Montag, 27. Juni 2011

Da liebäugelt man mit Jagdwilderei!

Diese ******* ******** ********* ********** Rehe!

Es werden immer mehr und sie werden immer dreister. Wenn sie im Winter bis ans Haus kommen und alles abfressen, habe ich dafür ja noch ein gewisses Verständnis. Im Sommer muss das aber wirklich nicht sein. In unserem Garten stormern mindestens zwei Rehe herum. Ein Bock mit nur einer Stange und eine Ricke. Ein Kitz habe ich bisher nicht beobachten können. Die unwillkommenen Gäste spazieren kreuz und quer durch den Garten. Sie sind richtige Feinschmecker und fressen meist die Spitzen der Pflanzen, sowie besonders schmackhaftes Gemüse. Besonders gerne mögen sie Blätter und unreife Früchte von Äpfeln und Birnen. Die unteren Zweige sind ziemlich kahl. Selbst vor einem Apfelbäumchen (Uelzer Rambuhr) auf der Terrasse!!! haben sie nicht Halt gemacht.Rehfraß an jungem Uelzer Rambur

Mal naschen sie hier, mal dort. Dabei sind sie auch garnicht scheu. Selbst wenn jemand aus der Tür tritt, laufen sie nur ein paar Meter weiter und drehen sich dann erstmal um. Nichtmal von Böllern lassen sie sich mehr beeindrucken. Sie kommen derartig dich heran, dass ich sie problemlos vom ersten Stock aus mit einem gezielten Blumentopfwurf erlegen könnte.

Als wäre es nicht schlimm genug, dass sie alles anfressen (besonders Spitzen und Triebe)! Der Bock meint noch immer sein Gehörn scheuern zu müssen. Damit hat er mir im Frühling schon ein paar kleine Bäumchen gekillt, sollte also lange damit fertig sein, den Bast abzustreifen. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass er nur eine Stange hat. Möglicherweise juckt es ihn noch immer auf der anderen Seite. Meist vergreift er sich nur an den Dillpflanzen, von denen wir zum Glück reichlich haben. Nun hat er sich aber auch an meine Topinambur herangetraut, die den Angriff aber zum Glück einigermaßen überstanden haben.

Später Fegeschaden an Topinambur

Außerdem haben die Rehe unsere Erdbeerpflanzen gefressen, so dass wir praktisch keine Ernte haben. Der Abschussplan sieht vor, dass acht Rehe geschossen werden. Vier davon sind als Fallwild kalkuliert, kommen also ohne Zutun des Jägers unters Auto. Vier Rehe müssen also noch geschossen werden, wobei vier Stück wohl ohnehin schon ausgewählt sind, weil sie "eine Macke haben", also z.B. nur eine Stange, wie der Bock, der bei uns herumläuft. Bei den vielen Rehen, die man selbst tagsüber hier sieht, scheint mir die Population doch etwas groß zu sein und sie ist wohl auch in den letzten Jahren gewachsen.

Wir haben schon in Erwägung gezogen, einen Teil des Gartens mit einem Wildschutzzaun abzusichern, um wenigstens das Gemüse und die kleinen Bäumchen schützen zu können, allerdings ist das Zaungeflecht mit ca. 2 € pro laufender Meter nicht ganz billig. Auch bei der Zaunhöhe sind wir uns noch nicht sicher, ob 1,80 Meter ausreichen würden, oder ob die Rehe noch drüberspringen. Hat jemand vielleicht Erfahrung mit dem Einzäunen gegen Rehe?

In Anbetracht der nicht ganz geringen Strafandrohung von bis zu drei Jahren für Jagdwilderei, werde ich vom eigenhändigen Erlegen der Rehe wohl Abstand halten. Wenn ich eines mit dem Blumentopf treffen würde, wäre das wohl außerdem noch unwaidmännisch und würde mit drei Monaten bis fünf Jahren bestraft werden. Ich fürchte, es hilft auch nicht viel, wenn ich mich dann auf Gartennotwehr berufe.

Sonntag, 26. Juni 2011

Arme Amsel

Die Arme Amsel, sie muss schnell gestorben sein. Diagnose Genickbruch. So schwungvoll knallen nur ganz selten Vögel gegen unsere Fensterscheiben. Wahrscheinlich war sie in Panik, weil sie der Sperber oder der Turmfalke gehetzt hat.

Toter Vogel

Ist das überhaupt eine Amsel? Oder handelt es sich eher um irgendeine Drosselart?

Freitag, 24. Juni 2011

Apfelbaumpflege: Äste herunterbinden

Das Herunterbinden von steil nach oben wachsenden Trieben soll bewirken, dass dort Fruchtholz gebildet wird und der Haupttrieb (Krone) weniger Konkurrenz im Höhenwachstum hat. Die Prozedur habe ich nun erstmals ausprobiert.

Versuchsobjekt ist ein Apfelbaum, der schon etliche Jahre steht und dessen Sortenbezeichnung uns leider abhanden gekommen ist. Er hat nur senkrechte Triebe mit geringer Verzweigung und das Wachstum lässt insgesamt zu wünschen übrig - kein Wunder bei der formbedingt geringen Blattmasse.

Apfelbaum vor Herunterbinden

Apfelbaum vor Herunterbinden nah

Wie man sieht, geht alles steil nach oben, der Baum hat wenig Laub, wirkt ansonsten aber gesund. Mit etwas dickerer Schnut habe ich die einzelnen Triebe bis auf den Mitteltrieb etwas heruntergebogen und am Wildschutzdraht festgebunden. Wichtig ist, dass man keinen Knoten um die Triebe macht, da sie sonst abgewürgt werden. Die Schnur liegt deswegen nur von oben auf. Nach dem Herunterbinden sieht der Baum nun auch etwas komisch aus, ich hoffe aber, dass er jetzt die Möglichkeit hat, sich zurechtzuwachsen. So wie bisher konnte er jedenfalls nicht weiterwachsen, wenn wir jemals Früchte haben wollen. Spätestens im nächsten Jahr, sollte sich eine Veränderung zeigen.

Apfelbaum nach Herunterbinden

Donnerstag, 23. Juni 2011

Treebog / Tree bog = Grundwasserverseuchung != Permakultur

Die so genannten Treebogs sind Komposttoiletten, die nicht geleert werden. Stattdessen werden rundherum Weiden oder andere viel Stickstoff absorbierende Gewächse gepflanzt. Diese sollen die im Kot und Urin enthaltenen Nährstoffe, insbesondere den Stickstoff, aufnehmen und so Biomasse produzieren und gleichzeitig ein Auswaschen der Stoffe ins Grundwasser verhindern. Das Modell wird im Internet gerne als besonders ökologisch dargestellt, da Wasser eingespart wird und Stoffkreisläufe lokal geschlossen werden. Diese Aussage ist aber nur haltbar, wenn die Pflanzen tatsächlich in der Lage sind, derartig viele Nährstoffe umzusetzen.

Das dies nicht der Fall ist, lässt sich mit einem kleinen Rechenbeispiel gut zeigen. Ich will dabei nur auf den Stickstoffgehalt eingehen. Ein Mensch "produziert" im Jahr ca. 500 Liter Urin und ca. 50 Liter Kot. Im Urin sind ca. 4 kg, im Kot ca. 0,5 kg Stickstoff enthalten. Im Kurzumtrieb (also bei regelmäßiger Ernte, wie empfohlen) enthält die Trockenmasse Weidenholz ca. 0,41 % Stickstoff. Der Trockenmasseertrag pro Hektar liegt im Schnitt bei 9 Tonnen. Unsere Weiden haben eine optimale Wasserversorgung und reichlich Nährstoffe. Sie haben keine Wurzelkonkurrenz (wegen der Nährstoffkonzentration an einer Stelle ist das Gegenteil richtig) und insgesamt optimale Bedingungen. Deswegen rechnen wir mal mit einem völlig utopischen Hektarertrag von 27 Tonnen. Der Treebog samt zweireihiger Weidenanpflanzung beansprucht bei großzügiger Ausführung 50 Quadratmeter. Pro Jahr entnehmen wir also 135 kg Trockenmasse Weidenholz und damit ca. 0,55 kg Stickstoff.

Leider versorgen sich die Weiden auch bei bester Durchwurzelung unter dem Abort auch aus der Umgebung. Selbst wenn man durch einen Sickerschutz (Teichfolie o.ä), der mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden wäre, die Nährstoffe in den 50 qm halten könnte, würde der Stickstoffentzug nur den Stickstoffeintrag aus dem Kot einer Person kompensieren. Tatsächlich dürfte der Holzertrag aber um mindestens die Hälfte geringer ausfallen. Außerdem nehmen die Bäume im Winter kaum Nährstoffe auf, so dass in dieser Zeit die Fäkalien ungehindert versickern können, oder sich bei Frost sammeln und bei Tauwetter versickern. Die Einstreu mit Stroh oder Holzspänen würde bei der Kompostierung einen gewissen Teil des Stickstoffes binden, aber wohl nicht in ausreichenden Mengen.

Fazit: Ein Treebog ist eine Gefahr für das Grundwasser. Die Kapazität genügt bei reichlicher Einstreu und separater Urinentsorgung für maximal eine Person bei nicht regelmäßiger Nutzung oder Nutzung nur im Sommer. Die Nutzung für Großveranstaltungen, Zeltlager, Wanderhütten etc., wie sie beworben wird, ist eine gigantische Umweltsünde und verseucht das Grundwasser mit großen Mengen Stickstoff. Für einen Schrebergarten mag die Anlage ausreichen, nimmt dort aber wieder zu viel Platz ein.

Eure Kritik: Vielleicht habe ich mich ja auch verrechnet und die Sache ist total sinnvoll. Die Zahlen habe ich im Internet gefunden oder plausibel geschätzt. Dabei habe ich immer einen reichlichen Puffer zu Gunsten des Treebog eingerechnet. Kleinere Fehler in den Ausgangsdaten dürften damit ausgeglichen sein. Falls ihr einen Fehler findet, lasst es mich doch bitte wissen. Ich habe nichts gegen Komposttoiletten, lasse mich also gerne eines Besseren belehren.


Unterlage bei veredeltem Obstbaum "überbrücken"

Die meisten Obstbäume sind nicht kernecht, das heißt ein aus Samen gezogener Baum hat völlig andere Eigenschaften als der Mutterbaum. Um identische Früchte von einem neuen Baum zu erhalten greift man daher auf den Trick der Veredelung zurück. Man nimmt dafür eine (meist genormte) Unterlage, die die Wurzel des neuen Baumes wird. Darauf wird mit einer der vielen Veredelungstechniken ein Reis oder ein Auge des Baumes, den man eigentlich vermehren möchte veredelt. Kurz gesagt amputiert man einen Teil der Unterlage und ersetzt ihn durch ein Stück von der Wunschsorte, die dann auf der fremden Wurzel weiterwächst.
Durch die Wahl der Unterlage lassen sich Wuchs, Ertrag und bis zu einem gewissen Punkt auch Resistenzen des Baumes beeinflussen. Im Erwerbsobstbau werden z.B. spezielle schwachwüchsige Unterlagen verwendet, so dass die Baume klein aber ertragreich und damit gut zu ernten sind. Auch unterschiedliche Obstarten können so kombiniert werden. Für schwachwüchsige Brinen wird z.B. oft eine Quittenunterlage genommen, für Quitte Weißdorn usw. Nicht alle Obstsorten sind "kompatibel" Stein- und Kernobst wächst nicht stabil zusammen (also z.B. Kirsche auf Apfelunterlage). Bei Birnen sind manche Sorten mit vielen Birnenunterlagen nicht kompatibel. Insgesamt ist der ganze Bereich eine Wissenschaft für sich.
Normalerweise wissen die Baumschulen was sie tun und man sollte nicht daran herumpfuschen. Insbesondere wird davor gewarnt, die Veredelungsstelle mit Erde oder Grasschnitt zu bedecken, etwa indem man den Fangkorb des Rasnmähers an einem Baumstamm entleert. Dadurch kann es nämlich dazu kommen, dass die Veredelung Wurzeln bildet und sich auf eigene Füße stellt. Die Unterlage verliert dann ihren Einfluss und kann sogar absterben. Bei älteren Baumen ist die Gefahr der Bewurzelung nicht mehr so groß, dafür ist der später bedeckte Stammabschnitt aber ein Einfallstor für Schädlinge und Pilze.
Ich habe vor zwei Jahren einen Speierling (sorbus domestica) bei Ebay gekauft. Eigentlich wollte ich einen schönen großen Hochstamm ziehen, ein Sämling oder eine Veredelung auf Speierling war aber nicht günstig zu bekommen. Dafür aber ein Speierling auf Quittenunterlage. Vorteil: fruchtet früher, Nachteil: bleibt klein, geringere Lebenserwartung. Für 22,33 € inklusive Versand für ein mehrjähriges Bäumchen habe ich dennoch zugeschlagen. Die versprochene Ballenware war wurzelnackt in ein Erdgemisch gesteckt worde, das ich eher als feuchten Kehricht bezeichnen würde und einigermaßen vertrocknet war sie auch, aber der Baum hat sich gut erholt.
Eigentlich will ich aber ja einen großen Baum auf eigener Wurzel. Was sonst eine Gefahr ist, habe ich daher bewusst herbeigeführt. Drei Schubkarren Erde habe ich so um den Stamm gekippt, dass die Veredelungsstelle gut bedeckt ist. Nun hoffe ich, dass der Stamm über der Veredelungsstelle Wurzeln schlägt und sich auf eigene Füße stellt. Dann dürfte einem schönen großen Speierling nichts mehr entgegenstehen.
Hat vielleicht jemand Erfahrung (eventuell auch unfreiwillig) mit wurzelschlagenden Veredelungen? Hat es geklappt, wie lange hat es gedauert?
Die Veredelungsstelle vor dem Anhäufeln (rechts ist nur der Stützpfahl):Speierling Veredelungsstelle
Nach dem Anhäufeln:
Speierling angehäufelt Haufen
Ergebnis in voller Größe:
Speierling angehäufelt 3

UPDATE 06.04.2014: Der Baum ist im letzten Jahr eingegangen. Ich glaube aber nicht, dass es an dem Versuch lag. Mehr dazu hier!

Mittwoch, 22. Juni 2011

Holundersekt - wieder kein Glück

Die letzten beiden Versuche mit Holunderblütensekt sind mir verschimmelt. Die Lösung des Problems der auftreibenden Blüten, die dann an der Oberfläche schimmeln können, sah ich in Teebeuteln und Kieselsteinen.

Die Holunderblüten habe ich zusammen mit einem Kieselstein in Teebeutel gefüllt, die ich verschlossen habe. Die Kieselsteine waren allerdings zu leicht und die Teebeutel zu lang, so dass sie immernoch an die Oberfläche kamen. Deswegen habe ich die Teebeutel mit einem Glas fixiert, so dass sie nicht aufschwimmen konnten.

Holunderblütensekt Teebeutel

Die Idee war soweit auch richtig. Es hat nichts geschimmelt.

Allerdings hat der Sekt nach drei Tagen auch noch nicht geperlt. Ein paar Tage später fing er an zu perlen, wurde aber gleichzeitig trüb. Der Geschmackstest verlief wenig erfreulich. Der Holundersekt ist diesmal "gekippt". Das ist dann wohl einfach Pech. Zumindest erschließt sich mir keine offensichtliche Fehlerquelle. Die Zusammensetzung der wilden Hefen an den Blüten ist vielleicht nicht immer so, dass man ein wohlschmeckendes Produkt erhält. Nach nun immerhin drei Fehlschlägen entmutigt, werde ich meine Bemühungen für dieses Jahr einstellen.

Montag, 20. Juni 2011

In den Graben gefallen!

Da bin ich doch tatsächlich in den Graben gefallen! Nicht etwa weil ich einen über den Durst getrunken hätte. Ich habe einfach nicht ausreichend bedacht, dass nach größeren Regenfällen auch ausgetrocknete Gräben noch rutschig sein können.

In den Graben wollte ich auch nur steigen, um mir ein paar Pilze näher anzusehen. Zum Glück hatte ich den Fotoapparat noch nicht gezückt, so dass ihm nichts passiert ist. Meine Arbeitsklamotten haben auch nur eine Ladung lehmigen Schlamm abbekommen und mir selbst ist auch bis auf einen kleinen Schreck nichts passiert.

Wo ich schonmal so viel riskiert habe, will ich euch die Fotos nicht vorenthalten. Vielleicht erkennt ja jemand die Pilze.Pilze im Graben GruppenbildPilze im Graben nahPilz im Graben Unterseite