Eines der unbekannten Geräte hat sich nach einiger Recherche als Wallschneider entpuppt. Dabei handelt es sich um ein Werkzeug zur Grabenpflege. Eine Abbildung verschiedener Werkzeuge und eine ausführliche Erläuterung der damit durchgeführten Grabenpflege findet sich unter dem Titel "Grobens un Kleigräbers" ab Seite 104 im Schlossheft Nr. 5 des Museums für Bergedorf und die Vierlande. Autor des Heftes mit dem Titel "Alte Vierländer Gartengeräte - Arbeitskultur und Alltagsbilder" ist Werner Schröder.
Mit freundlicher Genehmigung des Museums für Bergedorf und die Vierlande und der Witwe des Autors darf ich hier einen größeren Abschnitt aus dem Aufsatz samt Abbildung veröffentlichen. Den ganzen Artikel und viele weitere interessante Geräte und Geschichten findet sich im Heft, dass man hier für 5 € käuflich erwerben kann.
Die Werkzeuge, den Wallschneider sieht man ganz links auf dem Bild. Mein Exemplar hat leider nicht mehr den original Stiel mit zwei Griffen:
Hier der Text:
Die Kleigräbers hatten einige Spezialgeräte an Schaufeln, Messern, Haken und Harken, die nur zum Ausklein benutzt wurden. Klei bedeutet schwerer, fetter und lehmhaltiger Marschboden. Ein Bauer, der diesen Boden an seinen Stiefeln hatte, war reich - he harr Klei anne Feut. Er beaufsichtigte zwar den Fortgang der Arbeit, ließ sich jdoch nicht allzu häufig sehen. Sein Kommen verbanden die Kleigräbers gerne mit einer Flasche Klarem, vielleicht hielten sie damit auch unnötige Kontrollen von sich ab. Weuer ers dat Woter weller in'n Groben un dor swümm nix mehr boben, dinn weuer dat Wark geroden.
Während zwei Männer im Wechsel die Schwenkschaufel bedienten, waren die anderen mit weiteren Vorbereitungen befaßt. Damit alles gerade wurde, mußte mit de Kleilien afflient warrn. Diese Leine konnte sowohl kleine als auch große Knoten für die Fuß- oder Ruteneinteilung haben. Mit dem Rutenstock, 4 x 1 Meter, wurde die Grabenbreite festgelegt. Hier gab es keine Norm; Breite und Tiefe waren abhängig von der Grabenart, Höhenlage, Bodenbeschaffenheit und letztlich auch vom vereinbarten Qualitätsanspruch des Bauern. Die Uferböschung bekam etwa eine Steigung von 1:2,5. War der Graben oben z.B. 8 Fuß, gleich 2,40 Meter breit, dann war die Sohle bei einer Tiefe von 5 Fuß 1,20 Meter, gleich 4 Fuß, breit.
An der Leine entlang wurde vorgestochen oder markiert, um dann mit dem Wallmesser, dan'n groten Snieder, den Wall bis unten durchzuschneiden. Er wurde von ein oder zwei Männern an einem Tau gezogen, und ein dritter führte am langen Holzstiel mit Quergriff das Messer im Bewegungswechsel. Ein kleineres Messer mit Sägezähnen, woanders auch zum Schneiden von Heu, Silage oder Mist benutzt, hatte zwei Griffe und wurde von einer Person für leichtere Wallschneidearbeiten eingesetzt.
Nach diesem Arbeitsgang wurde mit einer Schaufel oder einem Kantenstecher abgestochen, letzterer hieß "Steker" oder "Piekesch", wegen seiner äußeren Verwandtschaftsform zum Spielkartensymbol. Die nun frei werdenden Sodenstücke wurden zerteilt, um dann mit dem Haken, drei oder vierzinkig, hochgezogen und auf dem Wall sauber abgesetzt zu werden und so die neue Uferkante zu bilden. Der Vorgang hieß affeubern, abufern. Für größere Grasköpfe oder Schilfbüschel, Bültn genannt, kam der Bültnhauer zu Einsatz, auch bei Rundungen. Diese Uferstücke mußten für die Wallbefestigung verarbeitet werden, sie durften keinesfalls auf das Stück, da sie das Land verunreinigten.
Aber auch auf dem Wall waren sie nicht beliebt, denn im folgenden Sommer gab es hier so gut wie kein Heugras. Mit einer schwren Grabenharke wurde der Grund von der Grabenvegetation gesäubert und damit wurde der Wall dann geglätter. Mit einer hözernen Art Kornschaufel wurde der halbflüssige Modder auf den Uferwall befördert und von hier aus weiter zu Mitte des Stücks, zum Rücken. Das war wie "Peermess fött Land" und wohl eher ironisch gemeint. Innerhalb einer Kolonne gab es die Arbeitsteilungen: Affeubern und Uthokn, Wallopsettn und Utharkn und Utklein un Verdeeln.
Ein erhöhter Schwierigkeitsgrad mußte an den Enden und Ecken mit ihren Übergängen und Überfahrten bewältigt werden. Hier verliefen Rohre, früher aus Holz mit Klappen, später aus Eisen und Ton, heute aus Kuststoff. Alles wurde durchgesehen, repariert und gereinigt.
Größere Pausen gab es zwei oder drei, je nach Länge der Arbeitszeit. Einige Kleigräber beköstigten sich selbst, das erhöhte den Verdient. Andere bekamen Essen und Trinken vom Bauern auf das Feld gebracht, auch wegen der Aufsicht. Wenn die Witterung es zuließ, saßen die Männer unter einem Baum oder hinter einem Busch, wo dat'n bet'n schulen de. Bei Wund und Regen bauten sie aus ihren Schotten auch einen Schutz. Sie trugen hohe Lederstiefel bis über die Knie. Der Verdienst "fö disse Knoknarbeit" lag um 1900 bei zwei bis drei Mark am Tag. Es wurden aber auch 1,20 Mark für eine Rude gerechnet oder lediglich vierzig Pfennige, wenn nur gemäht oder ausgeharkt wurde.
Die Häufigkeit des Auskleiens gschah sehr unterschiedlich. Wetter- und Sammelgräben mußten etwa alle fünf Jahre gesäubert werden, obgleich die Wasserströmung die verhältnismäßig sauber von Bewuchs hielt. Es bildeten sich aber Ablagerungen und Untieren. Ziehende Gräben, etwa alle vier Stücke, oder Grenzgräben wurden im Turnus von etwa acht Jahren ausgezogen. Bei den Zwischengräben kamen auch schon mal zweölt bis fünfzehn Jahre zusammmen. Wenn zu selten gesäubert wurde, bildete sich "rode Mutt", eisenhaltiger Grundschlick. Wo dieser sich ansammelte, wuchs erst einmal nichts mehr.
Einige Bauern ließen ihre Gräben in einem Tauschverfahren säubern. Die Kätner oder Tagelöhner bekamen den etwa achtjährigen Erlenbusch an den Grabenränden als Feuerung. Drei Fuder reichten für den Winter, der Bauer selbst verfeuerte etwa fünfzehn Fuder. Dann brauchten weder Torf noch Briketts zugekauft werden.
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Samstag, 19. April 2014
Dienstag, 15. April 2014
Update zum unbekannten Werkzeug: Wallmesser bzw. Wallschneider
Am 10. Februar habe ich euch um Hilfe bei der Bestimmung von zwei unbekannten Werkzeugen gebeten. Ich denke, das Rätsel ist für das große Werkzeug gelöst. Ich habe nochmal bessere Fotos gemacht, vielleicht fällt ja noch jemandem etwas zum zweiten Werkzeug ein.
Das Werkzeug stammt von einem Hof in Stelle in der Winsener Marsch.
In der Diskussion in den Kommentaren wurden Torfwerkzeuge vorgeschlagen. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass es sich nicht um ein Torfmesser, einen Torfstecher oder eine Torfschaufel handelt (bei keinem der beiden Werkzeuge). Ich habe einfach keine Bilder gefunden, die auch nur eine entfernte Ähnlichkeit haben und die eigenartige Form der Werkzeug deutet eher nicht auf einen entsprechenden Verwendungszweck hin.
Mein Waldgarten hat dann die Torfsäge vorgeschlagen. Dazu habe ich eine einzige Abbildung gefunden. Die Klinge ist ähnlich, aber die Griffkonstruktion und die Befestigung ist völlig anders. Bei der Quelle bin auch etwas vorsichtig. Eine Verkaufsseite ist nicht unbedingt wissenschaftlich fundiert.
In meiner Verzweiflung habe ich das Deutsche Werkzeugmuseum in Remscheid angeschrieben. Dort konnte man auch nichts Genaues sagen: "Ich gehe aber davon aus, dass es sich um Geräte zur Bodenbearbeitung (z.B. des dortigen Marschbodens, oder anderswo des Moorbodens) handelt. Da ich Abbildungen dazu in den Standardkatalogen der deutschen Werkzeugindustrie aus den 1920er Jahren und einschlägigen, noch älteren Katalogen von Firmen aus unserer Region nicht finden konnte, gehe ich davon aus, dass die Gerätschaften als Einzelstücke in jeweils bedarfsgerechter Menge "vor Ort" hergestellt wurden, z.B. in der örtlichen Schmiede."
Nagut, also habe ich das Museum am Kiekeberg angeschrieben, das hier in der Gegen eine große Nummer ist. Zunächst bekam ich die Antwort, "es handelt sich um einen Torfschneider und ein Spatenblatt zum Torf- bzw. Sodenstechen". Auf meine Einwände, derartige Werkzeuge sähen zumindest im Internet deutlich anders aus, hat das Museum nochmal nachgeschoben: "ich habe noch mal kurz recherchiert und bin zum Ergebnis gekommen, dass es sich um Geräte zum Grabenreinigen handelt. Das Gerät mit den Sägezähnen diente zum Schneiden der Grabenkante, wurde jedoch auch zum Schneiden von Heu, Silage oder Mist verwendet (Wallmesser). Das spatenartige Instrument ist wohl ebenfalls zum Abstechen von Soden gedacht. Ein Gartenwerkzeug dieser Art ist mir jedenfalls nicht bekannt".
Die Schwierigkeit mit dem Wallmesser war, dass ich dazu im Internet keinerlei Bilder oder Beschreibungen finden konnte. Ich habe daher noch einmal nachgefragt, ob es eine Quelle dazu gäbe und wurde auf eine Veröffentlichung aus der Region verwiesen. Da das Heft relativ preiswert ist, hat die Gartenkasse mal 5 € investiert und das Schlossheft Nr. 5, herausgegeben vom Museum für Bergedorf und die Vierlande erworben. Autor des Heftes ist Werner Schröder und der Titel lautet "Alte Vierländer Gartengeräte - Arbeitskultur und Alltagsbilder".
Das Heft beschreibt eine Vielzahl historischer Werkzeuge aus der Region, die hier auf der anderen Elbseite genauso aussehen. Ich denke, die Anschaffung hat sich auch über diesen Fall hinaus gelohnt.
Eine Abbildung findet sich auf Seite 107. Mit freundlicher Genehmigung darf ich die Abbildung und einen größeren erklärenden Abschnitt veröffentlichen (in einem extra Artikel).
Das Werkzeug sieht genauso aus, wie die Torfsäge. Entweder irrt die obere Intrenetquelle, oder das Werkzeug wurde auch für Torf verwendet. Der andere Griff mag an meinem Werkzeug auch mal dran gewesen sein, schließlich sieht man, dass es neu angeschmiedet worden ist. Werner Schröder bezeichnet das Gerät übrigens als Wallschneider und nennt ein anderes, größeres Werkzeug ohne Zähnung Wallmesser.
Zur Verwendung schreibt Werner Schröder: "Ein kleineres Messer mit Sägezähnen, woanders auch zum Schneiden von Heu, Silage oder Mist benutzt, hatte zwei Griffe und wurde von einer Person für leichtere Wallschneidearbeiten eingesetzt."
UPDATE 19.04.2014: Mit freundlicher Genehmigung durfte ich die obige Abbildung, sowie einen größere Abschnitt über die Werkzeuge und den Arbeitsablauf bei der historischen Grabenpflege veröffentlichen.
Das Werkzeug stammt von einem Hof in Stelle in der Winsener Marsch.
In der Diskussion in den Kommentaren wurden Torfwerkzeuge vorgeschlagen. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass es sich nicht um ein Torfmesser, einen Torfstecher oder eine Torfschaufel handelt (bei keinem der beiden Werkzeuge). Ich habe einfach keine Bilder gefunden, die auch nur eine entfernte Ähnlichkeit haben und die eigenartige Form der Werkzeug deutet eher nicht auf einen entsprechenden Verwendungszweck hin.
Mein Waldgarten hat dann die Torfsäge vorgeschlagen. Dazu habe ich eine einzige Abbildung gefunden. Die Klinge ist ähnlich, aber die Griffkonstruktion und die Befestigung ist völlig anders. Bei der Quelle bin auch etwas vorsichtig. Eine Verkaufsseite ist nicht unbedingt wissenschaftlich fundiert.
In meiner Verzweiflung habe ich das Deutsche Werkzeugmuseum in Remscheid angeschrieben. Dort konnte man auch nichts Genaues sagen: "Ich gehe aber davon aus, dass es sich um Geräte zur Bodenbearbeitung (z.B. des dortigen Marschbodens, oder anderswo des Moorbodens) handelt. Da ich Abbildungen dazu in den Standardkatalogen der deutschen Werkzeugindustrie aus den 1920er Jahren und einschlägigen, noch älteren Katalogen von Firmen aus unserer Region nicht finden konnte, gehe ich davon aus, dass die Gerätschaften als Einzelstücke in jeweils bedarfsgerechter Menge "vor Ort" hergestellt wurden, z.B. in der örtlichen Schmiede."
Nagut, also habe ich das Museum am Kiekeberg angeschrieben, das hier in der Gegen eine große Nummer ist. Zunächst bekam ich die Antwort, "es handelt sich um einen Torfschneider und ein Spatenblatt zum Torf- bzw. Sodenstechen". Auf meine Einwände, derartige Werkzeuge sähen zumindest im Internet deutlich anders aus, hat das Museum nochmal nachgeschoben: "ich habe noch mal kurz recherchiert und bin zum Ergebnis gekommen, dass es sich um Geräte zum Grabenreinigen handelt. Das Gerät mit den Sägezähnen diente zum Schneiden der Grabenkante, wurde jedoch auch zum Schneiden von Heu, Silage oder Mist verwendet (Wallmesser). Das spatenartige Instrument ist wohl ebenfalls zum Abstechen von Soden gedacht. Ein Gartenwerkzeug dieser Art ist mir jedenfalls nicht bekannt".
Die Schwierigkeit mit dem Wallmesser war, dass ich dazu im Internet keinerlei Bilder oder Beschreibungen finden konnte. Ich habe daher noch einmal nachgefragt, ob es eine Quelle dazu gäbe und wurde auf eine Veröffentlichung aus der Region verwiesen. Da das Heft relativ preiswert ist, hat die Gartenkasse mal 5 € investiert und das Schlossheft Nr. 5, herausgegeben vom Museum für Bergedorf und die Vierlande erworben. Autor des Heftes ist Werner Schröder und der Titel lautet "Alte Vierländer Gartengeräte - Arbeitskultur und Alltagsbilder".
Das Heft beschreibt eine Vielzahl historischer Werkzeuge aus der Region, die hier auf der anderen Elbseite genauso aussehen. Ich denke, die Anschaffung hat sich auch über diesen Fall hinaus gelohnt.
Eine Abbildung findet sich auf Seite 107. Mit freundlicher Genehmigung darf ich die Abbildung und einen größeren erklärenden Abschnitt veröffentlichen (in einem extra Artikel).
Das Werkzeug sieht genauso aus, wie die Torfsäge. Entweder irrt die obere Intrenetquelle, oder das Werkzeug wurde auch für Torf verwendet. Der andere Griff mag an meinem Werkzeug auch mal dran gewesen sein, schließlich sieht man, dass es neu angeschmiedet worden ist. Werner Schröder bezeichnet das Gerät übrigens als Wallschneider und nennt ein anderes, größeres Werkzeug ohne Zähnung Wallmesser.
Zur Verwendung schreibt Werner Schröder: "Ein kleineres Messer mit Sägezähnen, woanders auch zum Schneiden von Heu, Silage oder Mist benutzt, hatte zwei Griffe und wurde von einer Person für leichtere Wallschneidearbeiten eingesetzt."
UPDATE 19.04.2014: Mit freundlicher Genehmigung durfte ich die obige Abbildung, sowie einen größere Abschnitt über die Werkzeuge und den Arbeitsablauf bei der historischen Grabenpflege veröffentlichen.
Sonntag, 6. April 2014
Wahnsinnsgeschäfte: Konvolut Gartenwerkzeuge
Nachtrag 11.01.2014
Neben dem unbekannten Werkzeug habe ich auf der Haushaltsauflösung noch ein ganzes Konvolut Werkzeuge erworben, an denen ich einfach nicht vorbeikam. Rostiges Werkzeug scheint auf mich eine eigenartige Faszination auszuüben. 46 € musste die Gartenkasse für das Paket löhnen. Das Stück Wildschutzzaun und die Jiffys sind auch schon teilwese verbraucht.
Hier ein Überblick über das Wahnsinnsgeschäft:
NATÜRLICH brauchten wir ganz dringend 4 Äxte und drei weitere Spaten!
Spaten und Werkzeugstiele:
Forken und Hacke:
Außerdem noch ein paar Plastiktöpfe, Jiffys (Torftöpfe, die ich normalerweise nicht kaufen würde), eine alte Kiste, ein Blechbecher und etwas Müll.
Hat viel Spaß gemacht, dieses Wahnsinnsgeschäft. Kennt ihr sowas auch?
Neben dem unbekannten Werkzeug habe ich auf der Haushaltsauflösung noch ein ganzes Konvolut Werkzeuge erworben, an denen ich einfach nicht vorbeikam. Rostiges Werkzeug scheint auf mich eine eigenartige Faszination auszuüben. 46 € musste die Gartenkasse für das Paket löhnen. Das Stück Wildschutzzaun und die Jiffys sind auch schon teilwese verbraucht.
Hier ein Überblick über das Wahnsinnsgeschäft:
NATÜRLICH brauchten wir ganz dringend 4 Äxte und drei weitere Spaten!
Spaten und Werkzeugstiele:
Forken und Hacke:
Außerdem noch ein paar Plastiktöpfe, Jiffys (Torftöpfe, die ich normalerweise nicht kaufen würde), eine alte Kiste, ein Blechbecher und etwas Müll.
Hat viel Spaß gemacht, dieses Wahnsinnsgeschäft. Kennt ihr sowas auch?
Montag, 10. Februar 2014
Was für ein Werkzeug ist das? Bitte um eure Unterstützung.
Update 15.04.2014: Lösung für das große Werkzeug!
Ich habe neulich auf einer Haushaltsauflösung neben anderem Werkzeug dieses ominöse Teil gekauft, dessen Verwendungszweck und Bezeichnung mir bisher niemand sagen konnte. Vielleicht seid ihr ja schlauer und könnt mir weiter helfen.
Auch bei diesem Werkzeug ohne Stiel konnten wir nur raten.
Vielen Dank schonmal für eure Hilfe!
Ich habe neulich auf einer Haushaltsauflösung neben anderem Werkzeug dieses ominöse Teil gekauft, dessen Verwendungszweck und Bezeichnung mir bisher niemand sagen konnte. Vielleicht seid ihr ja schlauer und könnt mir weiter helfen.
Auch bei diesem Werkzeug ohne Stiel konnten wir nur raten.
Vielen Dank schonmal für eure Hilfe!
Dienstag, 16. April 2013
Obstbäume veredeln: Kopulation mit Gegenzungen Schritt für Schritt
Ich möchte euch die Veredelungstechnik "Kopulation mit Gegenzungen" Schritt für Schritt mit Bildern erklären.
Die Veredelung hat ein Bekannter durchgeführt, der das als Hobby schon eine Weile macht. Ich durfte aber auch mal selber Hand anlegen. Insgesamt haben wir 12 Bäumchen veredelt. Zwei bisher nicht bestimmbare Birnensorten haben wir auf Birnensämling veredelt. Um schneller zu sehen, ob unsere Apfelsämlinge brauchbares Obst bringen, haben wir außerdem 10 kleinwüchsige M9-Unterlagen mit einmal Holsteiner Cox, zweimal Grüner Boskop und 7 unserer selbstgezogenen Sämlinge veredelt. Die Unterlagen haben wir bei der Baumschule Peter Klock bezogen, wo sie insgesamt ca. 30-35 € gekostet haben.
Zunächst das Material:
Von links nach rechts:
- 1 weicher Bleistift zum Beschriften der Etiketten
- Kunststoffetiketten
- Haushaltsschere zum Abschneiden des Basts und der Markierungsbänder
- Baumwachs zum versiegeln der Veredelungs- und Schnittstellen
- Veredelungsmesser (einseitig geschliffen)
- Tuch zum eventuellen Voreinigen der Reiser
- gute Gartenschere
- Edelreis
- Veredelungsunterlage
- Außerdem nicht abgebildet: Paketschnut zum anbinden der Etiketten und ein Taschenmesser oder ein Locher zum Lochen der Etiketten.
Nun sucht man sich ein Edelreis. Das sind die einjährigen Wassertriebe, die gerade nach oben wachsen. Dazu nimmt man eine Unterlage mit möglichst gleicher Dicke. Beide werden nun gegenüber einem gesunden Knospenauge schräg abgeschnitten. Die Unterlage natürlich oben, das Reis unten.
Das ist der schwierigste Schritt bei der ganzen Angelegenheit. Ich habe es trotz mehrerer Anläufe nicht zufriedenstellend hinbekommen. Die Schnitte müssen möglichst gut aufeinander passen und dürfen dafür insbesondere nicht wellig sein. Deswegen benutzt man auch spezielle einseitig geschliffene Messer, mit denen das leichter hinzukriegen ist. Die Schnittstellen sollten nicht berührt werden, weil sie dadurch verschmutzen und nicht mehr so gut anwachsen.
Ist man kein Profi oder passen Edelreis und Unterlage von der Dicke her nicht so gut zusammen, muss am Ende trotzdem mindestens eine Seite der aufeinanderglegten Schnittflächen gut aufeinanderliegen.
Das Kambium (direkt unter der Rinde) muss sich berühren, damit die beiden Teile zusammenwachsen können. Hat man die beiden Teile passend geschnitten, müssen sie noch fest verbunden werden. Bei der normalen Kopulation werden sie dafür einfach mit Bast oder Veredelungsgummi verbunden. Um die Stabilität zu verbessern und das Verbinden einfacher zu machen, haben wir noch sogenannte Gegenzungen geschnitten und die Zweige damit ineinander gesteckt. Ein Bild hilft da mehr als jede Beschreibung:
Nun muss die Verbindung fixiert werden. Man achtet nochmal darauf, dass das Kambium sich an mindestens einer Seite auf der ganzen Länge berührt und umwickelt die Verbindungsstelle dann stramm mit Bast, wobei man das Auge des Edelreises freilässt. Am Ende verknotet man den Bast. Vor dem Verbinden kappt man außerdem das Edelreis mit einem geraden Schnitt, so dass 2-3 gesunde Augen verbleiben.
Es ist hilfreich, wenn eine zweite Person die Unterlage hält.
Statt Bast könnte man auch spezielle Veredelungsgummis nehmen. Sie haben den Vorteil, dass sie nicht UV-stabil sind und daher später nicht aufgeschnitten werden müssen. Dafür kann man sie aber auch nicht so fest ziehen und sie verleihen damit weniger Stabilität.
Die Veredelungsstelle und das obere Ende müssen jetzt noch mit Baumwachs versiegelt werden. Damit verhindert man eine übermäßige Verdunstung, die das Edelreis vertrocknen lassen würde und verhindert das Eindringen von Pilzen, Bakterien und Viren. Damit das Baumwachs streichfähig wird, muss man es vorher warmstellen oder in einem Wasserbad anwärmen. Richtig heiß soll es natürlich nicht sein.
Nun müssen die veredelten Bäumchen nurnoch gepflanzt werden. Man kürzt dafür die Wurzeln mit einer scharfen Gartenschere um ca. 1/3. Damit schneidet man möglicherweise durch den Versand vertrocknete Wurzeln ab und regt die Neubildung an. Unsere Bäumchen haben wir zunächst in Töpfe gepflanzt, weil das Beet noch nicht vorbereitet ist. Auf jeden Fall das Angießen nicht vergessen.
Falls man mehrere Bäumchen mit unterschiedlichen Sorten veredelt hat, empfiehlt es sich, diese gut zu beschriften. Dafür haben wir die Stecketiketten aus Plastik gelocht und mit dem Bleistift beschriftet. Edding und ähnliche Stifte bleichen aus oder waschen ab. Durch die Lochung ein Band und dann unten um den Stamm gelegt - fertig.
Wie man sieht, ist die Veredelungsstelle bei uns einfach "irgendwo". Normalerweise wird wurzelnah veredelt, wodurch man die Veredelungsstelle später nicht mehr auf Anhieb sieht. Der Nachteil ist, dass die Veredelungsstelle dann auch leichter mal mit Erde bedeckt wird und selber Wurzeln schlägt. Dann könnte aus einem kleinen Bäumchen plötzlich ein wuchskräftiger Riese werden, was in diesem Fall nicht gewünscht ist. Die kleinen Bäumchen sollten natürlich unkrautfrei gehalten werden, bis sie groß genug sind, um sich so durchzusetzen. Schwächlinge wie die M9-Unterlage brauchen Zeit ihres Lebens einen Pfahl und sollten dauernd unkrautfrei bleiben. Wir werden es mit richtigem Unkrautvlies versuchen, haben aber noch keine Erfahrung damit.
Nach 4-6 Wochen muss der Bast durchgeschnitten werden, damit er nicht einwächst. Bis dahin sind Unterlage und Edelreis stabil miteinander verwachsen, wenn alles gut gegangen ist. Es reicht, den Bast an einer Seite aufzuschneiden. Wenn man versucht ihn ganz abzumachen, beschädigt man leicht die Veredelung.
Die Veredelung hat ein Bekannter durchgeführt, der das als Hobby schon eine Weile macht. Ich durfte aber auch mal selber Hand anlegen. Insgesamt haben wir 12 Bäumchen veredelt. Zwei bisher nicht bestimmbare Birnensorten haben wir auf Birnensämling veredelt. Um schneller zu sehen, ob unsere Apfelsämlinge brauchbares Obst bringen, haben wir außerdem 10 kleinwüchsige M9-Unterlagen mit einmal Holsteiner Cox, zweimal Grüner Boskop und 7 unserer selbstgezogenen Sämlinge veredelt. Die Unterlagen haben wir bei der Baumschule Peter Klock bezogen, wo sie insgesamt ca. 30-35 € gekostet haben.
Zunächst das Material:
Von links nach rechts:
- 1 weicher Bleistift zum Beschriften der Etiketten
- Kunststoffetiketten
- Haushaltsschere zum Abschneiden des Basts und der Markierungsbänder
- Baumwachs zum versiegeln der Veredelungs- und Schnittstellen
- Veredelungsmesser (einseitig geschliffen)
- Tuch zum eventuellen Voreinigen der Reiser
- gute Gartenschere
- Edelreis
- Veredelungsunterlage
- Außerdem nicht abgebildet: Paketschnut zum anbinden der Etiketten und ein Taschenmesser oder ein Locher zum Lochen der Etiketten.
Nun sucht man sich ein Edelreis. Das sind die einjährigen Wassertriebe, die gerade nach oben wachsen. Dazu nimmt man eine Unterlage mit möglichst gleicher Dicke. Beide werden nun gegenüber einem gesunden Knospenauge schräg abgeschnitten. Die Unterlage natürlich oben, das Reis unten.
Das ist der schwierigste Schritt bei der ganzen Angelegenheit. Ich habe es trotz mehrerer Anläufe nicht zufriedenstellend hinbekommen. Die Schnitte müssen möglichst gut aufeinander passen und dürfen dafür insbesondere nicht wellig sein. Deswegen benutzt man auch spezielle einseitig geschliffene Messer, mit denen das leichter hinzukriegen ist. Die Schnittstellen sollten nicht berührt werden, weil sie dadurch verschmutzen und nicht mehr so gut anwachsen.
Ist man kein Profi oder passen Edelreis und Unterlage von der Dicke her nicht so gut zusammen, muss am Ende trotzdem mindestens eine Seite der aufeinanderglegten Schnittflächen gut aufeinanderliegen.
Das Kambium (direkt unter der Rinde) muss sich berühren, damit die beiden Teile zusammenwachsen können. Hat man die beiden Teile passend geschnitten, müssen sie noch fest verbunden werden. Bei der normalen Kopulation werden sie dafür einfach mit Bast oder Veredelungsgummi verbunden. Um die Stabilität zu verbessern und das Verbinden einfacher zu machen, haben wir noch sogenannte Gegenzungen geschnitten und die Zweige damit ineinander gesteckt. Ein Bild hilft da mehr als jede Beschreibung:
Nun muss die Verbindung fixiert werden. Man achtet nochmal darauf, dass das Kambium sich an mindestens einer Seite auf der ganzen Länge berührt und umwickelt die Verbindungsstelle dann stramm mit Bast, wobei man das Auge des Edelreises freilässt. Am Ende verknotet man den Bast. Vor dem Verbinden kappt man außerdem das Edelreis mit einem geraden Schnitt, so dass 2-3 gesunde Augen verbleiben.
Es ist hilfreich, wenn eine zweite Person die Unterlage hält.
Statt Bast könnte man auch spezielle Veredelungsgummis nehmen. Sie haben den Vorteil, dass sie nicht UV-stabil sind und daher später nicht aufgeschnitten werden müssen. Dafür kann man sie aber auch nicht so fest ziehen und sie verleihen damit weniger Stabilität.
Die Veredelungsstelle und das obere Ende müssen jetzt noch mit Baumwachs versiegelt werden. Damit verhindert man eine übermäßige Verdunstung, die das Edelreis vertrocknen lassen würde und verhindert das Eindringen von Pilzen, Bakterien und Viren. Damit das Baumwachs streichfähig wird, muss man es vorher warmstellen oder in einem Wasserbad anwärmen. Richtig heiß soll es natürlich nicht sein.
Nun müssen die veredelten Bäumchen nurnoch gepflanzt werden. Man kürzt dafür die Wurzeln mit einer scharfen Gartenschere um ca. 1/3. Damit schneidet man möglicherweise durch den Versand vertrocknete Wurzeln ab und regt die Neubildung an. Unsere Bäumchen haben wir zunächst in Töpfe gepflanzt, weil das Beet noch nicht vorbereitet ist. Auf jeden Fall das Angießen nicht vergessen.
Falls man mehrere Bäumchen mit unterschiedlichen Sorten veredelt hat, empfiehlt es sich, diese gut zu beschriften. Dafür haben wir die Stecketiketten aus Plastik gelocht und mit dem Bleistift beschriftet. Edding und ähnliche Stifte bleichen aus oder waschen ab. Durch die Lochung ein Band und dann unten um den Stamm gelegt - fertig.
Wie man sieht, ist die Veredelungsstelle bei uns einfach "irgendwo". Normalerweise wird wurzelnah veredelt, wodurch man die Veredelungsstelle später nicht mehr auf Anhieb sieht. Der Nachteil ist, dass die Veredelungsstelle dann auch leichter mal mit Erde bedeckt wird und selber Wurzeln schlägt. Dann könnte aus einem kleinen Bäumchen plötzlich ein wuchskräftiger Riese werden, was in diesem Fall nicht gewünscht ist. Die kleinen Bäumchen sollten natürlich unkrautfrei gehalten werden, bis sie groß genug sind, um sich so durchzusetzen. Schwächlinge wie die M9-Unterlage brauchen Zeit ihres Lebens einen Pfahl und sollten dauernd unkrautfrei bleiben. Wir werden es mit richtigem Unkrautvlies versuchen, haben aber noch keine Erfahrung damit.
Nach 4-6 Wochen muss der Bast durchgeschnitten werden, damit er nicht einwächst. Bis dahin sind Unterlage und Edelreis stabil miteinander verwachsen, wenn alles gut gegangen ist. Es reicht, den Bast an einer Seite aufzuschneiden. Wenn man versucht ihn ganz abzumachen, beschädigt man leicht die Veredelung.
Mittwoch, 27. März 2013
Unbekanntes Küchengerät - Spicknadel
Update 27.03.2013: Es handelt sich um eine Spicknadel, mit der man Speckstreifen in Fleisch befördert (spickt).
Das Gerät haben wir in einer Küchenschublade entdeckt und keiner weiß, wofür es da ist. Vielleicht wisst ihr es ja!

Rostfrei Germany
Aufgeklappt:
Das Gerät haben wir in einer Küchenschublade entdeckt und keiner weiß, wofür es da ist. Vielleicht wisst ihr es ja!
Rostfrei Germany
Aufgeklappt:
Donnerstag, 2. Februar 2012
Pendelhacke + Krümler als flexible Alternative zur Radhacke?
Ralf hat heute auf Neulichimgarten seine neuen alten Radhacken vorgestellt. Stabile, schwere und unflexible Geräte, die sicherlich gut geeignet sind, bei großen Reihenabständen das Unkraut dazwischen zu bekämpfen. Im Gemüsegarten sind die Reihenabstände aber meist nicht so groß und wenn die Pflanzen wachsen ist spätestens Schluss, da man sie sonst beschädigt.
Ich habe vor ein paar Monaten auch mit einer Radhacke geliebäugelt, aber mich dann vom hohen Preis und der Nichtverfügbarkeit von Gebrauchtgeräten abschrecken lassen. Insofern Glückwunsch zu dem Ebay-Schnäppchen.
Als ich dann mit meinen Eltern über den Sinn einer derartigen Anschaffung sprach, stellte sich heraus, dass wir früher (also irgendwann in den 50ern, 60ern oder vielleicht noch frühen 70ern) sowas hatten, es aber nicht benutzt wurde. Leider war das Gerät auch auf dem Dachboden nicht mehr auffindbar, wahrscheinlich hat es mal jemand weggeworfen. Allerdings bin ich bei der Suche auf ein ähnliches Gerät gestoßen, dass für kleinere Flächen (also alles, was man ohne Pferd oder Schlepper noch so gerade bewirtschaften kann) eine gute Alternative zur Radhacke sein könnte.

Auch dieses Gerät ist bisher praktisch nicht in Benutzung gewesen. Es muss mindestens ca. 25 Jahre alt sein, denn es steht noch "Made in W. Germany" drauf. Ein erster Test bei eigentlich zu nassem Boden im Dezember verlief aber vielversprechend. Das Gerät ist eine Pendelhacke plus ein Rad mir Krümelrollen. Gegenüber der einfachen Pendelhacke, sehe ich den Vorteil, dass das Gewicht der Hacke weitgehend auf der Rolle lastet und die Arbeit so nicht so stark in die Arme geht. Die Krümlerrolle (der Hersteller nennt es Gartenfräse) lockert den Boden zusätzlich und macht ihn schön krümelig. So kann die obere Bodenschicht gut antrocknen, so dass Unkraut nicht so leicht wieder anwächst und keimt und die Kapillarität des Bodens sollte zuverlässig unterbrochen werden, was die Verdunstung der Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten verringert. Eine Wiese kann man natürlich nicht damit umbrechen, aber für das regelmäßige Hacken sollte das Gerät einige Erleichterung bringen. Es geht dieses Jahr in den Dauertest und ich hoffe, dass es sich bewähren wird.
So sieht der Arbeitsaufsatz von Nahem aus:
Obwohl das Gerät so alt ist, ist es immernoch im Handel erhältlich. Der Hersteller ist Wolf-Geräte und es handelt sich um ein Stecksystem, auf den Stiel können also im Prinzip unterschiedliche Arbeitsaufsätze montiert werden. Der Aufsatz läuft unter "Wolf-Garten Gartenfräse DA-S multi-star" und kostet gut 40 €. Wir haben dazu einen 140 cm Stiel, der Hersteller empfiehlt einen 170 cm Stiel, beide kosten um die 10 €. Die Geräte sollte es auch im Fachhandel geben, hier aber für weitere Infos der Link zum Online-Shop. Unser Gerät hat damals laut Aufkleber 56 DM und ein paar Zerquetschte bei Samen-Köster gekostet. Keine Ahnung, ob der Aufkleber sich nur auf den Arbeitsaufsatz bezieht.
Das Gerät ist natürlich schwerer als eine gewöhnliche Hacke, ich schätze mal groß so zwischen 1 und 2 Kilo. Da das Gewicht auf der Rolle lastet, ging es aber zumindest beim Ausprobieren recht einfach. Durch den Stiel kann man sehr flexibel auch zwischen den Pflanzen arbeiten, ich denke insofern, dass das Gerät der Radhacke zumindest in der Ausführung, die Ralf sich angeschafft hat im Gemüsegarten überlegen ist. Der Preis ist aber natürlich auch nicht ganz günstig, wenn auch deutlich günstiger als die der Radhacken. Eine sehr spartanische Radhacke aus Russland kann allerdings preislich mithalten. Sie hat einen Stiel mit Lenkergriff und statt des Krümlers ein kleines Rad. Alle anderen Radhacken, die ich gefunden habe, kosten so ab 200 € aufwärts.
Falls jemand Erfahrungen mit diesem Gerät, einem ähnlichen oder einer Radhacke hat, freue ich mich über eure Erfahrungsberichte.
Update 3.2.2012: Elke ist bei Ebay auf ein Noname-Produkt gestoßen (Link inzwischen tot), dass schon für rund 20 € plus Versand ohne Stiel erhältlich ist. Über die Qualität lässt sich natürlich nicht viel sagen. Pendelhacken ohne Krümler gibt es auch ungefähr zu dem Preis, ein Rad oder einen Krümler halte ich aber für praktischer.
Ich habe vor ein paar Monaten auch mit einer Radhacke geliebäugelt, aber mich dann vom hohen Preis und der Nichtverfügbarkeit von Gebrauchtgeräten abschrecken lassen. Insofern Glückwunsch zu dem Ebay-Schnäppchen.
Als ich dann mit meinen Eltern über den Sinn einer derartigen Anschaffung sprach, stellte sich heraus, dass wir früher (also irgendwann in den 50ern, 60ern oder vielleicht noch frühen 70ern) sowas hatten, es aber nicht benutzt wurde. Leider war das Gerät auch auf dem Dachboden nicht mehr auffindbar, wahrscheinlich hat es mal jemand weggeworfen. Allerdings bin ich bei der Suche auf ein ähnliches Gerät gestoßen, dass für kleinere Flächen (also alles, was man ohne Pferd oder Schlepper noch so gerade bewirtschaften kann) eine gute Alternative zur Radhacke sein könnte.
Auch dieses Gerät ist bisher praktisch nicht in Benutzung gewesen. Es muss mindestens ca. 25 Jahre alt sein, denn es steht noch "Made in W. Germany" drauf. Ein erster Test bei eigentlich zu nassem Boden im Dezember verlief aber vielversprechend. Das Gerät ist eine Pendelhacke plus ein Rad mir Krümelrollen. Gegenüber der einfachen Pendelhacke, sehe ich den Vorteil, dass das Gewicht der Hacke weitgehend auf der Rolle lastet und die Arbeit so nicht so stark in die Arme geht. Die Krümlerrolle (der Hersteller nennt es Gartenfräse) lockert den Boden zusätzlich und macht ihn schön krümelig. So kann die obere Bodenschicht gut antrocknen, so dass Unkraut nicht so leicht wieder anwächst und keimt und die Kapillarität des Bodens sollte zuverlässig unterbrochen werden, was die Verdunstung der Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten verringert. Eine Wiese kann man natürlich nicht damit umbrechen, aber für das regelmäßige Hacken sollte das Gerät einige Erleichterung bringen. Es geht dieses Jahr in den Dauertest und ich hoffe, dass es sich bewähren wird.
So sieht der Arbeitsaufsatz von Nahem aus:
Obwohl das Gerät so alt ist, ist es immernoch im Handel erhältlich. Der Hersteller ist Wolf-Geräte und es handelt sich um ein Stecksystem, auf den Stiel können also im Prinzip unterschiedliche Arbeitsaufsätze montiert werden. Der Aufsatz läuft unter "Wolf-Garten Gartenfräse DA-S multi-star" und kostet gut 40 €. Wir haben dazu einen 140 cm Stiel, der Hersteller empfiehlt einen 170 cm Stiel, beide kosten um die 10 €. Die Geräte sollte es auch im Fachhandel geben, hier aber für weitere Infos der Link zum Online-Shop. Unser Gerät hat damals laut Aufkleber 56 DM und ein paar Zerquetschte bei Samen-Köster gekostet. Keine Ahnung, ob der Aufkleber sich nur auf den Arbeitsaufsatz bezieht.
Das Gerät ist natürlich schwerer als eine gewöhnliche Hacke, ich schätze mal groß so zwischen 1 und 2 Kilo. Da das Gewicht auf der Rolle lastet, ging es aber zumindest beim Ausprobieren recht einfach. Durch den Stiel kann man sehr flexibel auch zwischen den Pflanzen arbeiten, ich denke insofern, dass das Gerät der Radhacke zumindest in der Ausführung, die Ralf sich angeschafft hat im Gemüsegarten überlegen ist. Der Preis ist aber natürlich auch nicht ganz günstig, wenn auch deutlich günstiger als die der Radhacken. Eine sehr spartanische Radhacke aus Russland kann allerdings preislich mithalten. Sie hat einen Stiel mit Lenkergriff und statt des Krümlers ein kleines Rad. Alle anderen Radhacken, die ich gefunden habe, kosten so ab 200 € aufwärts.
Falls jemand Erfahrungen mit diesem Gerät, einem ähnlichen oder einer Radhacke hat, freue ich mich über eure Erfahrungsberichte.
Update 3.2.2012: Elke ist bei Ebay auf ein Noname-Produkt gestoßen (Link inzwischen tot), dass schon für rund 20 € plus Versand ohne Stiel erhältlich ist. Über die Qualität lässt sich natürlich nicht viel sagen. Pendelhacken ohne Krümler gibt es auch ungefähr zu dem Preis, ein Rad oder einen Krümler halte ich aber für praktischer.
Montag, 4. Juli 2011
Wurzelstöcke roden - auch mit dem richtigen Werkzeug eine schweißtreibende Arbeit
Viele Arbeiten lassen sich mit dem richtigen Werkzeug relativ leicht bewältigen, für manche gibt es auch Maschinen. Im Garten lassen sich größere Maschinen garnicht und kleinere auch nicht überall einsetzen, so dass es häufig bei mühseliger Handarbeit bleibt. Den universellen Unkraut-im-Beet-samt-Wurzel-rausreiß-Apparat hat z.B. noch keiner erfunden. Dennoch gibt es Werkzeug, dass für bestimmte Arbeiten besser geeignet ist, als anderes.
An einer Grundstücksgrenze wuchsen (naja, wachsen aus Wurzelresten) Brombeeren. Keine gewöhnlichen, leicht stacheligen Brombeeren, sondern der Nato-Draht der Natur. Bis zu zehn Meter lange Ranken mit Dornen, die jeder Rose Ehre machen würden. Vermutlich ist es eine spezielle Züchtung, mit der man im Mittelalter die Wehrwälle begrünte. Das Kappen der Triebe habe ich schon vor einiger Zeit mit dem Freischneider (natürlich mit Messer, nicht mit Schnur) erledigt, was auch ziemlich gut ging. Allerdings hab ich dabei einen Betonpfahl touchiert, was mir gleich eine Scharte im Messer eingebracht hat.
Den großen Teil der großen Wurzelstöcke hatte ich dann mit dem Spaten angegraben, teilweise abgestochen und mit der Hand undter vollem Einsatz von Körperkraft und -gewicht herausgezogen bzw. gezerrt. Dabei ist mir eigentlich dauernd schwindelig geworden vor Anstrengung und manche Wurzeln saßen so fest, dass es einfach nicht ging. Daher habe ich die Stöcke an besonders schwer zu erreichenden Stellen erstmal stehen gelassen.
In einem Haushalt, der mal eine nebenerwerbliche Landwirtschaft war, findet sich zum Glück noch hin und wieder ein Werkzeug an, dass zwar Jahrzehnte niemand benutzt hat, das aber überaus nützlich aussieht.
Dazu gehört auch diese Hacke:
Ich bezeichne sie einfach mal als Rodehacke, was nach den Informationen, die man bei Wikipedia findet auch hinkommen könnte. Die Nomenklatur der Hacken scheint nicht eindeutig zu sein. Man könnte sie vielleicht auch zum lockern extrem lehmiger Böden verwenden, bei normalem Boden ist sie aber keine Alternative zum Graben oder Pflügen. Etwas angerostet von Jahrzehnten in staubigen Garagenecken ist sie zwar, aber der Rost hat sich an der Schneide beim Einsatz schon weitgehend verabschiedet.
Mit genügendem Kraftaufwand kann man recht ordentliche Wurzeln damit durchhauen und bei weniger dicken Trieben wie eben bei Brombeeren einen großen Wurzelstock regelrecht abgraben. Für kleinere Bäume oder Haselsträucher ginge das aber sicher nicht. Da bräuchte man mindestens eine Axt oder ein Beil zusätzlich. Der große Vorteil gegenüber dem Spaten ist, dass man keine Angst haben mutt, das Werkzeug zu zerstören. Während der Spatenstiel bei jedem Hebelversuch abzubrechen droht, kann man mit der Hacke einfach beherzt zuhauen. Durch den langen Stiel entwickelt man ordentlich Kraft (wenn kein Maschendrahtzaun im Weg ist...). Es bleibt dennoch ein schweißtreibende Arbeit, bei der mir nach Minuten der Schweiß von der Nasenspitze tropfte. Trotzdem ist die Arbeit mit der Hacke eine große Erleichterung gegenüber der vorher beschriebenen Methode. Es lohnt sich also manchmal doch, Werkzeug aufzuheben, für das man aktuell keine Verwendung hat und gelegentlich mal in die Werkzeugecke zu schauen, ob man nicht etwas passendes findet. Manchmal lassen sich Werkzeuge auch etwas zweckentfremden.
Bei der Hacke handelt es sich ungefähr um dieses Modell (Amazon-Affiliate-Link)
Besser, gerade bei dickeren Wurzeln geht eine Wiedehopfhacke (Amazon-Affiliate-Link)
An einer Grundstücksgrenze wuchsen (naja, wachsen aus Wurzelresten) Brombeeren. Keine gewöhnlichen, leicht stacheligen Brombeeren, sondern der Nato-Draht der Natur. Bis zu zehn Meter lange Ranken mit Dornen, die jeder Rose Ehre machen würden. Vermutlich ist es eine spezielle Züchtung, mit der man im Mittelalter die Wehrwälle begrünte. Das Kappen der Triebe habe ich schon vor einiger Zeit mit dem Freischneider (natürlich mit Messer, nicht mit Schnur) erledigt, was auch ziemlich gut ging. Allerdings hab ich dabei einen Betonpfahl touchiert, was mir gleich eine Scharte im Messer eingebracht hat.
Den großen Teil der großen Wurzelstöcke hatte ich dann mit dem Spaten angegraben, teilweise abgestochen und mit der Hand undter vollem Einsatz von Körperkraft und -gewicht herausgezogen bzw. gezerrt. Dabei ist mir eigentlich dauernd schwindelig geworden vor Anstrengung und manche Wurzeln saßen so fest, dass es einfach nicht ging. Daher habe ich die Stöcke an besonders schwer zu erreichenden Stellen erstmal stehen gelassen.
In einem Haushalt, der mal eine nebenerwerbliche Landwirtschaft war, findet sich zum Glück noch hin und wieder ein Werkzeug an, dass zwar Jahrzehnte niemand benutzt hat, das aber überaus nützlich aussieht.
Dazu gehört auch diese Hacke:

Ich bezeichne sie einfach mal als Rodehacke, was nach den Informationen, die man bei Wikipedia findet auch hinkommen könnte. Die Nomenklatur der Hacken scheint nicht eindeutig zu sein. Man könnte sie vielleicht auch zum lockern extrem lehmiger Böden verwenden, bei normalem Boden ist sie aber keine Alternative zum Graben oder Pflügen. Etwas angerostet von Jahrzehnten in staubigen Garagenecken ist sie zwar, aber der Rost hat sich an der Schneide beim Einsatz schon weitgehend verabschiedet.
Mit genügendem Kraftaufwand kann man recht ordentliche Wurzeln damit durchhauen und bei weniger dicken Trieben wie eben bei Brombeeren einen großen Wurzelstock regelrecht abgraben. Für kleinere Bäume oder Haselsträucher ginge das aber sicher nicht. Da bräuchte man mindestens eine Axt oder ein Beil zusätzlich. Der große Vorteil gegenüber dem Spaten ist, dass man keine Angst haben mutt, das Werkzeug zu zerstören. Während der Spatenstiel bei jedem Hebelversuch abzubrechen droht, kann man mit der Hacke einfach beherzt zuhauen. Durch den langen Stiel entwickelt man ordentlich Kraft (wenn kein Maschendrahtzaun im Weg ist...). Es bleibt dennoch ein schweißtreibende Arbeit, bei der mir nach Minuten der Schweiß von der Nasenspitze tropfte. Trotzdem ist die Arbeit mit der Hacke eine große Erleichterung gegenüber der vorher beschriebenen Methode. Es lohnt sich also manchmal doch, Werkzeug aufzuheben, für das man aktuell keine Verwendung hat und gelegentlich mal in die Werkzeugecke zu schauen, ob man nicht etwas passendes findet. Manchmal lassen sich Werkzeuge auch etwas zweckentfremden.
Bei der Hacke handelt es sich ungefähr um dieses Modell (Amazon-Affiliate-Link)
Besser, gerade bei dickeren Wurzeln geht eine Wiedehopfhacke (Amazon-Affiliate-Link)
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