Donnerstag, 26. September 2013

Speck der nach Gülle riecht und schmeckt

Bauchspeck von Aldi, noch ewig haltbar, verschlossen im Kühlschrank gelagert.

Roch schon beim Aufmachen etwas eigenartig - wie Gülle bzw. Schweinestall.

Sowas habe ich noch nie erlebt. Der Geruch ging auch durchs Braten nicht weg. Ich habe ein kleines Stück probiert und es schmeckte auch widerlich nach Schweinestall. Konnte ich nurnoch wegwerfen.

Mich würde echt mal interessieren, was die mit dem Schwein bzw. dem Speck gemacht haben. Hat jemand schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht?

Samstag, 21. September 2013

Rezepte mit Patisson-Kürbis (Tellerkürbis)

Wenn man einen großen Garten hat und Tellerkürbisse (Patisson) anbaut, stellt sich nach gewisser Zeit die Frage: Wie verwertet man die vielen Kürbisse? Bei der Recherche im Internet nach Patisson-Kürbissen findet man zwar einige Rezepte. Wenn man sich allerdings an den typischen Kürbisgerichten wie Hackpfanne oder Kürbissuppe satt gegessen hat, gibt das Internet meiner Meinung nach nicht mehr viel her. Bleibt also nur eine Lösung: Selbst kreativ werden!

Hier ist eine Auswahl der Rezepte, die uns am besten gefallen. Die Rezepte sind für etwa zwei Personen. Die Tellerkürbisse braucht man nur schälen, wenn die Schale sehr hart ist, ansonsten kann man die Schale gut mitkochen und –essen. Leider waren die Gerichte teilweise zu lecker und zu schnell aufgegessen, so dass es nicht zu allen Rezepten ein Foto gibt. Wenn jemand Lust hat, die Gerichte nachzukochen und uns ein Foto zusenden möchte, freuen wir uns natürlich sehr.


Nudeln mit Erdnuss-Kürbis-Soße

Zutaten
Zubereitung
½ Tellerkürbis
2 Frühlingszwiebeln
2-3 TL Erdnusscreme
2 EL Sojasoße
1 Schuss Sahne
Olivenöl zum Anbraten
Curry, Chili, Koriander, Salz, Pfeffer
Nudeln
  1. Tellerkürbis in Streifen hobeln und anbraten, bis er weich ist, dann Frühlingszwiebeln dazu
  2. Pfanne ablöschen mit Sojasoße und Sahne, evtl. etwas Gemüsebrühe dazu
  3. Erdnusscreme einrühren
  4. abschmecken mit Gewürzen
  5. dazu Nudeln kochen


Kartoffelstampf mit Salat, Tellerkürbis und Curry-Nuss-Soße

Kartoffelstampf mit Salat, Tellerkürbis und Curry-Nuss-Soße 

Zutaten
Zubereitung
Kartoffeln
Grüner Salat
Frühlingszwiebeln
Tellerkürbis
Mehl + Butter
Brühe
Sahne
Creme fraîche
Öl zum Anbraten
Erdnusscreme
Curry, Thymian, Salz, Pfeffer, Chili
  1. Kartoffeln kochen und mit Gabel zerdrücken
  2. auf die Kartoffeln den klein geschnittenen Salat geben
  3. darauf gehobelten, angedünsteten Tellerkürbis und angedünstete Frühlingszwiebeln geben
  4. darauf viel Soße
  5. Zubereitung der Soße: aus Mehl und Butter eine Bechamelsoße zubereiten und mit Milch und Sahne strecken, dann etwas Erdnusscreme einrühren und mit Gewürzen abschmecken. Die Soße kann ruhig etwas würziger sein, weil die Kartoffeln und der Salat nicht so würzig sind).

Tortellini-Kürbis-Pfanne
Tortellini-Kürbis-Pfanne

Zutaten
Zubereitung
½ Tellerkürbis
1 große Fleischtomate
2 kleine Zwiebeln
½ Knoblauchzehe
200 ml Brühe
100 ml Milch
1/3 Becher Creme fraîche
Öl zum Anbraten
Chili, Salz, Curry, Zucker
400g Fertigtortellini (2min Kochzeit)
  1. Tellerkürbis in sehr kleine Würfel schneiden und mit den kleingeschnittenen Zwiebeln anbraten
  2. Tomate sehr klein schneiden
  3. Kürbis mit Brühe, Milch und Tomaten ablöschen und einkochen lassen
  4. zum Schluss mit Creme fraîche, Knoblauch und Gewürzen abschmecken
  5. Tortellini kochen und dazugeben


Kürbis-Petersilien-Sahne-Nudeln mit Erbsen

Zutaten
Zubereitung
1 Kürbis
2 Zwiebeln
Erbsen (nach Belieben)
Bandnudeln
1 EL Erdnusscreme
1 EL Sojasoße
Viel Petersilie
Pfeffer, Salz, Curry, Brühepulver, Chili
Ca. 1 Becher Sahne
Ca. 200 ml Wasser und etwas Milch

  1. Nudeln kochen
  2. Kürbis und Zwiebeln würfeln und andünsten
  3. Alles außer Petersilie dazu und kochen lassen
  4. Zum Schluss Petersilie dazu
  5. Bandnudeln kochen und unterrühren

Diesen Artikel hat meine Freundin verfasst. Er gibt unsere bisherigen Kochversuche wieder. Wir freuen und über weitere Anregungen und Kommentare.


Freitag, 20. September 2013

Terra Preta Topfversuch mit Kopfsalat - Vergleich unterschiedlicher Erdmischungen: Stand nach 4 Tagen

Lange habe ich nichts mehr über meine Experimente mit Terra Preta geschrieben. Tatsächlich verwenden wir unseren selbstgemachten Terra-Preta-Kompost inzwischen viel in Blumentöpfen, z.B. für unseren Grünspargel.

Schon länger wollte ich vergleichende Topfversuche machen, habe mich aber nie aufraffen können. Nun hat mir die Palaterra GmbH & Co. KG zwei Säcke ihres kommerziellen Terra-Preta-Substrats Palaterra®2 zu Testzwecken zukommen lassen. Die Firma wirbt speziell auch mit den enthaltenen Mikroorganismen und Pilzen. Zeit, einmal deren Bedeutung zu testen und einen Vergleich mit meinem Self-Made-Produkt anzustellen.

Als Vergleichskultur habe ich Kopfsalat gewählt, weil er rasch keimt und ich die Hoffnung habe, noch in diesem Jahr Köpfe zu ernten, die ich dann vergleichswiegen kann. Am 18.8.2013 habe ich die Töpfe gefüllt und am nächsten Tag jeweils etliche Kopfsalatsamen gesät. Es waren nicht gleichmäßig viele, so dass die Keimquote nicht aussagekräftig ausgewertet werden kann. Eine Tendenz kann man aber vielleicht schon ablesen. Gleich nach dem Säen hat es außerdem kräftig geregnet, so dass auch das Verschlämmen der Oberfläche einen unterschiedlichen Einfluss gehabt haben kann. Sterilisiert habe ich die Erde soweit angegeben in der Mikrowelle, um die Bodenorganismen und etwaige Unkrautsamen abzutöten.

Die Töpfe im Einzelnen, Fotos vom 23.8.2013 mit den ersten Keimlingen:

1. Gartenerde (GE)
1. Topf mit Gartenerde
2. Sterilisierte Gartenerde (GE st.)
2. Sterilisierte Gartenerde
3. Palaterra2 (P2)- die kommerzielle Terra Preta, laut Hersteller ein "Bodenaktivator", Pflanzerde wäre eigentlich Palaterra1, die mir aber leider nicht zur Verfügung gestellt wurde. Der Beschreibung und Anwendungsempfehlung nach, kann der Unterschied aber nicht so ganz groß sein. Auffällig an dem Substrat war, dass es im Freien sofort angefangen hat an der Oberfläche zu schimmeln.
3. Palaterra2
4. Palaterra2 sterilisiert (P2 st.) - trotz Sterilisierung fängt auch dieses Substrat an zu schimmeln, man sieht die weißlichen Brocken.
4. Palaterra2 sterilisiert
5. Palaterra2 sterilisiert + Gartenerde (P2 st. + GE), 3 Teile GE auf 1 Teil P2. Das entspricht der Anleitung für das Mischungsverhältnis in Pflanzlocherde bei Gehölzpflanzungen. Das Foto habe ich irgendwie vergessen, optisch unterscheidet es sich aber nicht von

6. Palaterra + Gartenerde (P2 + GE) nach demselben Mischungsverhältnis.
6. Palaterra2 + Gartenerde 1:3
7. Gartenerde + Holzkohle (GE + HK), Verhältnis 3:1, Holzkohle ungemahlen.
7. Gartenerde + Holzkohle 3:1
8. Sand + Palaterra2 (Sand + P2), Verhältnis 3:1
8. Sand + Palaterra 2, 3:1
9. Terra Preta (TP) aus eigener Kompostierung, leider war der Kompost noch nicht ganz durch, entsprechend ist das Substrat noch nicht so toll wie gewünscht.
9. Terra Preta TP aus eigener Herstellung
10. Terra Preta sterilisiert (TP st.), natürlich wieder aus eigener Kompostierung. Mir taten die Asseln, Regenwürmer und sonstigen Bodenbewohner leid, die dabei in der Mikrowelle gebrutzelt werden mussten (ich konnte nicht alle raussammeln).
10. Terra Preta aus eigener Kompostierung sterilisiert
11. Terra Preta sterilisiert + Terra Preta (TP st. +TP), hier ist die Deckschicht aus sterilisierter Terra Preta, damit weniger Unkraut keimt.
11. Terra Preta mit Deckschicht sterilisierter Terra Preta
12. Tera Preta + Holzkohle (TP + HK), Verhältnis 3:1, Terra Preta mit einer Extraportion Holzkohle
12. Terra Preta + extra Holzkohle (3:1)
13. Terra Preta + Gartenerde (TP + GE), Verhältnis 1:1
13. Terra Preta + Gartenerde 1:103659_13
Dann dürfen wir mal auf die Ergebnisse gespannt sein, dazu mehr im nächsten Post zum Thema. Schonmal vorweg, der Versuch wird kein völliger Reinfall.

Hier gibt es das Ergebnis!

Alle Artikel zum Thema Terra Preta gibt es hier!

Mittwoch, 18. September 2013

Ganz viele kleine Füchse (Aglais urticae) an der Pfefferminze

Okay, die Bilder sind vom 23.8., aber ich musste auch erstmal nachschlagen, was für Schmetterlinge sich da in Massen auf den Blüten der Pfefferminze tummeln. Auf den Paar Pflanzen waren leicht 10 kleine Füchse (Aglais urticae) auf einmal.
Kleiner Fuchs 3 Kleiner Fuchs 2 Kleiner Fuchs Aglais urticae Viele kleine Füchse
An der Minze im Kräuterbeet waren außerdem noch etliche Kohlweißlinge zugange.

Freitag, 30. August 2013

Haus-Feldwespen / Gallische Feldwespen (Polistes dominula) lieben den Dill!

In den letzten Jahren hat sich die Gallische oder Französische oder auch Haus-Feldwespe bis zu uns nach Norddeutschland verbreitet, was vermutlich der Klimaerwärmung geschuldet ist. Bisher ist es die einzige der 5 in Europa heimischen Feldwespenarten, die bis zu uns und noch weiter nach Norden vorgestoßen ist.

Nun habe ich sie das erste mal bewusst im Garten wahrgenommen. Sie tummeln sich nämlich mit Vorliebe in den Blüten unseres Dillwaldes und ernähren sich vom Dillnektar. Von "normalen" Wespen kann man sie besonders durch ihre schmale Taille und den langgezogenen Körpfer unterscheiden. Außerdem lassen sie beim Fliegen witzig die Beine hängen.
Hausfeldwespe Haus-Feldwespe Französische Faldwespe Gallische Feldwespe
Im Gegensatz zu den "normalen" Wespen, mit denen sie natürlich verwandt ist, ist die Gallische Feldwespe ausgesprochen friedfertig und kommt normalerweise auch nicht zum Essen. Sollte sie einmal stechen, ist es nur kurz schmerzhaft. Sie ernährt sich vorwiegend vom Nektar von Doldenblütlern (deswegen liebt sie den Dill) und zur Aufzucht ihrer Nachkommen auch von kleinen Insekten, wie z.B. Stechmücken.
Die Völker sind deutliche kleiner als die normaler Wespen und bestehen nur aus bis ca. 30 Wespen, die von einer oder mehreren (aber nur einer dominanten) Königin regiert werden. Die Waben der entsprechend kleineren Nester aus einer papierähnlichen Masse sind nach außen nicht mit einer Hülle umgeben, wie man es von anderen Wespennestern kennt.
Im Laufe des Septembers geht das Volk ein und nur die Jungköniginnen bleiben übrig. Diese bleiben für die Überwinterung zusammen und nutzen als Winterquartier häufig das Geburtsnest.
Also bitte nicht die Nester dieser friedlichen und nützlichen Tierchen vernichten!

Weitere Informationen und Bilder findet ihr z.B. hier.

Donnerstag, 29. August 2013

Rosensorten und der Markenschutz (wieder Beispiel "Amber Queen")

Im letzten Artikel habe ich die Rosensorte "Amber Queen" = "Harroony" auf einen bestehenden Sortenschutz in Deutschland hin untersucht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass kein Sortenschutz in Deutschland besteht. Dennoch taucht die Sorte mit einem ®-Zeichen versehen in diversen Katalogen auf.

Das ®-Zeichen sagt aber nichts über den Sortenschutz aus, obwohl häufig der pauschale Hinweis auf Sorten- und/oder Markenschutz folgt. Es steht allein für eine eingetragene Marke, also einen Handelsnamen für bestimmte Produktgruppen (Nizzaklassen).

Wie beim Sortenschutz gibt es eine europäische (HABM) und eine deutsche Institution (DPMA).
Im europäischen Register kann man hier suchen.
Das deutsche Pendant findet sich hier.
Die Maßgebliche Nizzaklasse für Rosen ist die Nummer 31.
Im europäischen Markenregister ist nur eine Marke für die Nizzaklasse 35 für ein Litauisches Unternehmen eingetragen.
Im deutschen Markenregister findet sich tatsächlich ein Treffer für das Suchwort "Amber Queen". Für die richtige Nizzaklasse 31 ist die Wortmarke "Union-Rose Amber Queen" für die ROSEN-UNION eG eingetragen. Marken gelten für 10 Jahre, können aber solange sie genutzt werden beliebig oft um 10 Jahre verlängert werden. Die Marke ist entsprechend schon einmal verlängert worden und damit nach wie vor gültig.

Die Werbung mit der Bezeichnung "Union-Rose Amber Queen ®" bleibt also dem Sorteninhaber und Personen mit einer von ihm erteilten Lizenz vorbehalten. "Amber Queen ®" ist nur ein Teil der Marke, könnte aber dennoch einen Schutz begründen, über die Einzelheiten in solch einem Sonderfall mögen sich die Markenrechtler streiten oder auch gerne hier äußern.

Der Name Harroony ist nicht als Marke geschützt und hat eher beschreibende Funktion, da er als Sortenname die Unterscheidung zwischen dieser und anderen Sorten unabhängig vom Vermehrungsbetrieb ermöglicht. Ob der Name eintragungsfähig wäre, mag ich wiederum nicht entscheiden, er ist aber nicht eingetragen.

Fazit: Zugelassene Vermehrungsbetriebe (da gibts dann auch wieder Vorschriften, die der Produktsicherheit und dem Verbraucherschutz etc. dienen...) müssten also die Sorte Harroony entweder unter diesem Namen oder einer freien Marke beliebig vermehren und verkaufen dürfen.

Mittwoch, 28. August 2013

Wie lange gilt der Sortenschutz bei Rosen? Beispiel „HARroony“ („Amber Queen")


Wie sieht es eigentlich mit dem Sortenschutz bei Rosen aus? Grundsätzlich gibt es ein deutsches Sortenschutzgesetz. Maßgeblich für die Schutzdauer sind dabei § 6 und § 13 SortSchG.

§ 13 Dauer des Sortenschutzes
Der Sortenschutz dauert bis zum Ende des fünfundzwanzigsten, bei Hopfen, Kartoffel, Rebe und Baumarten bis zum Ende des dreißigsten auf die Erteilung folgenden Kalenderjahres.


Vor der Erteilung gibt es noch eine Schonfrist, in der eine Sorte noch als neu gilt und somit noch angemeldet werden kann, obwohl sie schon im Handel ist. Das richtet sich nach § 6 SortSchG.

§ 6 Neuheit
(1) Eine Sorte gilt als neu, wenn Pflanzen oder Pflanzenteile der Sorte mit Zustimmung des Berechtigten oder seines Rechtsvorgängers vor dem Antragstag nicht oder nur innerhalb folgender Zeiträume zu gewerblichen Zwecken an andere abgegeben worden sind:
1. innerhalb der Europäischen Union ein Jahr,
2. außerhalb der Europäischen Union vier Jahre, bei Rebe (Vitis L.) und Baumarten sechs Jahre.


Die "Amber Queen" wurde 1983 geboren und 1984 in England von Harkness NewRoses Ltd. vorgestellt. Im sehr bescheidenen deutschen Sortenregister ist sie nicht zu findenSie genießt also offenbar keinen Schutz nach dem SortSchG.

Im Sortenregister findet man eine Pflanze am besten mit ihrem Züchternamen und nicht mit einem Handelsnamen. Der Züchtername einer Sorte setzt sich in der Regel aus den ersten drei Buchstaben des Züchters und einem Anhängsel zusammen. Die "Amber Queen" heißt "HARroony.

Die zweite Möglichkeit eine Sorte in Deutschland zu schützen ist der gemeinschaftliche (EU-) Sortenschutz. Dieser ist geregelt in der VERORDNUNG (EG) NR. 2100/94 DES RATES vom 27. Juli 1994 ueber den gemeinschaftlichen Sortenschutz. Inhaltlich ist der Sortenschutz mit dem deutschen Recht weitestgehend identisch. Diese umfassende Schutzmöglichkeit für die ganze EU ist auch der Grund, warum es kaum Eintragungen im deutschen Register gibt. Im europäischen Sortenschutzregister kann man (nicht rechtsverbindlich) auch im Internet suchen. Auch im europäischen Sortenschutzregister ist HARroony nicht eingetragen. Witzigerweise ist unter "Amber Queen" eine Elfenblumensorte von 2005 eingetragen, was durchaus rechtliches Konfliktpotential haben könnte. Das Register existiert allerdings auch erst seit 1995. "Amber Queen" ist jedenfalls als Rose nicht eingetragen und genießt daher offenbar auch keinen europäischen Sortenschutz.

Artikel 19
Dauer des gemeinschaftlichen Sortenschutzes
(1) Der gemeinschaftliche Sortenschutz dauert bis zum Ende des fuenfundzwanzigsten, bei Sorten von Reben und Baumarten des dreissigsten, auf die Erteilung folgenden Kalenderjahres.
(2) Der Rat, der auf Vorschlag der Kommission mit qualifizierter Mehrheit beschliesst, kann in bezug auf bestimmte Gattungen und Arten eine Verlaengerung dieser Fristen bis zu weiteren fuenf Jahren vorsehen.
(3) Der gemeinschaftliche Sortenschutz erlischt vor Ablauf der in Absatz 1 genannten Zeitraeume oder gemaess Absatz 2, wenn der Inhaber hierauf durch eine an das Amt gerichtete schriftliche Erklaerung verzichtet, mit Wirkung von dem Tag, der dem Tag folgt, an dem die Erklaerung bei dem Amt eingegangen ist.


Die Schutzdauer beträgt wie im deutschen Recht 25 bzw. 30 Jahre plus den Rest des Anmeldekalenderjahres. Rosen dürften nicht unter Reben oder Baumarten fallen, also gelten 25 Jahre. Von der Ermächtigung in Absatz 2 wurde bisher meines Wissens nur für Kartoffeln Gebrauch gemacht. Dass man auf ein Recht verzichten kann, versteht sich eigentlich von selbst.

Ergebnis: Die Schutzdauer für Rosen beträgt in Deutschland (vorbehaltlich mit nicht bekannter Rechtsnormen oder abweichender Auslegung) 25 Jahre plus den Rest des Anmeldekalenderjahres. Die "Amber Queen" wurde nach derzeitigem Recherchestand weder im deutschen, noch im euröpäischen Sortenschutzregister eingetragen und dürfte damit in Deutschland keinen Schutz genießen. Die Frage ist dann allerdings, warum bei vielen Händlern auf einen bestehenden Sortenschutz hingewiesen wird.

Wäre die "Amber Queen" 1984 eingetragen worden (Rechenbeispiel), würde man ab 1985 25 Jahre rechnen. Der Sortenschutz wäre damit Ende 2009 erloschen.

UPDATE 29.08.2013: Meist ist nicht (nur) die Sorte, sondern auch ihr Handelsname als Marke geschützt. mehr dazu hier.