An einer Grundstücksgrenze wuchsen (naja, wachsen aus Wurzelresten) Brombeeren. Keine gewöhnlichen, leicht stacheligen Brombeeren, sondern der Nato-Draht der Natur. Bis zu zehn Meter lange Ranken mit Dornen, die jeder Rose Ehre machen würden. Vermutlich ist es eine spezielle Züchtung, mit der man im Mittelalter die Wehrwälle begrünte. Das Kappen der Triebe habe ich schon vor einiger Zeit mit dem Freischneider (natürlich mit Messer, nicht mit Schnur) erledigt, was auch ziemlich gut ging. Allerdings hab ich dabei einen Betonpfahl touchiert, was mir gleich eine Scharte im Messer eingebracht hat.
Den großen Teil der großen Wurzelstöcke hatte ich dann mit dem Spaten angegraben, teilweise abgestochen und mit der Hand undter vollem Einsatz von Körperkraft und -gewicht herausgezogen bzw. gezerrt. Dabei ist mir eigentlich dauernd schwindelig geworden vor Anstrengung und manche Wurzeln saßen so fest, dass es einfach nicht ging. Daher habe ich die Stöcke an besonders schwer zu erreichenden Stellen erstmal stehen gelassen.
In einem Haushalt, der mal eine nebenerwerbliche Landwirtschaft war, findet sich zum Glück noch hin und wieder ein Werkzeug an, dass zwar Jahrzehnte niemand benutzt hat, das aber überaus nützlich aussieht.
Dazu gehört auch diese Hacke:

Ich bezeichne sie einfach mal als Rodehacke, was nach den Informationen, die man bei Wikipedia findet auch hinkommen könnte. Die Nomenklatur der Hacken scheint nicht eindeutig zu sein. Man könnte sie vielleicht auch zum lockern extrem lehmiger Böden verwenden, bei normalem Boden ist sie aber keine Alternative zum Graben oder Pflügen. Etwas angerostet von Jahrzehnten in staubigen Garagenecken ist sie zwar, aber der Rost hat sich an der Schneide beim Einsatz schon weitgehend verabschiedet.
Mit genügendem Kraftaufwand kann man recht ordentliche Wurzeln damit durchhauen und bei weniger dicken Trieben wie eben bei Brombeeren einen großen Wurzelstock regelrecht abgraben. Für kleinere Bäume oder Haselsträucher ginge das aber sicher nicht. Da bräuchte man mindestens eine Axt oder ein Beil zusätzlich. Der große Vorteil gegenüber dem Spaten ist, dass man keine Angst haben mutt, das Werkzeug zu zerstören. Während der Spatenstiel bei jedem Hebelversuch abzubrechen droht, kann man mit der Hacke einfach beherzt zuhauen. Durch den langen Stiel entwickelt man ordentlich Kraft (wenn kein Maschendrahtzaun im Weg ist...). Es bleibt dennoch ein schweißtreibende Arbeit, bei der mir nach Minuten der Schweiß von der Nasenspitze tropfte. Trotzdem ist die Arbeit mit der Hacke eine große Erleichterung gegenüber der vorher beschriebenen Methode. Es lohnt sich also manchmal doch, Werkzeug aufzuheben, für das man aktuell keine Verwendung hat und gelegentlich mal in die Werkzeugecke zu schauen, ob man nicht etwas passendes findet. Manchmal lassen sich Werkzeuge auch etwas zweckentfremden.
Bei der Hacke handelt es sich ungefähr um dieses Modell (Amazon-Affiliate-Link)
Besser, gerade bei dickeren Wurzeln geht eine Wiedehopfhacke (Amazon-Affiliate-Link)
Ich nutze besagte Rodehacke zum entfernen von grasschichten, wenn ich zusätzliche Ackerfläche haben möchte.
AntwortenLöschenDa die Rodehacke radial geführt wird in einem Bogen von oben nach unten,kann ich sie so halten,daß sie im radius parallel zum grasboden exakt die etwa 6cm dicke Grasnabe abtrennt.
Danach kommt erst der Spaten zum Einsatz, um das freiliegende Erdreich um Spatenlänge umzugraben.
Die umgegrabenden erdbrocken zerkleinere ich dann wiederum mit der Rodehacke.
Alles in allem eine anstrengende,aber lohnende Arbeit mit richtigen Werkzeug.
Zu den erwähnten brombeeren:
AntwortenLöschenIch habe ebenfalls diese Pflanze im Garten und habe aus Neugier einen Trieb nicht geschnitten, um mal zu schauen,wie lang solch ein letzter trieb wachsen kann.
Das war gewaltig.
Über Kletterstange und Schaukel hinweg hatte ich den trieb immer wieder angebunden und geführt.
Zum Herbst hatte es die Brombeere auf ca 10m Länge geschafft und war dabei, den Garten über den Zaun zu verlassen....
Ich bewundere Brombeeren.
Ihre Stacheln sind rückwärts gerichtet.Dadurch kann sie überall hin und wird stets durch die rückwärts gerichteten Stacheln gehalten.
Daher kommt es auch,dass man so schnell an ihnen hängen bleibt.
Rosendornen sind dagegen"primitiv".
Die Form ähnelt gleichschenkligen Dreiecken und soll einfach nur Fressfeinde abhalten.
Brombeeren haben dagegen nur ein Ziel: EXPANSION.