf dem Gelände waren wunderschön, vielfältig und sehr gepflegt. Eine echte Augenweide. Wir haben uns wirklich jedes Beet intensiv angesehen und waren immer wieder begeistert.

An der Strasse zum Fliegerpark liegt ein Antiquariat. Wer Bücher mag, sollte dort einen Zwischenstopp einlegen. Die Inhaberin ist nicht nur bemüht sondern sehr kompetent. Wir hatten alle unseren Spaß dort.

Der Weg vom Fliegerpark zum Lilienthal-Museum ist gesäumt von extra für die Ausstellung angelegten größeren Feldern mit zahlreichen unterschiedlichen Nutzpflanzen sowie jeweils sehr aussagekräftigen Informationstafeln dazu. Das hat uns sehr gut gefallen.

Die Parkanlagen um das Lilienthal-Museum sind öffentlich zugänglich. Wie auch im Fliegerpark und im Museum sind auch dort die Infotafeln gut gemacht, optisch wie inhaltlich. Wer sich fürs Fliegen und speziell die interessante Person Otto Lilienthal und seine Flugversuche am Gollenberg in Stölln interessiert wird viel Spaß beim Besuch der umfangreichen großzügigen Ausstellung haben. Das Museum kann mit einer BUGA-Eintrittskarte kostenlos besucht werden.

Fazit: Wunderschön, sehenswert, liebenswert. Wir waren richtig begeistert und haben den ganzen Tag dort verbracht. Viel zu schön um nur durchzuhuschen. Rhinow/Stölln
Brandenburg an der Havel
Brandenburg an der Havel ist wie Havelberg organisiert: Zwei Parkanlagen, dazwischen eine Kirche mit Blumenschau. Der Infopunkt liegt direkt bei der Anlage „Packhof“, was insofern nachteilig ist, als es nur wenige Parkplätze dort gibt. Wir hatten Glück und bekamen mit Hilfe des überaus freundlichen Personals einen nahen Parkplatz!

Auf dem Gelände des „Packhofes“ sind Themengärten untergebracht. Es gab Bereiche, die uns gut gefielen. So richtig gelungen fanden wir sie nicht. Richtig toll waren der Spielplatz und die Sitzsäcke beim Haus der Landschaft. Die Sitzsäcke waren mehr zum Liegen als zum Sitzen und super bequem. Wir bekamen freundlich die Auskunft, dass diese Sitzsäcke etwa viermal so teuer sind wie die übrigen auf der BUGA. Nach der Erprobung der anderen Sitzsäcke finden wir das nachvollziehbar und gerechtfertigt.

Leider ist zur Blumenschau in der Kirche St. Johannis dass Gleiche zu sagen wie in Havelberg. Wir waren nicht so begeistert.

Das Ausstellungsgelände „Marienberg“ betraten wir über den Südaufgang. Es ist ein langer Aufstieg über Treppen oder Wege. Der E-Skooter schaffte die Steigung ganz gut. Wer einen Rollstuhl ohne elektrischen Antrieb hinaufbefördern will, weiß oben angekommen sicher was er getan hat, vorausgesetzt er kommt überhaupt oben an.
Blick vom Turm auf den Südeingang
Das Gelände des „Marienberges“ ist mit 12.1 ha ganz schön groß. Es gibt viel zu sehen und zu bewundern. Wer von dem Aufstieg am Südeingang noch nicht genug hat, kann gleich einen Turm besteigen und die Aussicht über die Stadt genießen. Auch der Blick vom Weinberg lohnt sich. Der Rosengarten und das Rosenrad haben uns besonders gut gefallen.

Fazit: Für den Marienberg sollte man sich Zeit nehmen und im Zweifelsfall lieber auf die anderen Sachen verzichten. Wer alles sehen will sollte einen langen Tag einplanen. Trotz Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer nur bedingt geeignet. 

Rathenow
Rathenow ist flächenmäßig die größte Schau. Beide Parks in Rathenow gab es schon vor der BUGA. Sie wurden für diese aber erheblich aufgewertet. Verbunden werden der Optikpark  und der Weinberg durch eine wunderschöne lange geschwungene neue Brücke über die Havel. Nicht nur der Blick auf die Havel ist schön sondern auch auf die wunderbare Bepflanzung. Jeder von uns fand ein anderes der vielen Rundbeete, die jeweils in einer Farbe gehalten waren, am schönsten. Blick auf die Verbindungsbrücke in Rathenow
Der 10 Jahre alte Optikpark ist ganz auf das Thema Optik ausgerichtet.  Nicht alles hat uns angesprochen, aber das meiste war richtig gut. Besonders gefallen hat uns wieder der Spielplatz.

Alle Beete waren sehr ansprechend bepflanzt und es gab sehr, sehr viele davon. Eine Besonderheit in dem Park ist die Seerosenarena. Über den Teich führt ein breiter Steg, der sich in der Mitte zu einem Rondell weitet. Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Seerosen in allen Farben. Auch mit dem Rollstuhl ist der Steg gut befahrbar, allerdings kommen nicht überall zwei Rollstühle aneinander vorbei.

Der Marienberg ist weitläufig und überwiegend bewaldet. Die Rhododendren im Rhododendrental blühten nicht mehr, weshalb dieser Teil des Parks zwar nett aber nicht besonders reizvoll war. Die Gärten rund um das Zentrum Gartenbau fanden wir sehr interessant. Es gab viel Gemüse und Kräuter zu sehen. Alles war gut beschriftet. Im Zentrum Gartenbau gibt es Vorträge zu verschiedenen Themen. Es lohnt auf jeden Fall hinzugehen und sich die Zeit zu nehmen, zuzuhören.

Am schönsten war der Garten auf der oberen Terrasse des Bismarckturms. Ein richtiges Kleinod.
Terrasse des Bismarckturms
Fazit: Rathenow ist von der Größe, der Gestaltung und Thematik auf jeden Fall sehr sehenswert. Auch hier sollte man einen langen Tag einplanen.
Direkt am Infopunkt ist es schwierig sein Auto zu parken. Ganz in der Nähe gibt es aber genug Parkmöglichkeiten, die auch kostenlos sind.  Zum Aus- und Einsteigen ist es aber kein Problem an den Infopunkt heranzufahren.

Premnitz
Premnitz ist der kleinste Standort der BUGA. Wir hatten in zwei Stunden alles Sehenswerte gesehen. Trotzdem lohnt es sich hinzufahren. So klein der Park auch ist, umso liebevoller und intensiver ist er gestaltet. Der Eingangsbereich ist eine einzige Blütenpracht. Jeden Tag werden die Gerbera geschnitten und an die Besucher verteilt. Wir haben keine mitgenommen. Sie wären schon verblüht gewesen, bevor wir sie ins Wasser hätten stellen können. Das fanden wir zu schade. Von den aussortierten haben wir uns allerdings einige Blüten kurz schneiden lassen und in die Haare gesteckt.

Die Gastautorin GAKS mit Haarschmuck:
GAKZ - die Gastautorin
Für alle Spielfreund ist dies der Park der Parks. Nicht nur für die Kleinen gibt es genug zu tun, auch die Großen dürfen sich Zeit nehmen und außer Schach auch Halma und Mensch-Ärger-Dich-Nicht auf großen Spielfeldern spielen. Wer Kinder mitbringt, sollte auf jeden Fall Badesachen oder Wechselkleidung mitbringen. Es gibt ganz tolle Wasserspiele.

Gesamtfazit
Fünf Standorte in fünf Tagen, das war ganz schön anstrengend. Wer mehr Zeit hat, sollte auch mal einen „Ruhetag“ einlegen und sich die Orte selbst ausführlich ansehen. Dafür hatten wir leider keine Zeit. Aber es lohnt sich bestimmt auch nach der BUGA einmal wieder zu kommen und entlang der Havel einen Urlaub zu verbringen.

Dies ist ein Gastartikel von GAKS.

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